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BLOG vom 11.04.2012


Leseranfragen (1): Wie dosiert man Kochsalz in Speisen?
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

Ruedi Maurhofer aus Aarau CH hat so seine Erfahrungen mit dem Kochsalz als Würzmittel gemacht. Folgende Frage beschäftigte ihn:
 
Ich mag das Gemüse ,fast ohne nichts’ aus dem Steamer ‒ einem einfachen Gerät mit gelochten Plastikschalen über dem Verdampfer. Das Einfachste der Welt, es zu kochen: In Stücke schneiden, rein damit, dampfen. Nur etwas macht mir Mühe: einen Hauch Salz darüber hätte ich schon gern. Aber das Salz wirklich nur gehaucht dahin zu bringen, gelingt mir einfach nicht ‒ es ist zu salzig. Streut man es, ist sofort zuviel drin. Drum hab ich gedacht, ein Salz light wäre doch gut: kleine Kristalle wie Salz, die aber pro Korn nur etwa ein Zehntel des Natriumchlorides normalen Salzes enthalten, und 9/10 irgendetwas. Idealerweise könnte man die 9/10 abtrennen oder trocknen;  aber dann wären wir bei Salzpuder, und das wär's dann auch wieder nicht. Es müsste also irgendeine neutrale Substanz sein, neutral sowohl geschmacklich als auch für den Stoffwechsel, die das Natriumchlorid in den Kristallen verdünnt ‒ zu Salz light. Ob es wohl so etwas gibt, oder man es erfinden könnte? Für meinen gesunden Lebensstil wär's gut.“
 
Die Antwort
Bevor ich die Frage beantworte, einige grundsätzliche Bemerkungen (ausführliche Infos dazu in meinem Blog vom 21.03.2011: Salz-Diskussion: Natrium, Mineralstoff für Muskeln, Nerven). Das Natrium reguliert im Organismus den Wasserhaushalt, den osmotischen Druck, den Säure-Basen-Haushalt, gewährleistet die Erregbarkeit von Muskeln und Nerven und aktiviert verschiedene Enzyme. Ohne Natrium gäbe es keine Muskelbewegung und keine Schmerzempfindung. Ohne Natrium wäre unser Körper nicht in der Lage, Wasser zu speichern. Das Chlorid ist für die Bildung der Magensäure notwendig.
 
Eine streng kochsalzarme Kost kann besonders für Urlauber, die sich in südlichen Gefilden aufhalten und schwitzen, schädlich sein.
 
Treibt Salz den Blutdruck in die Höhe? Natrium in Verbindung mit Chlorid erhöhe den Blutdruck, heisst es im Allgemeinen. Aber es reagieren nur etwa ein Drittel der Hypertoniker nach einer Salzreduktion mit einer Absenkung des Blutdrucks. Diese Menschen bezeichnet man als salzempfindlich (salzsensitiv). Man vermutet, dass die Empfindlichkeit erblich bedingt sei. Viele Fragen sind in diesem Zusammenhang unbeantwortet, wissenschaftliche Aussagen zum Thema Salz und Bluthochdruck sind widersprüchlich; unumstössliche Beweise fehlen.
 
Persönlich empfehle ich zum Würzen Gewürze und Kräuter. Alternativen zum üblichen Kochsalz sind Vollmeersalz, Kräuter- und Gewürzsalze (auch diese Produkte sollten sparsam verwendet werden) sowie Diätsalze.
 
Salzsparend beim Kochen: Garen im eigenen Saft bevorzugen. Der Eigengeschmack der Speisen bleibt erhalten. Kartoffeln, in der Schale gegart, benötigen kein Salz.
 
Ihre Frage betreffend, würde ich so vorgehen: Lösen Sie Kochsalz (besser: Vollmeersalz) in Wasser auf, füllen diese Lösung in einen Pumpsprayer und besprühen damit das Gemüse. Sie können sich aber auch ein Kochsalz light herstellen, indem Sie Kochsalz bzw. Vollmeersalz mit Diätsalz mischen.
 
Diätsalze sind Kochsalzersatzmittel. Sie enthalten kein Kochsalz mehr, sondern Kaliumverbindungen. Diese wirken blutdrucksenkend, entwässernd und heben den Geschmack einer Diätkost. Ich hoffe, dass ich Ihnen einige Anregungen geben konnte.
 
Der Dank
Ruedi Maurhofer war über die prompte Antwort sehr angetan. Hier sein Schreiben per E-Mail vom 03.04.2012:
 
„Vielen Dank für Ihre Antwort. Schon überhaupt eine solche zu erhalten, war eine kleine Überraschung - eine SOLCHE hat mich aussergewöhnlich überrascht und gefreut. Und ein klein bisschen beschämt, war doch meine Frage eher aus einer Laune heraus gestellt, nachdem ich bei der Suche nach verdünntem Salz in Google auf nichts Gescheites gestossen war ‒ ausser dann, zum schliesslichen Stichwort Briefkastenonkel, auf das Bibersteiner Textatelier.com. Das kurze Reinstöbern in diese Site hat dann soviel Spass gemacht, dass ich Lust bekam, da in irgendeiner Form nicht nur zu konsumieren, und die Frage war mindestens so sehr ein Ausdruck dieser Lust wie ernst gemeint.
 
Nun habe ich eine wirklich sehr praktische Antwort bekommen und werde den Rat mit Mischen mit Diätsalz und dann Applizieren mit der Sprühflasche gleich kombiniert ausprobieren, und ich rechne mit einem zart durchtränkenden Erfolg. (An das Mischen mit Kaliumchlorid und Hydrogenen hatte ich übrigens auch schon gedacht. Ich habe als Kind einmal Kaliumchlorid verordnet bekommen und mich erinnert, dass dies viel weniger salzig schmeckte als das Natriumsalz. Aber völlig unbeleckt von gründlichen Ernährungskenntnissen hätte ich mich da nicht ohne ausgiebiges vorgängiges Studium daran gewagt ‒ wenn es aber solche Diätsalze in Fertigmischung für die Küche gibt, werde ich mich nun solcher ganz ohne die Gefühle von Selbstversuch und Mutprobe zum Strecken / Ergänzen / Verdünnen von NaCl bedienen ...).
 
Ein derart praktischer Weg zu Gemüse, wie er mir passt, wird dann sicher den Gemüseanteil in meiner Kost steigern, und mir mutmasslich schon einfach von daher gut tun. Vielen Dank für Ihre Hilfe!“
 
Soweit der Brief. Es ist immer ein schönes Gefühl, wenn Autoren der Webseite www.textatelier.com erfahren, dass ihre Ratschläge ernst genommen werden und auch für den Verbraucher hilfreich sind. Mittels der Suchmaschine können alle diese Texte aufgefunden werden (man muss nur „Textatelier“ und dann das Gesuchte eingeben; Beispiel: Textatelier Salz". Als Autor finde ich es als eine Pflicht, auf Leseranfragen zu antworten. Das ist, wie ich mir sagen liess, bei etlichen Tageszeitungen und Zeitschriften nicht mehr der Fall.
 
Antworten zu weiteren Leseranfragen werden demnächst in Blogs publiziert. Sollten Sie Fragen haben: nur zu, schreiben Sie uns.
 
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