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BLOG vom 28.06.2007


Diebstähle (2): Räuberischer Opa mit lilafarbenem Fahrrad
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
Ab und zu hört man von Räuberopas, die Banküberfälle machen, um ihre karge Rente etwas aufzubessern. Die neueste Episode aus dem einschlägigen Räuberunwesen stammt aus München. Dort hält ein 70-jähriger Opa seit 2 Jahren die Münchner Polizei zum Narren. Er fährt immer auf einem lilafarbenen Fahrrad und im karamelfarbenen Anorak zu Supermärkten und Banken, um diese auszurauben. Zur Tarnung trägt er eine altmodische Brille und einen Schlapphut. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, zückt er einen Trommelrevolver. Er stellt sich immer brav in die Schlange der Kunden und fordert an der Kasse in aller Seelenruhe Geld. Wenn das Geld nicht gleich übergeben wird, schiesst er mit seinem Revolver in die Decke. Laut www.focus.de hat der Opa seit Herbst 2004 insgesamt 9 Mal zugeschlagen und dabei 30 000 Euro erbeutet.
 
Der Kriminalkommissar Hans Urban ist überzeugt, dass er wieder kommen wird. Er betonte ausdrücklich, dass der Opa kein Grufti und kein Tattergreis, sondern gefährlich sei. Die Fahndung läuft auf Hochtouren. Es wurden sogar Altenheime nach dem „Schiesser“, wie der Täter genannt wird, abgesucht.
 
Dazu ein Kommentar. Paul Werner schrieb an „focus“: „Bei der Höhe der Rente ist das ja kein Wunder. Im Monat 26,13 Euro pro Arbeitsjahr (Durchschnitt) ergibt nicht wirklich einen Betrag, von dem man seinen Lebensabend geniessen kann.“
 
Dümmer als die Polizei erlaubt
Es gibt unter den Dieben Profis und Möchtegern-Einbrecher. Manchmal sind die Einbrecher so ungeschickt, dass man dies kaum glauben kann. So lese ich immer wieder, dass Diebe versuchen, Geldautomaten aufzubrechen. In vielen Fällen gelingt das nicht. Die Automaten bleiben zerstört zurück, aber die Gangster konnten diesen widerspenstigen Geräten keinen einzigen Schein entlocken.
 
In Mönchengladbach D hatte die Polizei leichtes Spiel, einen Einbrecher zu fangen. Der verhinderte Dieb wollte nämlich mit seiner EC-Karte eine Wohnungstür öffnen. Dabei brach die Karte entzwei, und die eine Hälfte von ihr blieb stecken. Auf diesem Teilstück war der Name des Besitzers aufgedruckt. Es handelte sich um einen 27-jährigen Drogenabhängigen, der im selben Haus wohnte. Da hatte einer also gleich seine Visitenkarte hinterlassen.
 
Ein Einbrecher und eine Komplizin brachen in ein Zürcher Fitness-Center ein. Die Räume waren jedoch gesichert. Der Geschäftsführer wurde alarmiert. Um sich zu vergewissern, ob nicht Putzfrauen den Alarm ausgelöst hatten, rief er dort an. Der Einbrecher ging ans Telefon und meldete sich. Das dumme Einbrecherpaar mit den viel zu guten Nerven liess sich jedoch nicht stören, bis die Polizei kam, aber „ohne telefonische Voranmeldung“, wie dpa am 31. August 2006 berichtete.
 
Grossherzigkeit der Räuber
Immer wieder werden Opferstöcke ausgeraubt oder Kunstgegenstände aus Kirchen entwendet. Die Diebe schrecken vor nichts mehr zurück. Erweist sich beispielsweise das Schloss eines Opferstocks als widerstandsfähig, wird einfach der ganze Sammelbehälter mitgenommen, wie dies kürzlich in Augsburg geschah. In einer Kirche klauten Diebe den über einen Meter hohen Opferstock.
 
Aber es gibt auch Diebe, die hinterher Gewissensbisse bekommen, wie das folgende Beispiel zeigt: Als eine Woche vor Weihnachten 2006 nicht weniger als 171 Krippenfiguren (18. Jahrhundert) aus einem Gewölbe der Kirche San Nicola alla Caritá in der Altstadt von Neapel geraubt worden waren, war der Pfarrer Don Mario Rega in Tränen aufgelöst. Die 30 bis 40 cm grossen Figuren haben einen erheblichen materiellen und ideellen Wert. Der Pfarrer redete den Dieben ins Gewissen: „Wenn diese Räuber Christen sind, werden sie auf den Ruf eines armen Priesters hören: Gebt diese Figuren zurück – nicht weil sie so wertvoll sind, sondern weil sie Tausenden armen Kindern dieser Stadt Freude bereiten.“
 
Am Freitag vor Weihnachten tauchten die Figuren auf wunderbare Weise wieder auf. Sorgfältig in Schachteln verpackt, lagen sie in der offenen Landschaft. Nur die Pucinella-Figur (der Hanswurst des neapolitanischen Volkstheaters) fehlte. Der Priester zeigte sich überzeugt, dass hier der Herrgott seine gütigen Hände im Spiele hatte. Grosszügig war auch der Pfarrer: Er vergab den Räubern diesen Fehltritt.
Quelle: „Räuber geben Beute zurück“ von Stefan Ulrich, Online-Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“, 29. Dezember 2006.
 
Gewissensbisse bekam auch ein Täter, der aus einer Poststelle in Maroldsweisach D 3000 Euro und einige Sparbücher kurz vor Weihnachten raubte. Er warf einige Tage später die Beute in den Briefkasten des Ortspfarrers. Dieser freute sich über die „Spende“, musste sie aber bald bei der Polizei abliefern.
 
Dieb mit Milchreis überschüttet
Laut einer Meldung von sda vom 27.12.2006 betrat in Basel kurz vor der Mittagspause ein Räuber ein Lebensmittelgeschäft. Er zückte ein Messer und wollte hinter die Kasse gehen. Der Ladenbesitzer wehrte sich jedoch auf originelle Weise: Er schleuderte dem Dieb eine Packung Milchreis auf den Kopf. Die Packung platzte auf, und der mit Reis überschüttete Mann verliess fluchtartig das Geschäft.
 
In Kleinbasel sprach um 2.30 Uhr kurz nach Weihnachten 2006 ein Unbekannter einen 20-Jährigen an. Er wollte kurz das Mobiltelefon benutzen. Der hilfsbereite Mann sagte zu. Plötzlich tauchten 2 Komplizen auf und knöpften ihm nach einer Bedrohung mit dem Messer Bargeld ab (sda, 27.12.2006).
 
Eine Pinkelpause mit Folgen
Die folgende Geschichte ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten: Da radelte doch ein Mountainbikefahrer von Steinen (Kreis Lörrach) in Richtung Weitenau auf dem Fahrradweg. Plötzlich überkam ihn ein menschliches Bedürfnis. Er verspürte einen Harndrang. Er stellte sein Fahrrad ab und verrichtete die Notdurft im angrenzenden Wald. Er hörte, wie ein Fahrzeug angefahren kam, die Tür geöffnet und wieder verschlossen wurde, dann brauste es davon. Als der erleichterte Mann wieder aus dem Wald trat, bemerkte er, dass sein Fahrrad nicht mehr da war. Da hatte doch ein dreister Dieb sein Fahrrad geklaut. Es war eine teure Pinkelpause.
 
Fazit der Geschichte: Gehe niemals ohne Dein Fahrrad zum Pinkeln in den Wald.
Quelle: „Badische Zeitung“, 25. August 2006.
 
Weitere Tricks
Immer wieder fallen Leute auf den Wechseltrick herein. So geschehen in Bad Säckingen D: Ein Rentner wurde von einem etwa 25-Jährigen angesprochen, ob er ihm einen Euro wechseln könne. Der hilfsbereite Rentner zückte seine Geldbörse und der Dieb schaute selbst hinein und holte Wechselgeld heraus. Als der Rentner später in seinen Geldbeutel sah, waren alle seine Scheine weg. 130 Euro hatte der Trickdieb mitgenommen.
 
In Freiburg fragten 2 Männer einen 75-Jährigen nach einer Strasse. Sie hielten ihm einen Stadtplan unter die Nase. Als der Mann bemerkte, dass es sich um gar keinen Plan von Freiburg handelte, flüchteten die Männer. Später bemerkte der Betagte, dass seine Geldbörse aus der Jackentasche verschwunden war.
Quelle: „Badische Zeitung“ vom 31. August 2006.
 
Er wollte den Dieb fangen
Jeder von uns kennt „Originale“, die in Firmen ihr Unwesen treiben. Ich erinnere mich an einen solchen Typen, der in meiner damaligen Lehrfirma (Zementfirma Merker in Harburg D) als ein nicht besonders intelligenter Mensch bekannt war. Während einer Betriebsversammlung beschwerte er sich, dass aus seinem Spind ein Geldbetrag abhanden gekommen war und es keine Ehrlichkeit mehr unter den Menschen gebe. Der Dieb konnte nie gefasst werden. Nun griff der Bestohlene zur Selbsthilfe. Er deponierte wieder einige Geldscheine in den Spind und legte sich auf die Lauer. Als er bald darauf den Spind öffnete, fehlte das Geld schon wieder. Anlässlich einer weiteren Betriebsversammlung brachte der Bestohlene den Vorfall erneut vor. Der Betriebsratsvorsitzende erklärte daraufhin, man könne doch nicht so dumm sein und mögliche Diebe zum Klauen einladen. Er liess kein Donnerwetter gegen den Dieb los, nein, er appellierte an die Mitarbeiter, sie sollten doch in Zukunft kein Geld in den Spind legen.
 
Diebstahl von geistigem Eigentum
1981 wunderte ich mich, als ich eine Ausgabe der „Deutschen Apotheker Zeitung“ aufschlug und einen von mir verfassten Artikel über Ginseng, der vorher in der Zeitschrift „kosmos“ publiziert worden war, wiederfand. Ein Apotheker hatte diesen Aufsatz unter seinem Namen veröffentlicht. Der Abschreiber wurde daraufhin von mir kontaktiert, und ich bat um Aufklärung. Der Plagiator schrieb völlig zerknirscht, seine Mitarbeiterin habe den Artikel abgeschrieben und diesen ihm vorgelegt. Er habe den Text dann verarbeitet. Ferner schrieb er: „Ich darf aber doch wohl davon ausgehen, dass Sie mich nicht für so naiv oder dumm halten, einen fremden Artikel aus einer bekannten Zeitschrift einfach abzuschreiben! Das wäre der Gipfel! Andererseits war ich leichtsinnig genug – dies ist der Vorwurf, den ich mir mache und der Fehler, den ich auf das lebhafteste bedaure – das in meinem Besitz befindliche Schriftstück unbesehen übernommen und verarbeitet zu haben.“ Er fügte bei, dies sei seine erste Panne gewesen, und er zeigte sich gewillt, sie auch zur letzten werden zu lassen.
 
Aber das Honorar hat er stillschweigend eingesackt. So ein Schlingel. Mein Fehler war, dass ich nichts weiter gegen den Dieb von geistigem Eigentum unternommen habe.
 
Ein anderes Mal verteilte ein Hersteller eines Brottrunks ohne meine Genehmigung in diversen Geschäften von D einen Sonderdruck mit meinem Artikel über dieses Mittel. Als ich reklamierte, war der Unternehmer der Ansicht, er hätte die Genehmigung von der Redaktion bekommen, in dem der Aufsatz publiziert wurde. Dies stimmte natürlich nicht. Der reiche Hersteller liess sich keineswegs herab, dem „armen Schlucker“, sprich Autor, ein Honorar zu zahlen.
 
Auch Walter Hess hatte Schwierigkeiten mit einer Dame, die auf ihrer Hompage einfach die Geschäftsbedingungen vom Textatelier.com abgekupfert hatte. Nach Reklamation von Walter Hess löschte die Unverfrorene ihre Webseite www.textatelier-et.de. Eine Entschuldigung wurde ihrerseits nie ausgesprochen. Eine Anwältin unterstützte sie noch nach Leibeskräften und mit rabulistischen Argumenten.
 
Auch mein Blog „Die Pharmaindustrie jubelt im Land der Pillenschlucker“ vom 11. Juni 2006 wurde von einem Politiker einer kleinen Partei einfach übernommen, ohne den Namen des Autors zu nennen. Eine Reklamation blieb unbeantwortet. Dies zeigt wiederum, wie frech Leute Arbeiten aus dem Internet übernehmen.
 
Walter Hess hat ebenfalls eine Leseranfrage bezüglich Missbrauch von Texten in der Arbeit „Missbrauch des Internet-Materials“ ausführlich beantwortet. Er schrieb u.a. Folgendes:
„Werden ganze Texte oder auch grössere Passagen kopiert und unter einem fremden Namen publiziert, handelt es sich um Plagiate, um einen Diebstahl geistigen Eigentums also, der geahndet werden kann… Schon Wolfgang von Goethe hat sich über das Plagiatwesen empört.“ Werden aber Textstellen in einem vernünftigen Rahmen übernommen und mit korrekten Quellenangaben versehen, wie auch in diesem Blog geschehen, ist dagegen nichts einzuwenden. Manchmal ist es auch eine Ehre, zitiert zu werden. Auch wissenschaftliche Werke strotzen vor Zitaten. Ist die Quellenangabe ausführlich und korrekt, kann das sogar zu einer Werbung für den Autor oder für ein Publikationsorgan werden. So ehrt doch jedes Goethe- oder Baschnonga-Zitieren diese Meister.
 
Am 17. Juni 2007 berichtete die Online-Ausgabe von „Bild“ (www.bild.t-online.de) über einen Datenmissbrauch. Die 17-jährige Lara Coton aus England stellte vor 3 Jahren ein Urlaubsfoto ins Internet. Nun entdeckte die junge Frau das Foto auf dem Cover der Porno-DVD „Body Magic“. Die Firma hatte, ohne das Einverständnis einzuholen, das Bild einfach verwendet.
 
Das ist beileibe kein Einzelfall. Köpfe werden auf Pornoseiten montiert, Kinder in Badehosen von Pädophilen in Foren gestellt usw. Die Fotodiebe werden besonders auf den Seiten von Ebay, Flickr oder MySpace fündig. „Der Bilderklau bei Ebay, in Webshops und aus Internet-Foren ist fast zu einem Volkssport geworden“, sagte Frank Weyermann von FixProtect.
 
Aus diesen Gründen sollte man Privatfotos besser nicht ins Internet stellen.
 
Hinweis auf das vorangegangene Blog über Diebstähle
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