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BLOG vom 21.07.2006


Im Quartier Abbesses in Paris: Das Karussell des Lebens
Autorin: Rita Lorenzetti
 
Das Quartier Abbesses am Montmartrehügel gibt mir einen dörflichen Eindruck. Die verschiedenen Quartierläden mit den typisch französischen Qualitätsprodukten wie Fisch, Fleisch, Eier, Milch, Brote und Kuchen und die Gemüse in den offenen Nischenläden regen mich zum Kochen an.
 
Für Mena ist es die Manège am Place des Abbesses, das Karussell, das speziell interessant ist. Und wieder imponiert mir die Post, meine Lieblingsinstitution, die auch daneben steht. Die Metrostation mit den Schmiedeisenarbeiten im Jugendstil ist vielen Touristen von den Prospekten bekannt. Und an diesem Platz gestalten auch alte Bäume mit.
 
Der Name Abbesses übersetze ich mit Äbtissinnen. Gerne würde ich wissen, welche Rollen diese Frauen in längst vergangener Zeit hier gespielt haben.
 
Zu diesem Platz, an dem ich täglich vorbei komme, gehört die Quartierkirche St. Jean. Ein eigenwilliger Backsteinbau aus der Moderne. Die junge Familie wohnt direkt hinter ihm. So höre ich in der Küche den Stundenschlag und zu gewissen Zeiten auch das Geläut oder ein Glockenspiel, das mich ans Mittelalter mahnt. Da waren die Klöster das Vorbild für Arbeit und Gebet. Jene, die das mühsame Leben einfacher Menschen leben mussten und noch keine Uhr besassen, orientierten sich an diesen Klängen von den Kirchtürmen, damit sie sich an ihrem Arbeitsort mit dem Gebet der Mönche oder Nonnen verbinden konnten.
 
Diese Zeiten sind vorbei. Und doch läutern die Glocken auch heute noch an vielen Orten. Und sie rühren die Seele in den tiefen Schichten an. Sie verweisen auf etwas über uns, das die Schicksale in Händen hält. Daran denke ich jetzt ganz besonders, weil unsere Tochter in den Wehen liegt und wir hoffen, dass sie die Geburt normal erleben und das Kind gesund auf die Welt kommen darf. Wir müssen zwar unser Leben leben, wie wenn es nur auf uns ankäme, uns anstregen und unseren Verstand einsetzen und doch auch akzeptieren, dass uns das Gelingen nur geschenkt werden kann.
 
Hinweis auf die vorangegangenen Paris-Blogs von Rita Lorenzetti
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