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BLOG vom 27.11.2005


Schwarz und weiss: Doppeltes Buben-Glück in Liestal
Autorin: Lislott Pfaff
 
Schwarz und weiss sind die Farben der Tasten des Klaviers. Schwarz ist die Schrift auf dem weissen Papier, schwarz und weiss sind das Schachbrett und seine Figuren. Sie tut dem Auge wohl, diese Farbkombination.
 
Heute aber sah ich Schwarz und Weiss in einer besonders gelungenen Zusammenstellung: Bei 2 Lausbuben, einem schwarz- und einem weisshäutigen. Sie waren wohl etwa 7, 8 Jahre alt und strolchten strahlend, glücklich lachend, die Schulranzen am Rücken, die Liestaler Rathausstrasse hinunter. Glücklich lachend vielleicht, weil die Schule aus war oder einfach, weil sie zusammen alles, was ihnen einfallen würde, unternehmen konnten. Niemand war diesem doppelten Glück gewachsen. Der Schwarzhäutige war grösser als der Weisshäutige und legte beim Gehen schützend den Arm um den Kleineren. Dabei lachten die beiden immer noch, und ich – ich beneidete sie …
 
…beneidete sie um ihre Unbeschwertheit, um ihre Kameradschaft, um ihre Solidarität. Während ihrer vorbehaltlosen Zweisamkeit lag die ganze Welt zu ihren Füssen. Sie waren Freunde, Kameraden, Gleichgesinnte, sie wussten nichts von Demokratie oder Autokratie, von roten oder grünen Parteien. Das alles konnte sie nicht berühren, denn sie lebten in einer anderen, in ihrer Welt, in der sie sich von nichts stören liessen. In dieser Welt war alles möglich, sie konnten den Erwachsenen Streiche spielen, sie konnten ihr Städtchen durchstreifen und grosse Geheimnisse auskundschaften; alle Möglichkeiten standen ihnen offen. Deshalb strahlten sie und waren glücklich und lachten.
 
Im Gesicht des Schwarzhäutigen leuchteten die Zähne ein wenig weisser als bei seinem Freund, dafür leuchteten bei diesem die blauen Augen etwas intensiver. Es gab keine Konkurrenz zwischen den beiden, sie gefielen sich gegenseitig so, wie sie waren, jeder in seiner Art, der Eine grösser, muskulöser, der Andere schmächtiger, feiner. Sie ergänzten sich in ihrer Hautfarbe, in ihrer Konstitution, vielleicht auch in ihrem Charakter.
 
Weshalb können wir nicht so bleiben, wir Erwachsenen, wie diese beiden glücklichen Buben?
 
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