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BLOG vom 03.09.2005


Weisse, schwarze, intelligente Schafe, nur keine dummen

Autor: Heinz Scholz

„Du dummes Schaf“ oder „Du blödes Schaf“ hörte ich früher des Öfteren, wenn die Schuljungs ein Mädchen beleidigen wollten. Etwas später hörte ich vom „schwarzen Schaf“. Darunter versteht man einen Menschen, der im Rahmen einer Familie wegen seiner extravaganten oder unsittlichen Haltung oder anderweitig aus dem Rahmen fällt. Auch unter den Prominenten gibt es so manch ein schwarzes Schaf. So wurden beispielsweise vor nicht allzu langer Zeit ein Präsident und ein schlagkräftiger Angehöriger einer Adelsfamilie so bezeichnet (ich möchte mit Absicht keine Namen nennen, da es sich um prozessfreudige Kerle handelt, wie die Vergangenheit ja gelehrt hat. Aber die Namen kennt wohl ohnehin jeder!).

Schwarze Schafe gibt es überall, sogar in der katholischen Kirche. Telepolis (www.heise.de) brachte im Internet am 15. August 2005 kurz vor Eröffnung des XX. Weltkirchentags in Köln einen Bericht mit dem Titel „800 000 Katholiken und ein paar schwarze Schafe“. Es wurden nämlich einige Kritiker ausgeladen, und die gelten ja in der katholischen Kirche keinesfalls als weisse Schafe. Auf der anderen Seite behaupten Kirchengegner, es gebe auch unter der Priesterschaft schwarze Schafe. Besonders solche, die sich an Jungs vergreifen oder mit der Haushälterin eine Liaison eingehen (eine Liaison wird oft toleriert). Das schwarze Schaf kann ja beichten, und dann ist es wieder weiss. 

Auf meinen Wanderungen – wie kürzlich im Aargauer Jura und im Schwarzwald – sehe ich immer wieder Schafe, die als lebende Rasenmäher die schwierigsten Hänge erklimmen und nach landwirtschaftlicher Betrachtungsweise für „Ordnung“ sorgen. Darunter gibt es immer wieder ein schwarzes Schaf. Die sterben wohl nie aus. Schliesslich ist das schwarze Schaf im tierischen Sinne ein genauso vollwertiges und intelligentes Wesen wie ein weisses oder braunes. Beim Menschen scheint dies anders zu sein (siehe oben). 

Ferdinand Linsbod (www.igv.at/de/id/474/news.details.aspx) aus Nussbach (Österreich) setzt schon lange mit Erfolg Shropshire-Schafe beim „Rasenmähen“ und gegen die Mäuseplage ein. Er besitzt einen Obstgarten mit 700 Apfel- und Birnenbäumen, 80 Nussbäumen und Christbaumkulturen. Die Schafe, die er jetzt auch selber züchtet und verkauft, sind so intelligent, dass sie nur das Gras fressen und die Bäume in Ruhe lassen. Die Schafe haben auch die Mäuse vertrieben. „Die Schafe haben ihnen dauernd die Gänge zusammengetreten. Das ist den Mäusen irgendwann zu blöd geworden und sie sind ausgewandert“, weiss der findige Landwirt zu berichten. 

Wie sieht es eigentlich mit der Intelligenz von Schafen aus? Nach neuesten Erkenntnissen australischer Forscher sind Schafe schlauer als der Volksmund glaubt. Hätte man das früher gewusst, hätten die Mädchen den Jungs damals gehörig den Kopf gewaschen und sagen können: „Aber die sind intelligenter als ihr!“ 

Nun zum Intelligenztest: 60 Merinoschafe wurden immer wieder in ein Labyrinth geschickt. Schon nach 3 Tagen fanden Sie den Ausgang wesentlich schneller. Nach 6 Wochen wurde der Test wiederholt – und siehe da: Die Schafe erinnerten sich an den richtigen Weg. „Schafe haben Verstand“, berichtete Focus Online am 30. August 2005, als weitere Ergebnisse der Studie bekannt wurden. Um festzustellen, ob die Schafe die Aufgabe mit ihrem Instinkt oder Gedächtnis meisterten, bekamen die Paarhufer eine Substanz, die ihr Gehirn umnebelte bzw. ihr Gedächtnis trübte. Diese Tiere schnitten im Test schlechter ab als solche, die kein Medikament bekamen. Die Studie hatte einen praktischen Hintergrund. Es sollte nämlich herausgefunden werden, welche Schafzüchtungen sich durch besondere Intelligenz auszeichnen. „Schlaue Schafe kommen mit neuen Systemen (in hoch technisierten Höfen) leichter zurecht“, so die Forscherin Caroline Lee. Wenn sie könnten, würden die Schafe ausbüxen und ein freies Leben führen oder sich im nächsten Test dumm stellen. 

Eine weitere Meldung kommt aus Schottland. Dort haben Schafe gelernt, in den Boden eingelassene Metallgitter zu überwinden. Sie legen sich auf den Boden und rollen über das für Paarhufer sonst unüberwindliche Gitter. Dies ist kein Aprilscherz. „Ich habe gesehen, wie sie das machen, und sie stellen sich ziemlich schlau an“, betonte das Gemeinderatsmitglied Dorothy Lindley der Zeitung „The Guardian“ und dem Radiosender BBC. Und was taten die schlauen Schafe: Sie grasten ein Cricket-Spielfeld und einen Friedhof ab. Dort gab es wohl die saftigsten Gräser. 

Es wurde auch beobachtet, dass Schafe 1,5 Meter hohe Zäune überwanden und sich durch 20 Zentimeter grosse Löcher zwängten. 

Ein Sprecher der britischen Schafgesellschaft äusserte Folgendes: „Schafe sind ziemlich intelligente Wesen und haben mehr im Kopf als die Leute glauben.“ Ich wollte schon schreiben „... haben mehr im Kopf als manche Leute“. Erst bei einer genaueren Überprüfung des Zitats im „Stern“ (www.stern.de) stellte ich das richtig. Aber anders herum, wäre die Äusserung durchaus angebracht gewesen, vor allem, wenn man das unsinnige Verhalten bestimmter schwarzer Schafe (Personen) beobachtet.

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