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BLOG vom 13.10.2012


Gesetze der Physik vergessen: Öko-Irrsinn Wärmedämmung
Autor: Martin Eitel, Wissenschaftspublizist, Berlin
 
Auch wenn in vielen Bereichen, von der Gentechnik im Lebensmittelbereich bis zur weitgehenden Verbannung der Rohmilch aus den Supermarktregalen, die Verhältnisse in den USA sicher kein Vorbild für Europa sein sollten, so sollten wir uns gleichwohl nicht davon abhalten lassen, positive Trends zu übernehmen. Das gilt z. B. für die Zurückhaltung in den USA bei der Verwendung von problematischen Dämmstoffen bzw. das Verbot zahlreicher Dämmplatten in US-Bundesstaaten wegen Gesundheitsgefährdung der Bewohner. In diesem Bereich gibt es in Europa eine unheilvolle Allianz der grünen Ökofaschisten und der Dämmstoffindustrie, als deren Folge erhebliche Gesundheitsschäden bei den Bewohnern, bauphysikalische Probleme an den Immobilien und Umweltschäden auftreten.
 
Das EU-Zentralkomitee und nach dessen Vorgaben zahlreiche Staaten, immer wieder voran die BRD, verschärfen die Anforderungen an die Wärmedämmung von Immobilien immer mehr. Das gilt nicht nur für neu zu errichtende Immobilien, sondern zunehmend auch für Bestandsimmobilien. In der Schweiz hat im April 2009 die Konferenz der Energiedirektoren die neuen „Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich“ (MuKEn) verabschiedet. Diese haben zum Ziel, im Gebäudebereich mehr Energie zu sparen.
 
Nun ist im Ausgangspunkt sicher nichts dagegen einzuwenden, wenn eine sinnvolle Energieverwendung bzw. eine Energieeinsparung und Klimaschutz angestrebt werden. In der Praxis erleben aber immer mehr Immobilieneigentümer und Mieter, dass die von Politik, Energieberatern und Dämmstoff-Herstellern etc. versprochene Energieeinsparung nach kostenintensiven Wärmedämmungs-Massnahmen ausbleibt. Dieser systematische Betrug funktioniert bei der Wärmedämmung ähnlich wie beim Klimaschwindel.
 
Es wird ganz einfach nicht mit realen Zahlen und Fakten gerechnet und argumentiert, sondern mit Computermodellen und Laborwerten. Dabei werden dann reale Bedingungen systematisch ausgeblendet und auf diese Weise, auf der Basis von in der Realität nicht vorhandenen Laborbedingungen, systematisch falsche Ergebnisse produziert, die sich in der Realität später natürlich nicht verifizieren lassen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass viele Immobilieneigentümer und Bauherren, die sich von dubiosen Energieberatern mit windigen Berechnungen teure Sanierungsmassnahmen andrehen liessen, nach wenigen Heizperioden ernüchtert feststellen, dass sie die von den Beratern schöngerechneten Einsparungen ebenso wenig erreichen wie viele Anleger, die von windigen Bankberatern schöngerechnete Traumrenditen ebenfalls nicht erzielen.
 
Am 08.10.2012 hat Welt Online dankenswerter Weise zu diesem Schwindel bei der Wärmedämmung einen erhellenden Beitrag publiziert und darauf hingewiesen, dass bereits eine vor 27 Jahren zustande gekommene Studie des Fraunhofer-Instituts festgestellt hat, dass die Dämmmaterialien die in sie gesetzten Erwartungen wegen einer simplen physikalischen Gesetzmässigkeit nicht erfüllen. Massive Mauern sind selbst im Winter in der Lage, die Wärme der Sonnenstrahlen zu speichern und bis in den späten Abend hinein in die Innenräume abzugeben. Bei gedämmten Häusern ist dies hingegen aufgrund der dicken Kunststoffmassen an den Aussenwänden nicht möglich. Bei dick mit Styropor und anderen Materialien verpackten Aussenwänden wird dem Innenraum zu keinem Zeitpunkt Wärme zugeführt.
 
Auch eine neue Studie der Universität Cambridge aus dem Jahr 2012 wird im Welt-Online-Beitrag vom 08.10.2012 zitiert, die zu dem für die Ökofaschisten und Wärmedämm-Fanatiker vernichtenden Ergebnis kommt, dass der in der Realität ermittelte tatsächliche Verbrauch an Energie zum Heizen in älteren ungedämmten oder wenig gedämmten Immobilien 30 bis 40 % unter den errechneten Werten lag.
 
Der Hintergrund ist recht einfach. Die Ökofaschisten und ihre Unterstützer in der Wärmedämm-Branche legen ihren Berechnungen den sogenannten U-Wert zugrunde. Der Wärmedurchgangskoeffizient in der Bauphysik U (auch Wärmedämmwert, U-Wert, früher k-Wert), ist ein Mass für den Wärmestromdurchgang durch eine ein- oder mehrlagige Materialschicht, wenn auf beiden Seiten verschiedene Temperaturen anliegen. Er gibt die Leistung (also die Energiemenge pro Zeiteinheit) an, die durch eine Fläche von 1 m2 fliesst, wenn sich die beidseitig anliegenden Lufttemperaturen stationär um 1 K unterscheiden. Seine SI-Masseinheit ist daher W/(m2·K) (Watt pro Quadratmeter und Kelvin). Der Wärmedurchgangskoeffizient ist ein spezifischer Kennwert eines Bauteils; er im Wesentlichen durch die Wärmeleitfähigkeit und die Dicke der verwendeten Dämmplatten an den Oberflächen, bestimmt wird.
 
Durch die Fokussierung auf den Wärmedurchgangskoeffizienten werden systematisch die positiven Effekte wie die Wärmespeicherung von dicken Ziegelmauern ausgeblendet und damit die Werte älterer Häuser realitätswidrig schlechtgerechnet: Für die Wärmebilanz eines Hauses wesentliche Faktoren werden (absichtlich?) unterschlagen.
 
Dass an der systematischen Aufrechterhaltung dieses Betrugsmodells zum Nachteil der Immobilieneigentümer und Mieter, die an den Kosten durch eine höhere Miete beteiligt werden, auch die Politik interessiert ist, ist in den meisten westlichen Staaten eine logische Folge der Staatsverschuldung. In den Kosten für alle unsinnigen Dämm-Massnahmen ist jeweils ein nicht unerheblicher Anteil an Umsatzsteuer enthalten, der in die klammen Staatskassen gelangt. Aufgrund des weit hinter den Erwartungen der Immobilieneigentümer und Mieter und den Versprechungen der windigen Energieberater zurückbleibenden Einspareffekts bei der Heizenergie entgehen auf der anderen Seite dem Finanzminister hierdurch – wenn überhaupt – nur in unbedeutendem Umfang Steuereinnahmen.
 
Abgesehen davon, dass die versprochenen Einspareffekte wegen Unterschlagung des Wärmespeichereffekts etc. nicht erreicht werden und daher häufig kaum weniger Energie verbraucht wird, ist bei einer ehrlichen Betrachtung der Öko-Bilanz der Wärmedämmstoffe selbstverständlich auch der nicht unerhebliche Ölverbrauch und Heizenergie-Verbrauch bei deren Herstellung zu berücksichtigen. Zu bewerten, und zwar negativ, sind auch die Tatsache, dass durch die chemische Behandlung der Dämmstoffe gegen Algen und Pilze, also mit Pestiziden, Fungiziden etc., diese durch Regen nach und nach aus der Dämmfassade in die Umwelt gelangen, und der Umstand, dass ausgediente Dämmstoffe bzw. Fassaden z. T. als Sondermüll entsorgt werden müssen.
 
Wirtschaftlich zu berücksichtigen sind zudem aber auch die der Volkswirtschaft entstehenden Folgekosten, die sich daraus ergeben, dass unsinnige Wärmedämmungsmassnahmen zur Schimmelbildung in den Wohnungen führen und als Folge gesundheitliche Schäden bei den Bewohnern verursachen, die durch medizinische Behandlungen therapiert werden müssen.
 
Ebenso sind in die Kosten-Nutzen-Bewertung bauphysikalische Schäden am Mauerwerk einzubeziehen, deren Reparatur kostenintensiv ist. Schliesslich sind wärmegedämmte Fassaden je nach enthaltenen Baustoffen im Brandfall für Bewohner und Feuerwehr lebensgefährlich.
 
Quellennachweise
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hinweis auf weitere Blogs mit Bezug zu Isolationsaspekten
21.03.2007: Energie: Sogar die Queen lässt nachts das Licht brennen
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