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     22. Juli 2018, 22:39 Uhr
 


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Der Koch und der Kochherd

Haben Sie sich schon einmal Gedanken über den Standort Ihres Kochherdes gemacht? Selbstverständlich können Sie ihn nicht verschieben. Er ist nicht wie ein Grillwagen mit Rädern versehen, sondern fest eingebaut. Da steht er und kann nicht anders. Diesem Herd kommt eine zentrale Bedeutung in der Küche zu. Denn hier werden die Speisen zubereitet, und was hier passiert, hat wesentliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der gesamten Familie, der Gemeinschaft.

Die chinesische Harmonielehre Feng Shui kennt für jede Lebens- beziehungsweise Herdlage die richtige Lösung. Um diese zu ermitteln, muss man sich zuerst ins Bewusstsein rufen, was am häuslichen Herd denn eigentlich passiert: Die Köchin oder der Koch verändert die Lebensmittel, bringt sie in eine andere Form. Und je nach dem Zustand der kochenden Person gelingen die Gerichte besser oder schlechter: Kocht jemand in einer entspannten Atmosphäre mit Liebe, wird das Gericht besser schmecken und bekömmlicher sein als jenes, welches das Ergebnis einer lästigen Pflichtübung und einer Gewitterstimmung ist.

Wer kocht, sollte dies also in einer angenehmen Atmosphäre tun können, damit er in der Lage ist, die Struktur der Zutaten in idealer Weise zu verändern. Oder, um es unter Beizug chinesischen Gedankengutes auszudrücken: Er muss seine besten Schwingungen in die Speisen einfliessen lassen, damit diese belebende, stärkende und aufbauende Qualitäten erhalten, damit Einklang und Stabilität in die Familie kommt. Unsere Leser mögen dem in ihrer eigenen Ausdrucksweise sagen, wie immer sie wollen – sie wissen, was gemeint ist.

Die Köchin oder der Koch müssen die besten Bedingungen haben, um ganz in ihrem Element sein zu können. Sie müssen sich vor allem sicher fühlen, nicht nur in Bezug auf ihre Küchenkenntnisse, sondern gerade auch hinsichtlich ihres Arbeitsplatzes. Damit der Koch am Herd seine verantwortungsvolle Aufgabe mit Lustgefühlen erfüllen kann, darf es keine Möglichkeit geben, ihn zu erschrecken. Das bedeutet mit anderen Worten, dass für ihn die Geschehnisse in der Küche überblickbar sein müssen; vor allem die Küchentür muss er im Auge behalten können.

Befindet sich diese Eingangstür aber ausgerechnet hinter dem Herd, braucht man gleichwohl nicht an einen kompletten Küchenumbau zu denken, sondern man behilft sich wie folgt: An die Wand hinter dem Kochherd (in der Blickrichtung des Kochs) wird ein Spiegel montiert, der die Geschehnisse in der Küche reflektiert und den Kochbereich mit zusätzlichem Licht versorgt. Der Koch hat dann nicht nur das Kochgut, sondern auch die gesamte Umgebung visuell im Griff. Das kann sich umgekehrt sogar günstig auf Menschen auswirken, die sich in der (Wohn-)Küche aufhalten: Sie können dann sozusagen um die Ecke herum verfolgen, was am Herd geschieht und sich umso mehr auf das freuen, was auf sie zukommen wird.

Eine andere, einfachere Lösung besteht darin, im Türbereich ein kleines Wind- oder Glockenspiel zu montieren, das einige Töne von sich gibt, wenn sich die Tür bewegt und jemand die Küche betritt. Ist die Gefahr ausgeschlossen, dass der Koch erschreckt werden könnte, verdient dies durchaus auch aus dem Blickwinkel der Unfallverhütung eine positive Bewertung: Wer mit heissem Wasser oder Öl hantiert, darf keinesfalls zu Schreckreaktionen veranlasst werden.

Im Feng Shui geht es in erster Linie darum, dass die Energien (die Lebensenergie, das Qi oder Chi) richtig fliessen. Berücksichtigt man den richtigen Energiefluss, findet man immer wieder zu erstaunlich sinnvollen Lösungen; günstige Strömungen verbessern die Harmonie im Haus und auch im Freien. So sollte die Küche am besten im Südosten oder Osten des Hauses positioniert sein, damit sie möglichst früh vom Tageslicht aufgeladen (energetisiert) und damit zum idealen Raum zur Einnahme des Frühstücks wird.

Der Kochherd ist ein Mittel, um diese Lebensenergie in Schwung zu bringen: Wer in ein Haus oder in eine Wohnung einzieht, sollte auf dem Herd einen grossen Topf mit Wasser zum Kochen und Dampfen bringen – am besten über der offenen Flamme (Holz oder Gas). Die alten Chinesen haben dem Wasser ohnehin eine ganz besondere Bedeutung und Kraft zuerkannt – und wer wollte das bestreiten! Mit dem kochenden Wasser markieren sie die Ankunft und die Inbesitznahme.

Vielleicht wiederholt sich jedes Mal etwas von diesem Ritaual, wenn ein Mensch mit Hingabe für sich und seine Angehörigen Töpfe zum Dampfen bringt: Da wird Präsenz markiert, und wer kocht, ist der Meister, der einen grossen und wichtigen Einfluss ausübt. Man sollte ihn bei bester Laune halten, und er darf keinesfalls beunruhigt werden.

Walter Hess

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