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BLOG vom 30.07.2010


Biodiversität? Was vor die Jagdflinte kommt, wird abgeknallt
Autorin: Lislott Pfaff, Schriftstellerin, Liestal BL/CH
 
Pro Natura sei Dank! Den Jägern wird endlich von berufener Seite auf die Finger am tödlichen Abzug des Gewehrs geschaut, wie der Basellandschaftlichen Zeitung vom 28.07.2010 zu entnehmen ist („Natura nimmt Jäger ins Visier“).
 
Absolut unverständlich ist es, dass die Jagdfans bei ihrem Sportschiessen nicht einmal bedrohte Tierarten ‒ wie Feldhasen oder Waldschnepfen ‒ verschonen wollen. Dies im Jahr 2010 der Biodiversität, in welchem dem Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz besonders Nachdruck verschafft werden soll. Das Gesetz hat u. a. den Zweck, „die einheimische Tier- und Pflanzenwelt sowie ihre biologische Vielfalt und ihren natürlichen Lebensraum zu schützen“. Aber wenn eine Lobby wie diejenige der Jäger stark genug ist, kann sie sich offenbar über jedes Gesetz ohne weiteres hinwegsetzen. Und in vorauseilendem Gehorsam hält das Bundesamt für Umwelt fest: „… sinkende Wildbestände haben Auseinandersetzungen mit Jägern zur Folge.“ Richtig, Grossraubtiere fressen den armen Jägern, die für das Jagdrecht so viel Geld bezahlen, ihre Beute vor der Nase weg. Deshalb muss diese Konkurrenz durch Erschiessen hingerichtet werden. Demgegenüber hält die Naturwissenschaftliche Gesellschaft Winterthur fest: „Die Ausrottung der grossen Raubtiere wie Wolf und Luchs war ein starker Eingriff in den Haushalt der Natur. Mit diesen Tierarten verschwanden die natürlichen Feinde der Huftiere und damit wichtige natürliche Regulatoren.“
 
Aber das kümmert die Jägerschaft wenig. Die Natur müsse einen Nachwuchs produzieren, den die Jäger nutzen können, fordert der Geschäftsführer des Jägerdachverbands. Beileibe nicht etwa um der Biodiversität willen sollen Wildtiere erhalten werden, sondern die Natur hat soviel Leben zu liefern, wie die Jäger aufgrund der erworbenen Jagdpacht dem Tod ausliefern können. Mit anderen Worten: Wer bezahlt, befiehlt. Daran soll sich gefälligst auch die Natur halten. Vielleicht sollten wir uns doch auch an die Worte des britischen Naturforschers Charles Darwin erinnern, der sagte: „Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand.“
 
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