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BLOG vom 10.10.2007


Verspotteter US-Präsident Bush und Stoibers Stammeleien
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
George Walker Bush, geboren am 6. Juli 1946 in New Haven (Connecticut), 43. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, hat es schwer. Überall wird er verspottet und als nicht sehr intelligent hingestellt. Obwohl er viel einstecken muss, hat er ein ungeheures Selbstwertgefühl. Wahrscheinlich flüstert ihm seine Frau Laura laufend zu: „Du bist der Grösste!“ oder „Deine Entscheidungen waren richtig!“ Auch die Aussenministerin Condoleeza Rice oder andere Regierungsmitglieder dürften ihm ab und zu die Stange halten und ihn hochleben lassen.
 
Aber es gibt jede Menge Gegner, so unter anderem Michael Moore, der in seinen Filmen auch den Präsidenten schlecht aussehen liess. Nachdem der Film „Fahrenheit 9/11“ gesendet wurde, erhielt Bush als schlechtester Hauptdarsteller – er war in Archivaufnahmen im Film zu sehen – die Goldene Himbeere der Golden Raspberry Award Foundation. Laura Bush würde sich vielleicht ob dieser seltsamen Auszeichnung nicht zurückhalten und ihren Mann mit folgenden Worten aufrichten: „Der Moore hat doch keine Ahnung, was ein guter Schauspieler ist. Du bist der Grösste.“
 
Manchmal hatte Bush seltsame Auftritte. Er rang nach Worten und schwankte. Da glaubten wohl alle, er sei alkoholumsäuselt zum Rednerpult gelaufen. Weit gefehlt. Ihm wurde zwar 1976 in Maine wegen Trunkenheit am Steuer der Führerschein befristet entzogen. Dann trat in seinem Leben eine Wandlung ein. Der ehemalige Anglikaner wurde Methodist. Als wiedergeborener Christ darf er keinen Tropfen Alkohol mehr trinken. Seine Frau wird hier streng wachen. Sie ist ja auch Methodistin. Immer wieder frage ich mich, warum so ein gläubiger Mensch Kriege führen muss.
 
Der Bush-Traum
Vor einiger Zeit erschien mir in einem Traum der US-Präsident. Zum Glück hatte nicht ich einen Alptraum, sondern George W. Bush. Im Traum von Bush erschienen so nach und nach getötete US-Soldaten, die mit schmerzverzerrten Fratzen ihn anklagten und ihm zuriefen: „Jeder Einzelne wird Dich in Deinen Träumen piesacken!“ Laura Bush bemerkte wirre Aufschreie von Bush, der dann schweissgebadet aufwachte. Er erzählte von seinem Traum – und was tat Laura? Sie tröstete ihn und bemerkte: „Du hast keine Schuld. Schuld sind die Terroristen, die das World-Trade-Center zerstörten und immer wieder Selbstmordanschläge in vielen Ländern verursachen. Bete zu Gott und schlafe wieder ruhig ein. Du bist der Grösste.“ Dann murmelte sie etwas von „Träume sind Schäume“. Ihr lieber George beruhigte sich und versank dann wieder in Morpheus Armen. Weiteres konnte ich nicht sehen, da auch ich aufwachte und mich nur so wunderte. Solche Träume kommen nicht von ungefähr, sondern weil man sich mit bestimmten Personen und Ereignissen zu intensiv beschäftigt.
 
Nun möchte ich einige handfestere Begebenheiten über Bush, die in der letzten Zeit bekannt wurden, vorstellen.
 
Tritt in den Hintern
Laut einer dpa-Meldung vom 24.02.2007 hat sich der britische Künstler Mark McGowan als George W. Bush verkleidet. Er stellte sich in New York an einem belebten Platz auf und forderte Passanten auf, ihn in den Hintern zu treten. Sie dürften mit voller Inbrunst ihren Frust loswerden. Es waren nicht wenige, die dem Künstler zu Willen waren und ihm sicherlich einen roten Hintern bescherten. Einer der ersten, die zutraten, war ein frustrierter New Yorker Polizist.
 
Bush wurde nicht begrüsst
George W. Bush, der anlässlich des Apec-Gipfels der Pazifikländer Anfang September 2007 nach Australien reiste, wurde vom australischen Premierminister John Howard nicht begrüsst. Er hatte Wichtigeres zu tun. Er zog es vor, zu einer Rugbygala zu gehen. Er bezeichnete angeblich den Präsidenten als guten Freund. „Ich musste aber Prioritäten setzen“, war seine vorgetragene Entschuldigung. Howard wollte wohl durch die Anwesenheit bei der Rugbygala seine Beliebtheit steigern, da Parlamentswahlen vor der Tür standen. Und er wollte mit dem US-Präsidenten nicht vorlieb nehmen, da dieser in den Augen der meisten Australier als schlechtester Präsident gilt.
 
Bush war dann beim Gipfel so durcheinander (vielleicht auch, weil seine Frau wegen einer Krankheit zu Hause bleiben musste), dass er das „A“ mit dem „O“ verwechselte. Das kann ja schon mal vorkommen, oder? Er sprach nicht von der Apec, sondern von der Opec, der Organisation Erdöl exportierender Länder. Nach einer Pause, bemerkte er seinen Lapsus und korrigierte das Ausgesprochene. Das Publikum lachte (aber nicht so laut, dass der Saal dröhnte).
 
Auch hatte Bush Probleme mit Österreich (Austria) und Australien (Australia). Er sprach von einem Besuch des australischen Premierministers im Irak, um die „austrian“ Truppen zu besuchen. Er wollte nämlich von „australian“ Soldaten sprechen.
 
Ex-Präsident machte sich lustig
Der frühere mexikanische Präsident Vicente Fox liess in seinen Memoiren „Revolution der Hoffnung“ kein gutes Haar an Bush. Er äusserte sich so: „Er war schlicht der grossspurigste Kerl, den ich je in meinem Leben getroffen habe.“ Fox bezeichnete den US-Präsidenten als „Windschutzscheiben-Cowboy“, eine Bezeichnung für einen Rancher, der sich wohler im Auto fühlt als auf einem Pferd. Er habe anlässlich eines Besuchs auf der Ranch von Bush gemerkt, dass er keine Pferde mag, „weil sie nicht einfach so anhalten, wenn man auf die Bremse tritt“.
 
Der Autor versprühte nicht nur Häme gegen Bush, sondern auch auf den venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez. Er regte sich über die Redeschwälle anlässlich eines Amerika-Gipfels auf. „Für andere Präsidenten ist es an der Zeit, Wasser und Kekse zu holen und sich auf dem Flur den wirklich ernsten Angelegenheiten zu widmen.“
 
Er erwähnt auch eine seltsame Angewohnheit des kubanischen Staatschef Fidel Castro. Immer wenn er beim Essen 2 Bissen verdrückt hatte, zog er sich ständig an den Ohren.
 
Die dümmsten Menschen der Welt
Jedes Jahr werden in Kanada die „World Stupidity Awards“ verliehen. 2006 wurden George W. Bush, Dick Cheney, die Ölindustrie und ein Richter ausgezeichnet. Es sind internationale Leistungen im Bereich Ignoranz und Dummheit. Die Preisträger waren nicht anwesend. Die Begründungen der Jury waren Folgende:
 
Donald Thompson, US-Richter, befriedigte sich während mindestens 3 Verhandlungen unter seinem Richterpult mit Hilfe einer Penispumpe.
 
Dick Cheney erhielt die Auszeichnung, weil er während einer Wachteljagd den Freund Harry Whittington versehentlich anschoss.
 
George W. Bush wurde ausgezeichnet, weil der das dümmste Statement von sich gab. Bei einer Rede zum Jahrestag des Hurrikans Katrina sagte er: „Brownie, du machst einen tollen Job.“
 
Die Ölindustrie wurde für die „hemmungsloseste Gefährdung des Planeten“ ausgezeichnet.
 
Zum dümmsten Film des Jahres wurde „Basic Instinct 2“ gewählt.
 
 
Schüler darf US-Präsidenten verspotten
Als der US-Schüler Zachary Guiles, 13, mit einem T-Shirt, das mit einer Karikatur von George W. Bush als Huhn, bedröhnt mit Alkohol und Kokain, bedruckt war, in die Schule ging, musste er die Abbildung teilweise verdecken. Wie „Spiegel Online“ am 31. 08.2006 berichtete, klagte der Schüler erfolgreich. Die Richter verwiesen auf die Meinungsfreiheit. Die Schule habe auf das in der Verfassung garantierte Recht der Meinungsfreiheit („Freedom of speech“) verstossen.
 
Das Bush-Bashing scheint überaus beliebt zu sein. Solche oder ähnliche T-Shirts werden bei Anti-Kriegs-Demonstrationen getragen. Auch in Kanada wurde der US-Präsident in mehreren Werbekampagnen veralbert.
 
Der 16-jährige Bretton Barber wurde 2003 von der Schule geschickt, weil er ein Anti-Bush-T-Shirt mit der Aufschrift „International Terrorist“ trug. Auch hier verwies ein Richter auf das Recht auf Meinungsfreiheit. Der Rauswurf war nicht zulässig. „Nichts deutet darauf hin, dass das T-Shirt irgendeine Störung oder einen Aufruhr verursacht hat“, erklärte der Richter Patrick J. Duggan vom Bundesgericht.
 
Probleme mit merkwürdigen Namen
Bush hat so seine Probleme mit der Aussprache von merkwürdigen Namen. Er weiss sich dann nur mit englischer Lautschrift zu helfen (seine Mitarbeiter schreiben dies immer auf!). Auf seinem Manuskript für eine Rede vor der Uno-Generalversammlung stand beispielsweise bei Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy „sar-KO-zee“. Hervorgehobene Silben werden in Grossbuchstaben geschrieben. Weitere Beispiele: Beim afrikanischen Land Mauretanien stand „moor-EH-tain-ee-a“ und die Ex-Sowjetrepublik Kirgistan wurde zu „KEYR-geez-stan“.
 
All dies wurde jetzt bekannt, weil seine Rede versehentlich ins Internet gestellt wurde. Als Mitarbeiter dies entdeckten, wurde das Dokument sofort entfernt. Wie flo/AFP am 26. 09.2007 berichtete, fiel Bush immer wieder durch merkwürdige Versprecher und Wortverdrehungen auf.
Laura Bush würde wohl sagen: „Bei mir verdreht er nichts. Er redet ganz normal.“
 
Stoibers Stammlereien
Auch in Deutschland kommt so mancher Politiker ins Blickfeld von Karikaturisten und Kabarettisten. Der ehemalige Ministerpräsident (1993–2007) des Freistaats Bayern und CSU-Chef (1999–2007) Edmund Stoiber erlangte durch seine „Ähs“ in den Reden und seine Stammeleien grösste Aufmerksamkeit. Nun bedauern besonders die Kabarettisten wie die bayerische Musik- und Kabarettgruppe Biermösl Blosn den Abschied Stoibers. Er sei ein schwerer Verlust für den gesamtdeutschen Humor, wenn seine Reden nicht mehr gehalten werden. Hansi Well, Mitglied der genannten Gruppe, bemerkte im Bayerischen Rundfunk: „Mein Lieblingssatz ist dieser wunderschöne Satz: Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
 
Weitere legendäre Versprechungen waren: „Blumen hinrichten“, ein „Gläschen Sekt aufmachen“ sowie der „gludernde Lot“ und „Wenn Sie in den Bahnhof einsteigen“. Die ARD-Talkmasterin Sabine Christiansen sprach er mit „Frau Merkel“ an. Als er am 27.09.2007 in der Talkshow von Maybrit Illner auftrat, gelang es ihr, ihm einen Versprecher zu entlocken. Auf die Frage „Wie werden Sie angesprochen, wenn Sie nicht mehr Ministerpräsident sind?“ antwortete Stoiber: „Herr Stoiber, genauso wie Sie.“
 
Die Online-Ausgabe der FAZ (www.faz.net) zitierte Stoiber am 27.09.2007 in einem Feuilleton wie folgt:, „Vielleicht macht mich das für den ein oder anderen ja sogar sympathischer?“ Er hat wohl die unfreiwillige Komik seiner Worte akzeptiert.
 
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