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BLOG vom 10.05.2010


Hochlandrinder eines Tessiner Biobauern: Schöne Aussicht ...
Autorin: Lislott Pfaff, Schriftstellerin, Liestal BL CH
 
„Von der Wiese auf den Teller“, lautete der Titel eines Artikels in der Mittelland-Zeitung vom 29.03.2010, der mit einer idyllischen Farbfoto illustriert ist: Hochlandrinder mit beeindruckend geschwungenen Hörnern, die auf einer Tessiner Wiese mit hochstehendem gelblichem Gras weiden, im Hintergrund der Lago Maggiore und sanfte blaue Hügel. Eine heile Welt …
 
Wie zynisch tönt jedoch in meinen Ohren der erwähnte Titel, der mir sofort ein Zitat des britischen Dramatikers Bernard Shaw in Erinnerung rief: „Ich will keine Leichen auf dem Teller“. Landschaftspflege würden diese Tiere betreiben, sagte der Naturschützer und Biobauer, der eine Herde von 370 schottischen Hochlandrindern besitzt. Zur Belohnung für diese Tätigkeit, die nicht nur der Natur, sondern letztlich auch den Menschen zugute kommt, werden die Rinder im Alter von etwa 3 Jahren geschlachtet und landen dann auf den Tellern der menschlichen Gourmands. Dabei werden die Tiere nicht nur im Tessin, sondern auch im Thurgau geschlachtet, müssen also einen langen Transport quer durch die Schweiz ertragen, bevor sie getötet werden. Immerhin besser, als nach einem traurigen Leben von bloss 10–12 Monaten, verbracht in einem Mastviehstall, umgebracht zu werden, wird man mir vorhalten. Schön und gut – aber frühzeitig sterben nach ihrem kurzen Lebensglück müssen die erwähnten Hochlandrinder allemal.
 
Die Vermarktung der Produkte, die von den braven „Highlanders“ stammen, bringen dem Biobauern einen nicht zu verachtenden Jahresumsatz von rund 300 000 CHF ein, den er mit der sogenannten Vertragslandwirtschaft erzielt: Wer eine Aktie für 2500 CHF kauft, bekommt eine jährliche „Fleischdividende“ im Wert von 350 CHF in Form von saftigen Entrecôtes, Steaks, Filets oder Mostbröckli.
 
In der Tat, ein saftiger Shareholder-Ertrag! Die robusten Hochlandrinder werden dieses „ökologische Kuh-Investment“ nolens volens tolerieren müssen …
 
Hinweis auf ein weiteres Blog über Hochland-Rinder
13.01.2010: Bibersteiner Waldweide: Wirtschaftsform aus der Mottenkiste
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