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BLOG vom 24.11.2011


Formes et Couleurs: Einzigartige Schweizer Kunst-Revue
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Die sehr sorgfältig gestaltete Schweizer Kunst-Revue wurde zwischen 1939 und 1955 von André Held auf Französisch in Lausanne veröffentlicht und ist mit vielen Farbillustrationen bereichert, wobei auch farbige Werbeanzeigen von namhaften Illustratoren entworfen wurden.
 
Da ich mich kürzlich mit meiner Büchersammlung beschäftigt habe, wähle ich die Revue Nummer 5/6 aus dem Jahr 1948, betitelt „Le Livre et les Arts Graphiques“, für diesen Streifzug durch den Inhalt.
 
Zuerst 2 Auszüge aus dem Vorwort „Ecrire“ von Jacques de Lacretelle (französischer Schriftsteller (1888‒1985), hier in der Originalsprache belassen:
 
„C’est le métier le plus libre et le plus noble en apparence, et, en réalité, le plus exigeant et le plus trompeur. On croit suivre ses rêves, vagabonder, planer à la manière d’un demi-dieu …
 
Dans quelle mesure faut-il doser les forces qui nous poussent à écrire? Nous l’ignorons. Cela dépend des tempéraments et des circonstances, c’est-à-dire du hasard. Le don, ou plutôt ce qu’on nomme ainsi, est une alchimie qui ne livrera jamais ses secrets.
 
Meine Augen verweilten zuerst auf den Ätzungen (eaux-fortes) von Dunoyer de Segonzac (französischer Maler/Graphiker) in Vigils Buch „Les Géorgiques“, in feinsten, bewegten Strichen aufs Blatt gezaubert. Sie sind eine Pastorale durch Landschaften zu allen Jahreszeiten. In seinen Zeichnungen sind Bauern bei der Feldarbeit eingestreut, weidende Pferde, Ährenfelder zur Erntezeit, und immer wieder Bäume, biegsame, bald von Wind zerzauste, bald stämmige und kraftvolle, die der Natur trotzen. Seine Zeichnungen gemahnen an die beschwingten Federzeichnungen von Paul Klee (siehe: 17.10.2009: „Hommage an Paul Klee: Unsichtbares sichtbar machen“.
 
Der bebilderte Artikel „Du tableau à la reproduction en couleurs“ (Vom Gemälde zum Farbdruck) veranschaulicht, was es alles zur gelungenen Reproduktion in Farben braucht: technisches Fachkönnen 1. Ranges, eine stete Hand und scharfe Augen, die alle Nuancen der Farbtönungen des Originals wahrnehmen und im Druckprozess verwirklichen.
 
Anschliessend an den obigen Absatz schreibt André Kuenzi in seinem Artikel „Simples notes sur quelques beaux livres“ (Einfache Notizen zu einigen schönen Büchern) einleitend: „Décorer une page en interprétant un texte est une opération extrêmement délicate, difficile et dangereuse, et c’est pour cela que les beaux livres illustrés sont rares“ (Eine Textseite zu illustrieren und zu interpretieren, ist delikat, schwierig und gefährlich, und es ist deswegen, dass schöne illustrierte Bücher selten sind).Aus seiner Auswahl erwähne ich nur: „Sophocle Oedipe-Roi“ vom berühmten Schweizer Maler und Entwerfer Hans Erni illustriert.
 
Was mich in dieser Revue-Ausgabe besonders gefreut hat, ist die Beigabe von 2 handsignierten und nummerierten Originallithografien. Der Artikel wendet sich an Bibliophile und nennt und beschreibt die Originalillustrationen mittels Holzschnitt, Kupferstich und Lithografie. Die Ausführungen des Verfassers F.C. Lonchamps haben meine Kenntnisse vertieft.
 
Selbstverständlich sollte solche Druckgrafik auf „Grands Papiers“, also Papier 1. Güte, gedruckt werden. Der Artikel „Grands Papiers d’hier et d’aujourd’hui“ behandelt dieses Thema sehr übersichtlich und leicht fassbar.
 
Das beschliesst meine kurze Würdigung dieser ausgezeichnet gestalteten Revue, die von sehr kompetenten Texten begleitet ist. Exemplare dieser Revue sind heute selten geworden. Hin und wieder kann man sie zwischen „Altpapier“ ausgraben … Meine 5 Exemplare werde ich vor einem solchen Schicksal bewahren!
 
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