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BLOG vom 03.11.2012


Salus: Umweltschutz und Nachhaltigkeit haben Tradition
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
1980 besuchte ich die Firma Salus in Bruckmühl D im Mangfalltal erstmals. Zu jener Zeit war ich mit meiner Familie in Sachrang in Urlaub. Schon damals war ich begeistert von der Firma, die Produkte aus der Natur in hervorragender Qualität herstellt und einen exzellenten Ruf in der Reformbranche hat. Die Firma vergrösserte sich im Laufe der Jahre kontinuierlich. Die Salus-Gruppe, die vom Inhaber geführt wird, besteht aus den 3 Einzelfirmen Salus Haus, Schoenenberger Pflanzensaftwerk und Salus Pharma. Die letztere ist das für den Apothekenbetrieb zuständige Unternehmen. Salus Haus in Bruckmühl beschäftigt 270 Mitarbeiter, bei Schoenenberger sind es 80 an der Zahl. Die Naturarzneimittel werden in über 60 Ländern exportiert. Der Exportanteil beträgt 40 %. Die Gruppe hat einen Umsatz von etwas weniger als 100 Millionen Euro im Jahr und zählt zu den Marktführern in der Reformwarenbranche.
 
Otto Greither, Geschäftsführer Salus Haus, lernte ich schon 1980 kennen, und 2007 begegnete ich ihm anlässlich der Eröffnung des neuen Pflanzensaftwerks in Magstadt D. Dort hielt der damals 82-jährige rüstige und agile Chef eine Rede über die Entwicklung des Traditionsunternehmens und wagte einen Blick in die Zukunft. Hier ein Satz, der mir im Gedächtnis blieb: „Unser wichtigstes Anliegen ist es, die Natur zu schützen, die Rohstoffe aus kontrolliert ökologischem Anbau zu gewinnen, keine Pestizide und synthetische Düngemittel einzusetzen.“
 
Es war ein bemerkenswerter Entschluss von Otto Greither: Nach dem Tod des Firmengründers Walther Schoenenberger stand die Firma zum Verkauf an. Greither erwarb zusammen mit seinem Sohn Peter das Unternehmen. Er wollte verhindern, dass die Firma von einem Grosskonzern geschluckt wird. In der Vergangenheit wurden ja etliche mittelständische Firmen von Konzernen einverleibt, nach kurzer Zeit wieder veräussert und Mitarbeiter entlassen. Otto Greither investierte in die Firma Schoenenberger 10 Millionen Euro, um sie zu einem modernen Werk auszubauen. Das gelang in hervorragender Weise.
 
Am 02.10.2012 besuchte ich das Salus Haus, das sich seit 1968 im Gewerbe- bzw. Industriegebiet zentral in Bruckmühl D befindet. Es ist heute ein modernes Werk. Die Gebäude im Eingangsbereich sind in einem angenehmen, kräftigen Grün gehalten. Im Hof fiel mir besonders der riesiger Maibaum in den Farben Blau-Weiss mit dem Wappen „Freistaat Bayern“, auf.
 
Salus bedeutet Gedeihen, Heil, Wohlergehen. Dr. med. Otto Greither, der 1916 das Salus-Haus gegründet hatte – er war der Vater von Otto Greither – hatte das Wirken zum Wohlsein und Heil des Menschen zu seinem Ziel auserkoren. Insgesamt bietet das Unternehmen rund 1500 verschiedene Artikel an, zu denen Arznei-, Kräuter- und Gewürztees genauso gehören wie Heilpflanzen, Küchenkräuter und Kräuterbonbons und Tonika. Am bekanntesten dürfte das pflanzliche Tonikum mit organisch-gebundenem Eisen, Fruchtsäften und Arzneikräutern sein (Floradix® mit Eisen). Dieses Arzneimittel hat sich bei erhöhtem Eisenbedarf, wenn ein Risiko für die Entstehung eines Eisenmangels erkennbar ist, bestens bewährt.
 
Salus lehnt Konservierungsstoffe in Arznei- und Lebensmitteln ebenso entschieden ab wie künstliche oder naturidentische Aromen und auch radioaktiv bestrahlte Rohstoffe. Die Agro-Gentechnik hat bei Salus keine Chance. Nahezu 90 % der Produkte stammen aus Bio-Anbau. Die Produkte tragen das Salus Qualitäts-Siegel. Produkte, die dieses Siegel tragen, werden im eigenen Labor geprüft und entsprechen noch strengeren Anforderungen als solche, die mit dem staatlichen Bio-Zeichen versehen sind.
 
Was mich beeindruckte, ist die Tatsache, dass die Firma heute 70 % ihres Strombedarfs aus Wasser- und Sonnenkraft bezieht. Ein Partner liefert die restliche Menge zu mindestens 90 % Strom aus erneuerbaren Energiequellen und maximal 10 % aus hocheffizienten Erdgaskraftwerken in Kraft-Wärme-Kopplung. „Es entstehen nur 10 % der CO2-Emissionen gegenüber dem deutschen Energiemix“, betont die Firma in ihrem „Unternehmensportrait“. Salus hat in dieser Schrift das Umweltprogramm 2012 bis 2015 vorgestellt und laufend Massnahmen und Ziele zur Verbesserung der Umwelt vorgeschlagen. Die Vorschläge sollen konsequent umgesetzt werden.
 
Aufmerksamer Firmenchef
Da ich mich über Heilpflanzen, deren Verarbeitung und auch über Bio-Rohstoffe informieren wollte, besuchte ich die Firma Salus, die auf diesen Gebieten Hervorragendes geleistet hat. Besonders gespannt war ich auf den 87-jährigen Firmeninhaber, der mich zu einem Gespräch einlud. Zusammen mit Dr. Ulrich Mautner, seines Zeichens Wissenschaftlicher Marketingleiter im Salus-Haus, führten wir am 02.10.2012 ein 3½-stündiges Gespräch, das mir neue Einblicke in die Unternehmensphilosophie brachte. Otto Greither ist immer noch ein sehr aufmerksamer, kontaktfreudiger und ein exzellenter Ideengeber für sein Werk. In Dr. Mautner fand er einen passenden Wissenschaftler, der ihn hervorragend unterstützt.
 
Der Firmenchef erhielt viele Anerkennungen und Auszeichnungen, so das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1989), wurde Ökomanager des Jahres (2003), erhielt die Bayerische Verdienstmedaille für Verdienste für Umwelt und Gesundheit (2004) und den Bayerischen Verdienstorden (2008). Es folgten weitere Auszeichnungen an Mitarbeiter und an die Firma. Otto Greither ist ein Gegner der Atomwirtschaft, der Agro-Gentechnik und gegen die Patentierung von Pflanzen und Tieren. Er ist ein Befürworter des ökologischen Landbaus. Und noch etwas Bemerkenswertes erfuhr ich von ihm. Er investiert lieber in sein Unternehmen als sich auf spekulative Geldanlagen einzulassen.
 
Kräuteranbau in Chile
Es ist nicht immer leicht, Kräuter und Heilpflanzen in ausreichenden Mengen aus ökologischem Anbau und in guter Qualität zu bekommen. Das war besonders der Fall nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986. Unbelastete Heilpflanzen, besonders aus den osteuropäischen Ländern, gab es kaum. Was tun? In der unberührten Natur Südchiles (Provinz Araukarien) fanden Mitarbeiter ideale Bedingungen für den Anbau ökologischer Rohstoffe. Wasser, Boden und Luft sind dort schadstofffrei. Am Fusse des Villarrica-Vulkans bewirtschaftet die Firma seit 1991 3 Farmen. Hier werden nach den Prinzipien der EU-Bio-Verordnung mehr als 100 Heilpflanzen und Gewürzkräuter angebaut und kultiviert. Sogar vom Aussterben bedrohte Pflanzen sind hier zu finden. In dem über 100-jährigen Farmhaus „Futacoyan Alto“ ist heute ein Museum eingerichtet.
 
Die Salus-Farmen sind ein Segen für die Bevölkerung. Neben fest angestellten Mitarbeitern, die gut bezahlt werden, kommen etliche Erntehelfer aus der einheimischen Bevölkerung. Da die Heilpflanzen nicht das ganze Jahr geerntet werden können, überlegte die Firma, was zu machen ist. Sie veranlasste, 2000 Apfelbäume zu pflanzen. Durch die Apfelernte konnten die Arbeiter länger beschäftigt werden. Es war wieder ein genialer Schachzug von Salus.
 
Heute sind die Farmen beliebte Anschauungsobjekte für Schüler und Studenten landwirtschaftlicher Schulen.
 
Umweltschutz durch ökologischen Landbau
Die Firma setzt auf Bio-Rohstoffe. Ein ökologischer Landbau hat folgende Vorteile: Er fördert die Fruchtbarkeit des Bodens, schützt Wasser vor Chemikalien (z. B. vor synthetischen Düngemitteln und Pestiziden), fördert die Artenvielfalt, reduziert CO2-Emissionen, schont das Klima, erzeugt gesunde, unbelastete Rohstoffe und schafft Arbeitsplätze.
 
Als Beispiel wurde mir die Firma Schoenenberger genannt. Sie lässt viele Bio-Rohstoffe regional anbauen. Die Firma arbeitet eng mit den Landwirten und Gärtnereien in der Umgebung von Magstadt zusammen. Was wichtig ist: Die Firma Salus nimmt am Bantam-Mais-Programm teil, damit sich der Gentechnik-Mais nicht ausbreiten kann.
 
Blick in den Produktionsablauf
Aus Zeitgründen konnte ich die Produktionsanlagen nicht besichtigen. Wie mir gesagt wurde, werden Arzneimittel, Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel und Tees nach strengen pharmazeutischen Herstellungsregeln produziert. Sie weisen eine exzellente Qualität auf.
 
Besonders stolz ist die Firma auf die automatischen Verleseanlagen. „Praktisch alle Verunreinigungen können wir jetzt mit einer unglaublichen Genauigkeit und Geschwindigkeit aus den Rohstoffen aussortieren. Von Hand wäre das so nicht möglich“, berichtete Manfred Maurer, ein Produktionsleiter, über die Anlage.
 
Eventuelle Schädlinge aus den Rohstoffen werden durch eine Entwesungsanlage entfernt. Dies erfolgt auf schonende Weise mit Druck und Kohlendioxid. Anstelle von synthetischem Kohlendioxid wird natürliche Quellkohlensäure aus vulkanischem Ursprung verwendet. Dadurch kommt es nicht zu einer zusätzlichen Belastung der Atmosphäre mit dem Treibhausgas CO2.
 
„Wir beschäftigen 32 Leute in der Wissenschaft“, bemerkte Otto Greither. Diese Zahl überraschte mich. Mir wurde dann erklärt, dass Salus ein weitverzweigtes Qualitätssicherungssystem geschaffen hat. Mittels modernsten Analysenmethoden werden alle Produkte, vom Rohstoff bis zum Fertigprodukt, akribisch untersucht. Die Analysenmethoden sind so genau, das man beispielsweise einen Zuckerwürfel, der in 200 000 Liter Wasser aufgelöst wurde, nachweisen kann.
 
Erhalt der Biodiversität
Die Gruppe engagiert sich schon seit vielen Jahren für den Umweltschutz und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. „Als Naturarzneimittel-Hersteller ist Salus auf Biodiversität (= „Vielfalt des Lebens“) und intakte Ökosysteme angewiesen. Wir fühlen uns den globalen Zielen der Biodiversität-Konvention von Rio de Janeiro verpflichtet“, erklärten meine Gesprächspartner. Gerade durch den ökologischen Landbau wird ein wesentlicher Betrag zum Erhalt der natürlichen Biodiversität geleistet.
 
1995 hat Otto Greither das am Gebirgsfluss Mangfall gelegene Auwald-Grundstück erworben. Er hat sich zum Ziel gesetzt, einer der letzten natürlichen Auwälder in der Umgebung zu erhalten. Daraus entstand das Salus-Auwald-Biotop. In diesem Biotop, das ich nur in den Aussenbereichen kurz sehen konnte (die Besichtigung wird 2013 nachgeholt), gibt es u. a. einen Farnwald, Fischteich, Kräuterlehrpfad, eine Baumschule, Sumpfzone, ein Insektenhotel, Moorgebiet, Seerosenteich, Eisvogelteich und einen Bienenbaum.
 
Vor dem Eingang zum Auwald-Biotop kann ein Tierkunde-Museum besichtigt werden. Es ist eine Stiftung des Salus-Hauses an die Marktgemeinde Bruckmühl. Es beherbergt die umfassende Sammlung von Tierpräparaten des Vogelkundlers Adolf Peschke. Auf dem Betriebsgelände befindet sich auch ein Kräutergarten. Im Sommer finden in diesem Schaugarten Führungen auch für Kinder statt. Dies ist wichtig, damit unsere Kinder die Heilpflanzen in natura ansehen können.
 
Das mittelständische Unternehmen hat auch ein sozialverantwortliches Handeln im Fokus. So wird die Ausbildung gross geschrieben (Azubis bringen sogar eine eigene sehr ansprechende Zeitschrift, das „Bladl“, heraus).
 
Von Otto Greither wurde der Salus-Journalistenpreis ins Leben gerufen. Seit 2010 werden jährlich journalistische Beiträge, die sich kritisch mit der Agro-Gentechnik auseinandersetzten, ausgezeichnet. Die hohen Erwartungen in dieser Technik haben sich ja nicht erfüllt. „Die Agro-Gentechnik wird die Hungernden der Welt nicht satt machen, nur die Aktionäre“, so Ulrich Mautner.
 
Etliche Vereine aus der Region werden von der Naturarzneifirma unterstützt. Beachtenswert ist das Kräutergartenprojekt „Lichtblick Hasenbergl“ in München. In diesem Kräutergarten können Kinder aus sozial benachteiligten Familien Kräuter und Pflanzen pflegen und ernten. „Die Kinder müssen erleben, wie sie ihre gesamte Lebensqualität selbst beeinflussen können, wenn sie schon früh auf ihre Gesundheit Acht geben“, sagte Otto Greither.
 
Zur Nachhaltigkeit schrieb er in einer Firmenschrift dies: „Nachhaltigkeit basiert auf der Balance von Ökologie und Ökonomie und sozialem Austausch. Diese Überzeugung begleitet Salus von Anfang an. Sie gehört zum Prinzip der Reformbewegung, deren Mitbegründer mein Vater war.“
 
Seit fast 100 Jahren (2016 wird das 100-jährige Jubiläum gefeiert werden) hat der Umweltschutz und die Nachhaltigkeit Tradition. Dies ist bemerkenswert und nicht genug zu loben. Dem mittelständischen Unternehmen ist weiterhin alles Gute zu wünschen.
 
Internet
 
Literatur
Themenheft 2011: „Fair zum Boden“, AOEL (Assoziation ökologischer Lebensmittel Hersteller).
Themenheft 2012: „Qualität verstehen“, (Ökologische Lebensmittelhersteller geben Einblicke), AOEL.
„Produkte aus der Natur“, herausgegeben von Salus.
„Der Natur verbunden. Der Gesundheit verpflichtet“, Unternehmensportrait mit Gesamt-Umwelterklärung 2012-2015; herausgegeben von Salus.
Firmenschrift zum 75. Firmenjubiläum, Bruckmühl 1991.
 
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