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BLOG vom 16.10.2012


„Hebephiles“ und Jimmy Savile wirbeln Schlagzeilen auf
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Gestern, 15.10.2012, feierten wir den Geburtstag unseres jüngeren Sohns im „Bay Village“ (chinesisches Restaurant) in Wimbledon. Es braucht solche Anlässe, damit die ganze Familie beisammen sitzt, denn unser Nachwuchs ist beruflich mehr und mehr unterwegs.
 
Unser Tischgespräch griff auch den gegenwärtigen Skandal rund um Sir Jimmy Savile (1926–2011) auf, dessen Fernsehserie zwischen 1975 und 1994 „Jim will fix it“ sehr beliebt gewesen war. Die Einkünfte dieses BBC-Programms kamen der Wohlfahrt von Kindern zugute, worunter Pflegeheime und Spitäler. So galt Jimmy Savile als Wohltäter und wurde dafür mit dem Titel „Sir“ ausgezeichnet. Vor 3 Wochen flog unversehens sein guter Ruf in die Luft. Seine Grabstätte wurde von seiner Familie aufgehoben und der Grabstein zertrümmert. Gegenwärtig wird erörtert, ob sein Titel „Sir“ ihm nachträglich abgesprochen werden sollte.
 
Jimmy Savile wird bezichtigt, junge Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Das wirbelte Schlagzeilen in der Presse auf. Das mir unbekannte Wort „hebephile“ konnte ich in keinem meiner Wörterbücher finden. Der Ausdruck bezieht auf die Vorliebe älterer Männer für junge Mädchen zwischen 12 und 15 Jahren. Für Jimmy Savile waren sie, soweit die Anklage, Freiwild für seine sexuellen Lüste. Seine Vorliebe hatte sich in der BBC herumgesprochen. Wer Einsprache gegen sein Treiben erhob, wurde geächtet.
 
Damals, zwischen 1975 und 1994, wurden das „groping“ und „fondling“ (sexuelles Befühlen und Abtasten von attraktiven Mädchen und Frauen) seitens älterer Männer als „Kavaliersdelikt“ bagatellisiert. Gewisse Männer in Chefstellungen – Seelsorger nicht ausgenommen – neigten besonders dazu, halbwüchsige Mädchen sexuell zu belästigen. Das Idol Jimmy Savile, stets mit einer Zigarre (Phallussymbol?) in der Hand, erlangte sich selbst in Pflegeheimen Zugang zu Teenagers. Er konnte sie leicht in seine ihm vorbehaltenen Zimmer locken und mit Versprechungen gefügig machen …
 
Warum melden sich die angeblichen Opfer erst jetzt, nach 40 oder 50 Jahren? Viele von ihnen haben inzwischen den Grossmutterstatus erreicht. Werden sie von verspäteter Sensationshascherei getrieben? Die Zahl der Anklagen hat bereits 40 überschritten. Die Polizei verfolgt jetzt alle Fährten. Der jetzige BBC-Chef wird ebenfalls verhört. Wurden kompromittierende Unterlagen vernichtet?
 
Vladimir Nabokow hat in seiner Novelle „Lolita“, 1955 in Paris publiziert, sehr einprägsam geschildert, wie ein Professor mittleren Alters den Reizen der Lolita erlag. Mädchen in der Pubertät können sehr manipulativ und heimtückisch Männer in die Irre führen. Sie sind keine Unschuldsengel mehr.
 
Wie sich die Zeiten ändern! Wie die westliche Welt vom Internet-Porno überschwemmt wird, müssen sich „abartig“ veranlagte Vorgesetzte tunlichst hüten, weiblichen Angestellten den Hof zu machen oder sie anzupöbeln. „Sexist behaviour“ ist strafbar geworden. Das hat jedoch aussereheliche Seitensprünge und Affären keineswegs eingedämmt. Merkwürdig. Sollte man die Toten nicht in Ruhe lassen? drängt sich mir als Frage auf.
 
Hinweis auf ein weiteres Blog über verbotene Kinderliebe
 
Hinweis auf einen anderen Textatelier-Beitrag zur Pädophilie
„Die verbotene Zärtlichkeit" von Dr. Konrad Ewald
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