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BLOG vom 13.07.2010


Jagd-Brevet: Lizenz zum Töten als Schule des Lebens ...
Autorin: Lislott Pfaff, Schriftstellerin, Liestal BL/CH
 
„Zu den Verrückten dieser Welt gehören auch die Jagdwütigen, denen nichts über die Tierhetze geht und die ein unglaubliches Vergnügen zu empfinden meinen, sooft sie den widerwärtigen Schall der Jagdhörner und das Gebell der Meute hören.“ Diese prägnanten Worte stammen nicht etwa von mir, obwohl auch ich dem Jagdunwesen nichts Positives abgewinnen kann, sondern vom grossen Humanisten Erasmus von Rotterdam (1466‒1536), der sie vor 500 Jahren in seinem Werk „Lob der Torheit“ niederschrieb. Erasmus bezog sich vor allem auf die Jäger der oberen Gesellschaftsschichten, auf Könige und Fürsten, welche die Jagd als ein sportliches Vergnügen betrieben. Wie steht es heute mit diesem Sport?
 
Ein zeitgenössischer Kritiker der Jagd, Walter Hess, Publizist und Journalist, ist der Meinung, in unserem verarmten Lebensraum habe „der herkömmliche Jagdbetrieb mit seinem aristokratischen Tötungsprivileg keinen Platz mehr“. Mit abgedroschenen Behauptungen über die angebliche Notwendigkeit der Bestandesregulierung versuchten die Jäger, das Abschiessen der Wildtiere zu rechtfertigen, sagt Hess (www.textatelier.com).
 
Wie die „Basellandschaftliche Zeitung“ (bz) unter dem Titel „Die Lizenz zur Pirsch“ am 08.07.2010 mitteilte, wurden im Aargau kürzlich 26 Jungjäger und -jägerinnen brevetiert. Es ist an sich schon bedenklich, dass jungen Menschen für das Töten ein Brevet, also ein Diplom oder eine Lizenz, ausgestellt wird. Laut Wikipedia ist eine Lizenz eine Erlaubnis, Dinge zu tun, die ohne diese verboten sind. Noch bedenklicher ist es, dass der Aargauer Regierungsrat Peter Beyeler den Inhabern einer solchen Tötungserlaubnis gratulierte und behauptete, das Jagen – im Klartext: das Abschiessen wehrloser Lebewesen – habe „viel mit der Schule des Lebens zu tun“. Mir scheint, das hat eher etwas mit der Schule des Todes zu tun.
 
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