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Geschichten, die Dr. Johann Georg Schnitzers Leben schrieb

Heinz Scholz, Schopfheim (D)

Am Dienstag, 1. Februar 2005, traf ich mich mit Dr. Johann Georg Schnitzer in Friedrichshafen zu einem Gespräch. Anlass meines Besuches war, ihn endlich einmal persönlich kennen zu lernen und ausserdem bat ich ihn, mir einige Geschichten aus seinem ereignisreichen Leben zu erzählen. Zunächst einige Höhepunkte aus seinem Leben.

In den Jahren 1963 bis 1969 führte er als praktizierender Zahnarzt im Schwarzwalddorf Mönchweiler die Aufklärungskampagne „Gesundheit für unsere Jugend“ durch. Er bewirkte durch seine gesunde „zivilisierte Urnahrung“ einen gewaltigen Rückgang der Zahnkaries. Er konnte aufzeigen, dass die Zusammensetzung der Nahrung und ihre Zubereitungsweise entscheidend für die Erhaltung der Zahngesundheit sind. Diese „zivilisierte Urnahrung“ erwies sich auch bei der Verhütung und teilweisen Heilung etlicher chronischer Krankheiten von Vorteil. So entdeckte er, dass man den Bluthochdruck und den Altersdiabetes (Typ II) durch diese Nahrung zur Ausheilung bringen kann, teils auch Diabetes Typ I. In den Jahren 1985 und 1986 führte er in Sri Lanka mit einem Lepra-Facharzt eine Lepra-Studie an 40 Leprakranken durch. 20 Leprakranke wurden als Kontrollgruppe weiterhin mit ihrer üblichen überwiegend vegetarischen, jedoch auch weitgehend gekochten Kost belassen. Die andere Gruppe von ebenfalls 20 Leprakranken bereitete sich nach Instruktion die „Schnitzer-Intensivkost“ zu, die rein pflanzlich und vollständig lebendig (roh) aus den im Lande verfügbaren Nahrungspflanzen zusammengesetzt wurde. Getreidegrundlage war ungeschälter Reis für die Müeslizubereitung.

Der Erfolg mit der „Schnitzer-Intensivkost“ war beeindruckend. Unter dieser natürlichen, artgerechten Ernährung setzten bereits nach 4 Wochen Heilwirkungen ein. Als erstes verschwand das brennende Gefühl der Haut. Schon nach 10 Wochen waren teils handtellergrosse Leprageschwüre abgeheilt, und an den zunächst rosafarbenen geheilten Stellen folgte nach wenigen Wochen die natürliche Pigmentierung nach. Dr. Schnitzer finanzierte diese Studie persönlich 2 Jahre lang; dann gingen ihm die Mittel dafür aus. Da keine Institution Interesse an dieser Studie zeigte, konnte das Projekt aus Geldmangel nicht weiter verfolgt werden. Er bekam sogar von einer „gemeinnützigen“ Organisation, die nach Aussagen eines von ihm kontaktierten amerikanischen Arztes weltweit die Lepraforschung koordiniert, einen unglaublich bösartigen, ablehnenden Brief. Offenbar ging es um handfeste Pharmainteressen.

Die Leprakranken müssen z.B. – was medizinisch nicht zu begründen ist – noch viele Jahre weiter Medikamente einnehmen, auch wenn bei ihnen schon längst keine Lepra-Bakterien mehr nachweisbar sind. Es ist schier unglaublich, wenn erfolgversprechende Studien abgewürgt werden. Besonders verwunderlich ist, dass auch „gemeinnützige“ Lepra-Hilfsorganisationen kein Interesse an weiterführenden Studien, sondern im Gegenteil eine teils brüsk ablehnende Haltung zeigten. Eine mögliche Erklärung: Die Pharmaindustrie unterstützt diese Organisationen und ihre Mitarbeiter.

Dr. Schnitzer, der täglich bis zu 100 E-Mails bekommt und von 2000 bis Ende 2004 über 8000 Briefe von Lesern beantwortet hat, schrieb 20 Bücher. Der heute fast 75-Jährige ist nach wie vor aktiv, schreibt neue Bücher und überarbeitet und erweitert auch teils seine bisherigen Bücher. Seine Frau Azeb verlegt seine Bücher und liefert sie aus (Links am Schluss des Artikels).

Berufskollegen wurden zu Gegnern
Als seit 1954 tätiger Zahnarzt und später als Chef der von ihm gegründeten und bis 1997 geführten privaten Zahnklinik wies Schnitzer etwa ab 1958 seine Patienten und Kollegen und ab 1963 auch die Öffentlichkeit auf die in der üblich gewordenen Zivilisationskost liegenden Ursachen des Gebissverfalls und auf die gesundheitsschädlichen Wirkungen von Amalgamfüllungen hin. Damit machte er sich seine Berufskollegen und die zahnärztliche Standesorganisation zu seinen grössten Gegnern – obwohl er sie eindringlich darauf hinwies, dass gerade in der Empfindlichkeit des Kauorgans als Gradmesser der allgemeinen Gesundheit die grössten Chancen seines Berufsstandes als ein „Frühwarnsystem der Gesundheit der Bevölkerung“ liegen – verpasste Chancen, wie man heute weiss. Die Antwort dieser Lobby war eine lebenslange „berufspolitische Verfolgung“.

Nachdem Dr. Johann Georg Schnitzer die bisherige Zweigpraxis seines Vaters ( Dr. Otto Schnitzer ) in Mönchweiler (Schwarzwald) übernommen hatte, musste er bald feststellen, dass die Zahnkaries schon bei 18 Monate alten Kleinkindern begann. Da hier mit „ Ausbohren und Löcher stopfen“ wenig auszurichten ist, ging er zum damaligen Bürgermeister Günter Sick und schlug vor, durch Aufklärung der Bevölkerung diesem Gebissverfall vorzubeugen. Dieser fand dies gut und sagte: „Schreiben Sie ab und zu was, ich verteile es dann mit dem Gemeindeblatt.“ Gesagt, getan. Schnitzer schrieb das erste Aufklärungsblatt einer „Gesundheit für unsere Jugend“ genannten Reihe, die 3 Jahre später über 40 Blätter und Schriften umfassen sollte, als ein alle 3 Jahre von neuem zu verteilenden permanenten Aufklärungssystem.

Kaum 4 Wochen nach dem Erscheinen des ersten Blattes und seiner Verteilung in dem 2000 Seelen umfassenden Dorf Mönchweiler eröffnete die Bezirkszahnärztekammer Freiburg gegen Dr. Schnitzer ein Berufsgerichtsverfahren aufgrund der anonymen Anzeige eines feigen Berufskollegen. Der Vorwurf: „Unerlaubte Werbung für die Praxis.“ Dabei hatte solche Aufklärung doch eher das Gegenteil zur Folge, nämlich einen Rückgang des Patientenzulaufs wegen Ausbleibens des Gebissverfalls. Seltsam war ausserdem, dass am Ort nur eine einzige Praxis, die von Dr. Schnitzer, vorhanden war und kein Kollege irgendwelche Einbussen zu befürchten hatte. Schnitzer erhielt dann auch noch einen Anruf von der Zahnärztekammer in Freiburg und es wurde ihm geraten, die Aufklärung einzustellen, da er sonst mit „ unangenehmen Prozessen“ rechnen müsse.

Da bei dem Anruf zufällig ein Fernsehteam in seiner Praxis anwesend war, wurde das Gespräch des Funktionärs etwa 40 Minuten lang aufgezeichnet (dann war das Band zu Ende). Zwar gilt ein solches Band nicht als Beweis vor Gericht, aber in der 2. und letztmöglichen Instanz des Verfahrens vor dem Landesberufsgericht für Zahnärzte in Stuttgart trat der damalige Leiter des Fernsehteams als Zeuge auf, spielte das Band vor und sagte aus, dass dieses die Originalaufnahme des Telefongespräches sei, das er sofort nach der Aufnahme abgehört habe; und damals ebenso wie jetzt habe er den Eindruck massiver Drohungen und Nötigungsversuche gegenüber Dr. Schnitzer. Das zahnärztliche Berufsgericht reduzierte daraufhin die Verurteilung und Geldstrafe der 1. Instanz (3000 DM, u. a. wegen der Kosten, die sich die Zahnärztekammer für ein „Repräsentationsessen“ beim Zweiten Deutschen Fernsehen in Mainz zwecks Aufpolieren ihres durch ihr Vorgehen arg beschädigten Ansehens gemacht hatte) auf einen „Verweis“ Dr. Schnitzers (wegen was eigentlich? Wegen unerlaubter Werbung für die Praxis und Schädigung des Ansehens der Kollegenschaft?).

Werner Kollath als Sachverständiger
In der ersten Instanz des Berufsgerichtsverfahrens hatte Dr. Schnitzer den berühmten Ernährungsforscher, Hygieniker und Bakteriologen Prof. Dr. med. Werner Kollath als Sachverständigen benannt. Aber die Verhandlung zog sich in die Länge; sie dauerte ganze 8 Stunden! Nach 6 Stunden verlor Kollath die Geduld und bat darum, das Gericht „ alleine, unter 4 Augen“ zu sprechen. Das Gericht lehnte ab mit der Begründung, man habe selbst genügend Sachverstand, um zu wissen, dass das Vorgehen Schnitzers auf wissenschaftlichen Grundlagen beruhe. Kollath musste noch weitere 2 Stunden stumm zuwarten, bis das befremdliche Verfahren zu Ende war. Da man ihn nicht hatte anhören wollen, nutzte er die Zeit, um das Gerichtsgremium mit giftgrünem Kugelschreiber auf Papier zu bannen; die Zeichnung übergab er danach Dr. Schnitzer.

Das Berufsgericht setzte sich mit einer einzigen Ausnahme aus den Funktionären der Zahnärztekammer zusammen, welches damit klagende Partei und Gericht in Personalunion repräsentierte. Diese Ausnahme war der – eigens für diesen Prozess als Kammeranwalt engagierte – Oberstaatsanwalt namens Müller, der damals bereits als „Leichenmüller“ in die Gerichtsannalen eingegangen war.

„Diese Personalunion von anklagender Partei und Besetzung des Gerichts wurde später für verfassungswidrig befunden“, so Schnitzer.

Beschuldigungen in einer Versammlung
Im Frühjahr 1971 – die „Aktion Mönchweiler“ war nach 6 Jahren erfolgreich beendet und aus Mangel an Mitteln nicht weitergeführt worden – erhielt Dr. Schnitzer eine Einladung vom Präsidenten der Landeszahnärztekammer von Baden-Württemberg, um anlässlich einer Delegiertenversammlung, die in Karlsruhe stattfinden sollte, einen Vortrag zu halten. Der Präsident schrieb in seiner Einladung: „... damit Ihre guten Gedanken in die Allgemeinheit getragen werden.“ Schnitzer wunderte sich noch, sollten die Kollegen eine wundersame Wandlung – vom Saulus zum Paulus – erfahren haben? Als er dort eintraf, fand er in einem grossen Raum ein U-förmiges Tischarrangement vor. An der Basis des U das Präsidium, darunter nicht nur der Präsident der Landeszahnärztekammer, sondern auch der Präsident der Bundeszahnärztekammer und auch noch dessen Vorgänger, beide eigens aus Köln angereist, so wichtig nahm man die Sache. Seitlich auf beiden Seiten des U hatten sich die Delegierten platziert. Nach diesen kamen ein paar Stühle mit daran aufgehängten Jacketts, denn es war bereits heiss im Rheintal. Nach dem letzten Jackett dann wurde Schnitzer bedeutet, sich zu setzen. Was für ein merkwürdiger Empfang für einen eingeladenen „Gast“!

Als er dann schliesslich zu sprechen aufgefordert wurde, liess man ihn kaum zu Worte kommen, sondern fiel sogleich mit lauten Vorwürfen über ihn her; so habe er wegen seiner Warnungen vor Amalgamfüllungen die Kammer 80 000 DM gekostet, die sie einem Professor für ein Gutachten bezahlen mussten für den Nachweis, dass Amalgam unschädlich sei. Schnitzer verlangte, das Gutachten zu sehen; das wurde abgelehnt (später bekam er es von einem Berliner Apotheker, der auch gewarnt hatte und den man damit beschwichtigen wollte; es war ein typisches Beispiel der „opinion-based medicine“, in welcher real existierende Nachweise der Schädlichkeit durch die keinen Nachweis benötigende Meinung eines Professors „widerlegt“ werden.

Alsdann wurde Schnitzer aufgefordert, jetzt und hier zu versprechen, dass er sich ab sofort nicht mehr öffentlich – weder über die Schädlichkeit des Amalgams, noch über die Ursachen der Zahnkaries – äussern werde. Schnitzer erklärte, dass er kein solches Versprechen abgeben werde; man werde schriftlich von ihm hören. Danach verliess er den ungastlichen Ort immerhin lebend (während der unter ähnlich falschen Vorgaben zum „Konstanzer Konzil“ eingeladene Dissident Johannes Huss seinerzeit dort gefangen gesetzt und hingerichtet wurde). Schriftlich teilte Schnitzer der Kammer dann mit, er habe keinerlei Anlass, solche Versprechen abzugeben; er verhalte sich regelmässig standesgemäss. Ausserdem schrieb er im Sommer 1970 während eines Urlaubs in Frankreich das Buch „Nie mehr Zahnweh“, in welchem alles enthalten war, was die Herren Kollegen gerne der Öffentlichkeit vorenthalten hätten. Das Buch erschien im Herbst 1971 (441 Seiten, insgesamt 6 Auflagen, 25 000 Gesamtauflage); es ist seit mehreren Jahren vergriffen.

Auf einem Zahnärztekongress in jener Berliner Kongresshalle, deren Dachkonstruktion später einstürzte, konterte er die Fluoridierungsbestrebungen (zur vorgeblichen „Kariesprophylaxe“) mit der Feststellung, dass Zahnkaries keine Fluormangelkrankheit, sondern durch Ernährungsfehler verursacht sei. Man könne mit grösserer Berechtigung behaupten, die Hauptursache des Gebissverfalls seien die Zahnärzte, und dieses sogar beweisen – denn dort, wo es viele Zahnärzte gibt, ist der Zustand der Zähne in der Bevölkerung signifikant schlechter als dort, wo es wenige oder überhaupt keine Zahnärzte gibt, wie z.B. in Äthiopien auf dem Lande. Es fand sich keiner, der ihn hätte widerlegen können.

1978, eingeladen den Festvortrag zur Eröffnung einer Ärztetagung auf der Medizinischen Woche Baden-Baden zu halten, konfrontierte er die Ärzteschaft mit der schockierenden Frage: „Warum ist der Arzt nicht gesünder als die Durchschnittsbevölkerung?“ – welche dann noch tagelang danach von den Besuchern des Kongresses diskutiert wurde.

Schnitzer wurde im Laufe der mehr als 4 Jahrzehnte, in denen er die Zahnheilkunde praktisch ausübte, immer wieder angegriffen, diffamiert und bis zur beinahe totalen Existenzvernichtung verfolgt, wobei auch nicht gesetzeskonforme Mittel eingesetzt wurden. Schnitzer: „Der Stoff würde nicht nur für einen Krimi, sondern für eine ganze Krimiserie ausreichen.“

Verschwundene Restauflagen
Ein Buch über Bluthochdruck und ein Werk, wie man gesunde Zähne erreicht, wurden in den 80er-Jahren von einem recht bekannten Verlag gedruckt und vertrieben. Wenige Monate nach Erscheinen rief der Verlag bei Schnitzer an: Man habe Druck von der Bank bekommen, es sei zu viel Kapital im Bücherlager gebunden, man müsse etwa 100 Titel „verramschen“, darunter fielen auch seine beiden Bücher. Man bot ihm die Restauflagen zum Erwerb an. Als Schnitzer kurz darauf mitteilte, er nehme das Angebot an, waren die Restauflagen bereits weg – spurlos. Man war auch nicht bereit, ihm zu sagen, wer sie erworben hatte. Die Bücher tauchten danach nie mehr auf, auch nicht in jenen Angeboten, die gewöhnlich solche Restauflagen verbilligt verkaufen. Jedermann möge sich also seine eigenen Gedanken hierüber machen. Die mit Krankheiten verknüpften wirtschaftlichen Interessen sind eben gewaltig. Schnitzer dazu: „Es wäre die grösste Wirtschaftskatastrophe, die Europa treffen könnte, wenn plötzlich die allgemeine Gesundheit ausbräche.“

Ganz ohne Fleisch, kann das sein?
Während eines Kurses über vegetarische Ernährung in Schnitzers damaliger Firma in St. Georgen (die er 1984 veräussert hat) sagten 2 junge Damen, das könne doch nicht sein, ganz ohne Fleisch zu leben. Dr. Schnitzer sagte: „Wenn ihr mir nachweisen wollt, dass der Urmensch Fleisch verzehrt hat, dann geht jetzt da hinten durch den Wald ins Tal, unbekleidet, wie der Urmensch war, und versucht, nur mit Euren körperlichen Fähigkeiten ein oder zwei der grossen Hasen zu fangen, die dort leben. Wenn Ihr binnen 2 Stunden welche gefangen habt, glaube ich euch, dass der Urmensch auch schon Fleisch verzehrt hat, es also zu seiner Urnahrung gehörte, schon bevor er Waffen und Werkzeuge erfunden hatte. Eure einzige Chance ist, dass wenn die Hasen euch so sehen, sie derart lachen müssen, dass sie nicht mehr laufen können ...“

Begegnung mit Albert Schweitzer
Albert Schweitzer besass in Königsfeld im Schwarzwald ein Haus. Er bewohnte dieses nur gelegentlich, da er meist in dem von ihm gegründeten Hospital in Lambarene (Afrika) arbeitete und sein Zuhause im Elsass war. Das Geld für sein Hospital sammelte er durch seine berühmten Orgelkonzerte. Johann Georg Schnitzers Klavierlehrerin (er hatte vom 9. bis zum 18. Lebensjahr regelmässigen Unterricht), die Organistin Hilde Martin, war mit Albert Schweitzer befreundet und sah nach seinem Haus, wenn er nicht da war. So kam es, dass der junge Johann Georg manchmal im Garten Albert Schweitzers das Gras mähte, wenn es zu hoch geworden war; denn die Landwirtschaft, auch das Mähen mit der Sense, hatte er ja gründlich erlernt. – In Königsfeld entstand zu jener Zeit auch die bekannte Albert-Schweitzer-Büste, welche der dort lebende Maler und Bildhauer Otto Leiber schuf. Dabei unterhielten sich die beiden in ihrer alemannischen Muttersprache. Auf einmal sagte Schweitzer: „Waischt was im Herrgott am beschte groten isch?“ Leiber: „Nai.“ Schweitzer: „D' Dummheit vo der Mänsche!“

Begegnung mit Issels und Reckeweg
Nach dem 2. Weltkrieg verschlug es Dr. med. Hans Heinrich Reckeweg, der vorher in Berlin lebte, nach Triberg im Schwarzwald. Das war nicht weit von St. Georgen, wo Johann Georg Schnitzer aufgewachsen war. Die beiden lernten sich kennen. Schnitzer lernte sehr viel von dem hervorragenden homöopathischen Arzt und war auch oft sein Gesprächspartner während der Entwicklung der Homotoxinlehre Reckewegs, deren Bedeutung noch bis heute von den wenigsten Ärzten begriffen wird. Reckeweg ist auch der Gründer der bekannten Arzneimittelfirma „Biologische Heilmittel HEEL GmbH“, die damals in Triberg war und heute ihren Sitz in Baden-Baden hat. Als Dr. Reckeweg seine Homotoxinlehre den Ärzten für Naturheilverfahren auf deren jährlichem Kongress in Freudenstadt darlegen wollte, gab man ihm weder Raum noch Zeit dafür. So lud Reckeweg dazu die Ärzte ins Nebenzimmer eines direkt vor dem Tagungszentrum gelegenen Gasthauses ein. Zu Johann Georg Schnitzer, damals noch Student, der ihm dabei half, sagte Reckeweg: „Das macht mir nichts aus; Jesus wurde auch in einem Stall geboren.“

Als Schnitzer einmal einen Vortrag in Bad Tölz hielt, war unter den Zuhörern auch der berühmte Krebsarzt Dr. Josef Issels. In der nachfolgenden Diskussion berichtete Issels den Zuhörern, dass er in seiner Klinik ganz hervorragend gute Erfahrungen mit der Schnitzer-Intensivkost bei der Behandlung von Krebspatienten gemacht habe. Dr. Issels war lange Jahre von der Ärzteschaft bekämpft und sogar mit Berufsgerichtsverfahren verfolgt worden, wobei man sich „Experten“ auch aus England geholt hatte. 1960 war er sogar wegen „fahrlässiger Tötung und unzulässiger Bereicherung“ verhaftet worden. In Wirklichkeit wollte er auch Sterbende nicht abweisen, die niemand mehr betreuen wollte (was sonst gerne zur „Schönung“ der Statistiken gemacht wird). In erster Instanz wurde Issels verurteilt, im Revisionsverfahren nach einer dramatischen Verhandlung völlig rehabilitiert. Seine Widersacher wurden jedoch im Laufe der Zeit weniger, da seine biologisch orientierte Ganzheitstherapie grosse Erfolge brachte.

Im höheren Alter hatte Issels genug von solchen Querelen und wanderte in die USA aus, wo er auch verstarb. – Dr. Reckeweg machte Ähnliches: Er verkaufte die von ihm gegründete Firma Heel an die Quandt-Gruppe und wanderte in die USA aus, wo er noch einige Jahre lebte.

Schnitzer sieht solche persönlichen Konsequenzen als die Spitze eines Eisbergs: „Ein Land, das über Jahrzehnte hinweg seine besten Leute auf den unterschiedlichsten Gebieten – von Erfindern und genialen Konstrukteuren über Sportgrössen, hervorragende Ärzte und Wissenschaftler, Forscher und Genies (Einstein, der in Ulm aufwuchs, als Beispiel) – mit den unterschiedlichsten und niederträchtigsten Methoden hinausekelt, wird schliesslich in dumpfer Mittelmässigkeit und Ideenlosigkeit versinken. Die Konsequenzen zeigen sich jetzt nicht nur in der allgemeinen bedrückenden Stimmungslage, sondern auch in harten Fakten wie den Ergebnissen der PISA-Studie, und in Stagnation und Niedergang der Wirtschaft.“


Interview mit Johann Georg Schnitzer

Ich stellte Dr. Johann Georg Schnitzer noch einige Fragen, die er wie folgt beantwortete:

Würden Sie mir bitte einmal erklären, was „Schnitzer-Intensivkost“ und „Schnitzer-Normalkost“ ist?

„Eine der frugivoren menschlichen Urnahrung entsprechende, optimal gesunde, vollständig pflanzliche, lebendige, rohe, nicht hitzebehandelte Ernährung, welche die intensivsten gesundheitlichen Wirkungen entfaltet, weil der heutige Mensch genetisch immer noch auf seine frugivore Urnahrung programmiert ist: Diese nannte ich deshalb ‚Schnitzer-Intensivkost'.

Die ‚Schnitzer-Intensivkost' ermöglicht den meisten chronisch Kranken, ihre natürliche Gesundheit zurückzugewinnen, stärkt die Abwehrkraft und Leistungsfähigkeit Gesunder am wirkungsvollsten und erlaubt individuell die höchsten körperlichen und geistigen Leistungen.

Eine ebenfalls gesunde Kostform, die der Gesunde sich leisten kann, wenn er nicht gerade Höchstleistungen erbringen muss, welche jedoch Lebensmittel der laktovegetabilen Ernährungsweise zulässt (‚Produkte vom lebenden Tier', also Milch, Milchprodukte, Ei); und Vollkornbrot, Vollkorngebäcke und Vollkorngerichte aus keimfähigen, unmittelbar vor Weiterverarbeitung gemahlenen Getreiden, die verbacken oder gekocht werden. Diese nannte ich ‚Schnitzer-Normalkost'.“

Infos dazu im Buch: „Schnitzer-Intensivkost, Schnitzer-Normalkost“ von Dr. Johann Georg Schnitzer, Friedrichshafen, 2004. Im Internet: http://www.dr-schnitzer.de/sin001.htm

Wenn Sie Ihr bisheriges Leben Revue passieren lassen, würden Sie alles noch mal genauso machen wie bisher?

„Sicher würde ich – könnte ich mit meinen gesammelten Erfahrungen nochmals anfangen – vieles gleich ganz anders und damit effektiver angehen. Vor allem würde ich mich nicht mehr so lange von den hehren Ansprüchen der Medizinergilde täuschen lassen (§ 1 der Berufsordnung: ‚Der Arzt/Zahnarzt ist zum Dienst an der Gesundheit des Einzelnen und der Allgemeinheit berufen'), sondern gleich davon ausgehen, dass überwiegend das Gegenteil praktiziert wird: ‚Das Verdienen an den Krankheiten des Einzelnen und der Allgemeinheit.'

In Bezug auf die Politiker würde ich sogleich von der Erfahrung ausgehen, dass diese nicht die Interessen des Volkes, sondern ihre eigenen Interessen und damit die Interessen der von ihnen vertretenen Interessengruppen vertreten. Damit wäre ich sehr viel früher bei der Erkenntnis angekommen, die heute Grundlage meines Handelns ist: Dass eine Verbesserung der Gesundheit des Einzelnen und der Allgemeinheit nur von der Basis her, das heisst durch direkte Information des Einzelnen und der Familien möglich ist – gegen den Widerstand jener, deren Aufgabe dieses eigentlich sein sollte.“

Wie sehen Sie die Zukunft der Ernährung des Menschen? Ein weiser Mensch meinte einmal, dass in ferner Zukunft wohl jeder Mensch zu einem Vegetarier wird. Sind Sie auch dieser Ansicht?

„Die mittel- bis langfristige Zukunft der menschlichen Ernährung wird in der Rückkehr zu einer artgerechten, natürlichen und damit auf Nahrungspflanzen beruhenden ‚zivilisierten Urnahrung' liegen, wie ich sie in meinen Büchern beschreibe. Nicht etwa, weil die meisten Menschen einsehen würden, dass dies das Beste für sie und ihre Familien wäre, sondern aus ganz anderen Gründen:

a) Familien und Menschen, welche die heute übliche denaturierte und artfremde Zivilisationskost praktizieren, werden chronisch krank und bekommen einen hohen Prozentsatz schwächlichen Nachwuchs mit Handicaps (Hemmungsmissbildungen, Zahnfehlstellungen, Beeinträchtigung des Sehvermögens, Immunschwächen, Fehlfunktionen des Immunsystems (Allergien), Skelettveränderungen, Lernschwächen, geistige und körperliche Behinderungen). Sie sind daher im biologischen und im internationalen wirtschaftlichen Konkurrenzkampf benachteiligt, und werden ausserdem mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit in der 3. Generation unfruchtbar (womit die Fleischverzehrerspezies relativ zur Gesamtbevölkerung dezimiert wird).

b) Die Nutztierpopulation von zirka 16 Milliarden für Fleischerzeugung gehaltenen Tieren erzeugt eine grosse Menge Methangas in ihren Gedärmen und ausgeschiedenen Fäkalien, was wesentlich zur Beschleunigung der Erderwärmung beiträgt. Ausserdem verschlingen diese Nutztiere einen grossen Teil der Welt-Getreideernte, die zunehmend für die Ernährung der rasch wachsenden Weltbevölkerung fehlt. Fisch wird bereits wegen der Überfischung der Ozeane knapp. Daher ist eine Ernährung mit relevantem Fleisch- und Fischanteil mittel- und langfristig nicht aufrechtzuerhalten.

c) Bei einer rein pflanzlich basierten Ernährung ist die Versorgung mit der für die Gehirnfunktion wichtigen Glutaminsäure um zirka 40 % besser als bei einer aus pflanzlicher und tierischer Nahrung gemischten Kost. Darauf weist der französische Eiweiss-Experte Frédéric Stahl schon 1977 in seinem (damals von mir initiierten und verlegten) Buch „Die Erde hat Eiweiss für alle“ hin, und sagt: „Was dieses bedeutet, haben die Japaner bereits gezeigt, und sind die Chinesen im Begriffe zu zeigen.“ Deshalb wird die Schaffens- und Innovationskraft von Menschen und Völkern mit pflanzlich basierter Ernährung andere Völker überflügeln, nicht nur an Wirtschaftskraft, sondern auch in den Rahmenbedingungen für reichlichen, gesunden und leistungsfreudigen Nachwuchs. – Weil schon geringe Unterschiede dieser Art demoskopisch bereits nach 2–3 Generationen gewaltige Auswirkungen haben, sollten besonders bei den Europäern mit ihren chronisch kranken Bevölkerungen, ihrem auf 0,8 Geburten pro Frau geschrumpften Nachwuchs (zur Erhaltung der Bevölkerung wären 2,5 Geburten pro Frau nötig) und ihrer bereits chronisch lahmenden Wirtschaft alle Alarmglocken schrillen. Aber nichts geschieht. Ruhe und Kranksein sind die ersten Bürgerpflichten, damit die Lobbys und Regierungen über Abgaben und Steuern das letzte Blut aus der Bevölkerung heraussaugen können, getreu nach dem Prinzip: „Nach uns die Sintflut!“

Da rette sich, wer kann! Das heisst, wer Bescheid weiss, was da abläuft, und wie man sich und seine Familie retten kann. Das notwendige Wissen zu vermitteln, bemühe ich mich auf meiner Website http://www.dr-schnitzer.de."

Die alten Kämpfer und Aussenseiter sind wohl am Aussterben. Die jetzigen Autoren sind, mit wenigen Ausnahmen, industriehörig. Haben Aussenseiter noch eine Chance, obwohl ihnen immer wieder von Institutionen, Verlagen, Redaktionen Steine in den Weg gelegt werden?

„Dass es immer weniger Menschen gibt, die noch selbstständig zu denken in der Lage sind, und wenn, sich auch zum Ergebnis ihres Nachdenkens äussern, liegt teils an der heutigen Ernährung, teils an mehr oder weniger ausgeprägten Hemmungsmissbildungen des Gehirns (Ursache Fehlernährung der Eltern und der Mutter während der Schwangerschaft), teils an der an Gehirnwäsche erinnernden Manipulation des Denkens durch Lobbys und Politiker über grosse Medien, und teils daran, dass die Menschen durch Abgaben, Steuern, Arbeitslosigkeit und eine Flut von Gesetzen, Vorschriften, Verboten und Einschüchterungen so zugeschüttet sind, dass sie es vorziehen, „nicht aufzufallen“.

Aber einige Wenige gibt es ja immer noch, vielleicht wachsen auch welche nach, von denen wir nur noch nichts gelesen haben, und dazu gibt es jetzt das durch Lobbys und Politiker nur schwer kontrollierbare Internet. Wer dort sucht, der findet, und wer sich dort äussert, findet auch Menschen, die es lesen.

Langfristig wird der intelligentere Teil der Menschen überleben, wenn auch der weniger intelligente Weg „über Versuch und Irrtum“ zu Überleben unnötig verlustreich sein wird.“

Wurden in der Vergangenheit Artikel oder Leserbriefe aus Ihrer Feder abgelehnt, weil die Redaktionen Druck von Anzeigenkunden, Ärzten und Organisationen befürchteten?

„Ja, das war so. Oft wurde mir gar nicht geantwortet. Eine Gegendarstellung nach einem Angriff gegen mich im „Diabetesjournal“ wurde einfach nicht abgedruckt, oder eine Mitteilung an die DPA (Deutsche Presseagentur) über die von mir aufgezeigte Heilbarkeit des Bluthochdrucks wurde „spurlos entsorgt“. Die Mitteilung war nicht einmal im Archiv abgelegt, sondern direkt weggeworfen worden, und dies vermutlich in der „Medizin-Fachredaktion“ der DPA.

Eine weitere Erfahrung können Sie hier nachlesen, wobei die abgefeimte Taktik erkennbar wird, wie man unerwünschte Informationen „im Sande verlaufen lässt“:
http://www.dr-schnitzer.de/doping.html

Der Effekt solcher Erfahrungen ist aber weit tiefgründiger: Ich habe es aufgrund vieler solcher Erfahrungen längst aufgegeben, überhaupt noch eine Stellungnahme zu irgendwelchen aktuellen oder globalen Themen an irgendwelche Redaktionen zu schreiben, da mir meine Zeit zu schade ist, um für den Papierkorb von Lobby-hörigen Zensoren zu schreiben. Die negativen Folgen dieser Sachlage fürs „Allgemeinwohl“ können Sie sich ausmalen: Diese Meinungs- und Informationszensur hat sich auf diese Weise selbst überflüssig gemacht, weil „Zensurwürdiges“ nicht mehr eingesandt wird, und die Redaktionen können gar behaupten, dass es überhaupt keine Zensur gibt!“

Obwohl Ihnen immer wieder von Kollegen, Ärzten, Organisationen Steine in den Weg gelegt wurden, sind Ihnen die Leser immer treu geblieben. Wie erklären Sie sich die Flut der Anfragen per E-Mails und Briefen gerade in der heutigen Zeit?

„Die Menschen sind heute mit ihren realen gesundheitlichen Problemen weitgehend allein gelassen. Aber nicht nur das: Viele beginnen zu begreifen, dass dieser ganze riesige und teure Apparat, der sich in irreführender Weise „Gesundheitswesen“ nennt, in Wirklichkeit gar nicht daran interessiert ist, ihnen ihre verlorene Gesundheit jemals wieder zurückzugeben. Im Gegenteil: Dieses System lebt praktisch ausschliesslich von den Krankheiten der Leute, ganz besonders von den chronischen, die ständige Behandlung, Betreuung und Medikation benötigen. Da wird dann den Patienten aktiv verschwiegen (durch „gezielte Desinformation“ über alle Medien, durch Verschweigen eines Teils der Wahrheit, und solches oft auch im Gespräch durch den Arzt), dass ihre chronischen Krankheiten auch heilbar wären – einfach durch Ausschaltung der Ursachen der Krankheit und durch Wiederherstellung der Ursachen der Gesundheit, was hauptsächlich eine Ernährungsfrage ist. Die Zahl der Menschen nimmt zu, welche aus der sie ständig berieselnden „Gehirnwäsche“ aufwachen und selbst zu denken anfangen.

Aber wo erfahren sie die wirklichen Zusammenhänge, wo erlangen sie das Wissen, um sich selbst aus den aufgestellten Fallen dieses „Krankheitswesens“ zu befreien? Da ich einer der Wenigen bin, welche frühzeitig die heutige Fehlentwicklung erkannt, davor öffentlich gewarnt und die natürlichen Gesundheitsgrundlagen wieder ans Tageslicht gebracht haben, und ich mir (oft bis nach Mitternacht) die Mühe mache, Bücher und Internetseiten zu schreiben und auch den Menschen zu antworten, welche mir mit ihren Problemen E-Mails schicken, deshalb wollen viele meine Bücher lesen und deshalb bekomme ich täglich so viele Mails von Menschen, die auf der Suche nach ihrer verlorenen Gesundheit sind. Damit ich davon aber nicht übernommen werde, ist mein Rat, sich zunächst auf meiner Website kundig zu machen, die viel und leicht zugängliche Information enthält, und meine einschlägigen Bücher zu lesen, die leicht verständlich geschrieben sind, über das Internet bestellt werden können und weltweit schnell überall hin per Luftpost geliefert werden. Wenn dann noch Fragen übrig bleiben, werde ich es gewiss schaffen, auch weiterhin alle zu beantworten.“

Infos und Bestellungen unter:
http://www.dr-schnitzer.de (Website)
http://www.dr-schnitzer.de/besteug2.htm (Deutsche Bücher)
http://www.dr-schnitzer.de/besteug1.htm (Englische Bücher)
dr.schnitzer@t-online.de (E-Mail-Adresse)

Herr Dr. Johann Georg Schnitzer, ich danke Ihnen sehr herzlich für die überaus geduldige Beantwortung der Fragen und die Durchsicht und Autorisierung des Manuskripts.

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