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BLOG vom 26.01.2012


Blog-Reaktionen (117): Kein Mangel an Ausrutschern aller Art
Präsentation der Leserpost: Walter Hess, Publizist, Biberstein AG/CH (Textatelier.com)
 
Die Schweiz hatte einen im grossen Stil mit Aktien und Devisen spekulierenden Nationalbankchef und Internationalisten, Philipp Hildebrand (Blog vom 09.01.2012: Stolz aufs Erreichte: Rücktritt von SNB-Präsident Hildebrand.). Er war selbstverständlich nicht mehr tragbar, weil solches nach Insidergeschäften riecht und die Gefahr in sich birgt, dass persönliche über nationale Interessen gestellt werden. Darauf hätte der Banker selber kommen müssen. Und Deutschland quält sich mit einem Bundespräsidenten, Christian Wulff, herum, dem man so etwas wie Günstlingswirtschaft durch Annahme von Geschenken vorwirft. Heinz Scholz schrieb dazu das Blog vom 10.01.2012: Verhaltensmuster: Christian Wulff, Präsident auf Bewährung?
 
Dazu lieferte Martin Eitel (E-Mail: m.eitel@gmx.net) ergänzende Angaben, welche die Kampagne in einem neuen Licht erstrahlen lassen:
 
Unstreitig sind die nach und nach aufgedeckten Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Hauskredit des Bundespräsidenten Christian Wulff und mit seinem Anruf bei Redaktionen vor deren Veröffentlichung schädlich für das Amt und den Amtsinhaber. Solange die Fakten aber nicht für eine Anklage und ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht ausreichen, und danach sieht es zurzeit wohl eher nicht aus, kann nur der Bundespräsident selbst durch einen Rücktritt versuchen, die mediale Kampagne gegen ihn zu beenden.
 
Natürlich ist Wulff durch sein in den letzten Wochen nach und nach aufgedecktes Verhalten und das seiner „Sponsoren“ angreifbar geworden. Es ist allerdings nicht unwahrscheinlich, dass bestimmte Kreise schon seit einigen Monaten auf eine solche Gelegenheit gewartet haben und dankbar zugegriffen haben, als sich nun eine Chance bot, Wulff zu demontieren. Am 24. August 2011 hat sich nämlich der Bundespräsident bei der 4. Wirtschaftsnobelpreisträger-Tagung in Lindau äusserst kritisch über den Umgang der Regierungen mit der Staatsschuldenkrise geäussert und rechtliche Bedenken zu den massiven Staatsanleihe-Käufen durch die EZB (Europäische Zentralbank) vorgebracht. Nach Artikel 82 des Grundgesetzes muss der Bundespräsident beschlossene Gesetze ausfertigen und dabei prüfen, ob die formellen und materiellen gesetzlichen Regeln eingehalten worden sind. Aufgrund der massiven Kritik von Wulff auf dieser Tagung werden möglicherweise Schwierigkeiten bei den für die Rettungsschirme notwendigen Gesetzen gesehen, weshalb man ihn ggf. vorher loswerden möchte.
 
Auch bei seinem Vorgänger Horst Köhler wird bekanntlich darüber spekuliert, ob der eigentliche Rücktrittsgrund nicht darin zu sehen ist, dass Köhler sich im Zusammenhang mit der Prüfung der Gesetze zum Euro-Rettungspaket von der Regierung unter Druck gesetzt fühlte.
 
Quellenangaben: 
 
 
 
Soweit die Zuschrift aus Berlin. Für uns Schweizer ist es schwer, die deutsche Politik zu verstehen – wahrscheinlich ist es umgekehrt genau so. Da ich mich immer bemühe, wenigstens einen rudimentären Überblick zu behalten, habe ich dieser Tag Frank Schirrmachers Buch „Minimum“ gelesen, das 2006 im Karl Blessing Verlag, München, erschienen ist. Zu meiner grossen Überraschung fand ich darin ganz ähnliche Prophetien wie in Thilo Sarrazins Werk „Deutschland schafft sich ab“ (2009), ohne dass sich beim Erscheinen des Schirrmacher-Werks ein Sturm der Entrüstung ergeben hätte (Schirrmacher ist FAZ-Herausgeber). Ich teilte meine Verwunderung Herrn Eitel mit, der mir antwortete:
 
Warum Frank Schirrmacher für seine den Thesen von Sarrazin ähnlichen Äusserungen nicht ebenso wie Sarrazin kritisiert wurde, mag vielleicht daran liegen, dass der für Aussenpolitik und damit für einen zentralen Bereich zuständige FAZ-Redakteur Klaus-Dieter Frankenberger offenbar nach eigenen Angaben bei FAZ-net Mitglied der von Rockefeller in den 70er-Jahren initiierten Trilateralen Kommission (www.trilateral.org) ist.
 
Quelle: 
 
Die US-Niederlage im Irak
Wie soll sich der interessierte moderne Mensch in einer Welt der Inkonsequenten, Verdrehungen, Lügen, Vertuschungen und Seilschaften zurechtfinden? Die Folgen solch einer Politik habe ich im Blog vom 27.12.2012 („Verwüstungen und Destabilität: Der verlorene US-Irak-Krieg“) aufzuzeigen versucht.
 
Martin Eitel, Wissenschaftspublizist in der deutschen Hauptstadt untermauerte erfreulicherweise auch diese Arbeit mit geschichtlich bemerkenswerten Fakten:
 
Die Praxis der USA, mit einer falschen Beschuldigung gegen einen anderen Staat einen Angriffskrieg anzufangen, ist spätestens seit dem Jahr 1898 bekannt. Diese Praxis haben auch spätere Diktatoren wie der irre Österreicher Adolf Hitler als oberster Führer der deutschen Wehrmacht kopiert („seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen“). Schon 1898 haben sich die USA aus wirtschaftlichen Interessen in Kuba, das damals zum spanischen Einflussbereich gehörte, eingemischt und zur Drohung gegen Spanien entgegen spanischem Protest das Kriegsschiff „USS Maine“ nach Havanna (Kuba) entsandt. Am 15.02.1898 kam es zu einer Explosion, die zum Verlust des Kriegsschiffs führte. Entgegen der Ansicht der meisten Offiziere des Navy-Departements, die einen Unfall annahmen, wie er bereits auf anderen Schiffen (USS New York, USS Oregon, USS Philadelphia, USS Boston, USS Cincinnati und USS Atlanta) passiert war, ging die Regierung der Vereinigten Staaten damals von einem spanischen Terroranschlag mit einer Seemine oder einem Torpedo gegen das Schiff aus. Die konstruierte Begründung, das US-Kriegsschiff sei mit einer von spanischen Terroristen angebrachten Mine versenkt worden, war dann der Kriegsgrund für die USA gegen das Königreich Spanien im April 1898.
 
Von der US-Propaganda unbeeinflusste Untersuchungen führten allerdings zum Ergebnis, dass keine Anhaltspunkte für die Version mit dem Terrorangriff sprachen, sondern dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Schwelbrand in einem neben der Munitionskammer gelegenen Kohlenbunker zu einer Überhitzung des Schotts zwischen dem Kohlenbunker und der Munitionskammer und letztlich zu einer Entzündung des dort gelagerten Schiesspulvers und der Munition führte.
 
Dieses schon 1898 bewährte Prinzip mit dem konstruierten Kriegsgrund haben die USA auch 2003 gegenüber dem Irak verwendet, und auch bei der aktuellen Kriegspropaganda gegen die Islamische Republik Iran wird nach dieser bewährten Taktik gearbeitet. Es wird ohne Beweise unterstellt, der Iran arbeite an dem Bau von Atomwaffen. Anders als die USA hat allerdings der Iran in den letzten Jahrzehnten nie einen anderen Staat überfallen.
 
Martin Eitel
 
Back ihm einen Cake
Kriege hinterlassen Not und Elend, Hilfswerke sind gefragt. Manchmal entschliessen sie sich zu merkwürdig einseitigen Sammelaktionen wie etwa die „Glückskette“ (siehe Blog vom 14.12.2011: Zur Aktion „Jeder Rappen zählt“: Die vergessenen Väter in Not ).
 
Dazu erreichte uns dieser Kurzkommentar von einem (einer) Sukey (E-Mail: horabin@gmail.com):
 
I told my grandmother how you helped. She said: „Bake them a cake!"
 
Die gesunde Haut
Die Gesundheit der Haut hat starke Bezüge zur Ernährung, wozu auch ein hausgebackener Kuchen gehören und worüber Heinz Scholz am 19.12.2011 (Was die Haut verrät: Seelenspiegel, Krankheiten, Missbrauch) schrieb. Ida M. (E-Mail: schnuffelini@yahoo.de) stellte dem fachkundigen Autor die folgende Frage:
 
Ich habe unter http://www.globuli.de/ gelesen, dass man die Haut auch gut mit Homöopathie behandeln könne. Kann man dann die Spuren dieser ganzen Belastungen für die Haut auch wieder beseitigen oder sind die Schwierigkeiten des Lebens unauslöschlich eingebrannt?
 
Guten Tag
Frau Ida M.
 
Die Antwort von Heinz Scholz
Vielen Dank für die Zuschrift bezüglich Haut. In der Tat kommt es darauf an, wie stark sich die sichtbaren Spuren in die Haut eingefräst haben. Eine schwer beeinträchtigte Haut ist natürlich nicht mehr zu retten. Aber man kann viel machen, um den Prozess nicht weiter fortschreiten zu lassen. Positiv wirken sich ein längerer Urlaub, eine gesunde Ernährung und Einschränkung von Genussgiften auf die angeschlagene Haut aus. Wie etliche Fachleute bestätigen, sind bleibende Langzeiteffekte davon nicht zu erwarten. Dazu Prof. Dr. med. Volker Steinkraus in seinem Buch „Haut gesund, schön, gepflegt“: „Um eine gute und schöne Haut zu haben und zu erhalten, ist es wie mit der Ernährung und dem körperlich-geistigen Training: Man muss täglich am Ball bleiben."
 
Eine exzellente Kosmetik mit natürlichen Kosmetika kann vieles abmildern. Wichtig ist die Kosmetik von innen und aussen.
 
Herzliche Grüsse
Heinz Scholz
 
Bahnbillett-Probleme
Rita Lorenzetti berichtete im Blog vom 16.01.2012 („Zur Bahnfahrt gehörten Entspannung, Schreck und Glück) von einer Reise mit einer Fahrkarte, die sie abzustempeln vergessen hatte und erregte damit Mitgefühl bei Heinz Scholz:
 
Mit grossem Interesse las ich Ihr ausgezeichnetes Blog über die schreckliche Bahnfahrt. Das, was Sie erlebt hatten, kann ich nachvollziehen. Ich fuhr einmal mit einem Wanderkollegen von Schopfheim D nach Basel. Wir hatten eine 10er-Regio-Punktekarte dabei, die wir einige Tage vorher am Fahrkartenschalter gelöst hatten. Als es zum Abstempeln ging (nach Basel muss man 5 Abschnitte abstempeln), war der Automat kaputt. Der Zug wartete auf uns. Wir stiegen ein, und schon sausten wir mit der SBB nach Basel. Ich hatte unterwegs natürlich ein ungutes Gefühl. Zum Glück kam kein Zugbegleiter, der auf der Wiesentalstrecke nur ab und zu mitfährt. Somit sparten wir je 40 Euro Strafe.
 
Ein pingeliger Kontrolleur hätte wohl auf den anderen Automaten auf einem anderen Bahnsteig verwiesen und die Strafe kassiert. Wir wussten als gelegentliche Bahnfahrer nicht, dass es in Schopfheim einen 2. Automat gibt.
 
Bei zukünftigen Fahrten werde ich das Mehrpersonenticket lösen (2 Erwachsene, 1‒2 Kinder). Die Kosten sind nur etwa 1 Euro teurer als mit der Punktekarte. Dann sind wir sicher und vor Strafe geschützt.
 
Herzliche Grüsse
Heinz Scholz
 
Um 1000 Jahr verrutscht
Unermüdlich durchforscht mein Bruder Rolf P. Hess unsere Blogs auf Fehler, eine durchaus ergiebige Arbeit, da ja der Computer erfahrungsgemäss mitschreibt und sich auch immer wieder selber einbringt. Mit jeder Tastenberührung wird, ob gewollt oder nicht, ein Text verändert. Zu solch einem Geschenk kam ich auch um die Weihnachtszeit 2011. Rolf schrieb:
 
Lieber Walter,
in den Reaktionen von heute, 24.12.2011 („Reaktionen auf Blogs [116]: 2998 Tagebuchblätter in 7 Jahren“), entdeckte ich eine falsche Jahreszahl im Kapitel „Die Schweizer Bundesratswahlen“: 1011 statt 2011. (Der Fehler wurde selbstverständlich sofort behoben, wh.)
 
Es wäre ganz amüsant, zu erfahren, was in der Schweiz 1011 los war: Laut Suchmaschine wurde das Schweisstuch der Veronika in Rom ausgestellt, dann folgte der Neubau des Doms zu Mainz.
 
Rolf
 
Als stolzer Besitzer des Werk „Chronik der Schweiz“, 1987 im Chronik-Verlag, Dortmund, und Ex Libris, Zürich, erschienen, heisst es zu 1011: „König Rudolf III. von Burgund überträgt dem Bischof von Lausanne, dem auch die Münz- und Markthoheit obliegt, die Grafschaftsrechte in der Waadt. Der Bischof wird dadurch auch Herr der Stadt Lausanne.“ Die offizielle Begründung lautete, es sei die Richtschnur des Hauses Burgund, den Einfluss der Kirche zu mehren. Für den Bischof als neuen Landesherrn war die in der Urkunde enthaltene Formel wichtig, dass auch die Nachfolger des Königs an seine Verfügung gebunden seien. Bereits im Jahr 1006 hatte der kinderlose Rudolf III. dem deutschen König und späteren Kaiser Heinrich II. Basel als Pfand für eine spätere Erbschaft übertragen.“
 
Und König Rudolf III machte 1011 nochmals auf sich aufmerksam, indem er seiner Verlobten Irmengard verschiedene Krongüter, darunter Neuenburg (Novum Castellum), vermachte. Dieses wurde in der Schenkungsurkunde als „sehr königlicher Sitz“ (regalissimam sedem) bezeichnet. Auvernier NE (mit allen Knechten und Mägden und allem Zubehör sowie Arins (Saint-Blaise NE), ebenfalls inklusive Zubehör, waren kleinere Beigaben.
 
Verlobungsgeschenke und Gaben an die kirchlichen Machthaber waren, wie man sieht, opulent. So war es also vor 1001 Jahren, wohin uns ein Tippfehler entführt hat. Der Rückblick in die Welt der Schacherer macht die Gegenwart vergleichsweise wieder etwas erträglicher.
 
 
Hinweis auf die bisher erschienenen „Reaktionen auf Blogs“
12.08.2011: Reaktionen auf Blogs (111): Suchaktionen nach dem Verstehen
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