Startseite 
Kontakt  °  Inhaltsübersicht  
Seite weiterempfehlen
     17. Januar 2018, 19:16 Uhr
 


Schlossportal
 Kundeneingang

 
 
BLOGs nach Datum sortiert Alle BLOGS zum Zurückblättern
BLOG vom 28.01.2013


Senioren (2): Wie es gelingen kann, gesund alt zu werden
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
Obwohl immer mehr Menschen älter werden, gibt es auch solche, die bis ins hohe Alter gesund bleiben. Die Forschungsgruppe „Gesundes Altern“ und popgen (www.popgen.de) sammeln DNA-Proben (Blut wird genetisch untersucht) von steinalten Personen. Dazu popgen: „Mehrere 1000 Spender, die über 90 Jahre alt geworden sind, haben sich an dieser Sammlung beteiligt. Das Geheimnis eines langen gesunden Lebens wird nach heutiger Auffassung zu gut einem Drittel von genetischen Einflüssen bestimmt.“
 
Ein bayerischer Forschungsverbund (Federführung: Uni Würzburg) sucht Antworten auf das vermehrte Auftreten von Krankheiten wie Muskelschwund und Osteoporose im Alter. „Das Ziel heisst Verbesserung der Lebensqualität und der Selbständigkeit im Alter unter gleichzeitiger Entlastung der finanziellen Aufwendungen für Unterstützung und Pflege“ (www.presse.uni-wuerzburg.de).
 
Wenn sich im Alter ein Muskelschwund ausbildet, kommen verschiedene Faktoren in Frage wie Vererbung, mangelnde Bewegung und Begleiterkrankungen.
 
Für uns ist zunächst wichtig, was man tun kann, um auch im Alter gesund und fit zu bleiben. Es gibt eine ganze Reihe guter Massnahmen zur Vorbeugung. Im Buch „Das ABC der Vitalstoffe“, das ich zusammen mit Dr. med. Wolfgang Busse schrieb, publizierten wir im Kapitel „Fit bis ins hohe Alter – vorzeitige Alterung verhindern“ etliche Tipps. Solche und noch andere Tipps sollen hier in verkürzter Form publiziert werden.
 
Warum werden die Menschen unterschiedlich alt? Das hängt von mehreren Faktoren ab. Zuerst spielt, wie schon erwähnt, die Vererbung eine wichtige Rolle. Es gibt Familien, in denen gehäuft Hoch- und Höchstbetagte vorkommen. Zum Zweiten sind auch Faktoren von Bedeutung, die im Laufe eines Lebens hinzukommen. Das können etwa Krankheitsfolgen sein. Vielleicht noch entscheidender sind jene Faktoren, welche die Lebens- und Vermehrungsfähigkeit wichtiger Organzellen beeinträchtigen. So können Gifte aller Art sowie die ausreichende oder verminderte Versorgung mit allen essenziellen Körperkonstituenten (Nährstoffen) eine Rolle spielen.
 
Folgende Mechanismen können eine vorzeitige Alterung begünstigen: Grundsätzlich spielen hier Verluste, das heisst, das Fehlen von wichtigen Nährstoffen wie Vitamine, Mineralstoffe oder Aminosäuren spielt eine Rolle. Dadurch entsteht eine Anhäufung von schädlichen Stoffwechselprodukten. Es bilden sich insbesondere vermehrt Freie Radikale, die wiederum wichtige Stoffwechselprozesse beeinträchtigen. Es kann dadurch auch zu einer Verklebung oder Vernetzung von Kollagenen, den Gerüsteiweissstoffen, kommen, die das Stützgewebe bilden (Bindegewebe, Sehnen, Bänder, Knochen, Knorpel). Das hat eine Verhärtung im Bindegewebe zur Folge, die äusserlich an einer vermehrten Faltenbildung erkennbar wird.
 
Auch die wichtige Erbinformation (DNA) wird altersbedingt verändert und kann somit die erforderlichen gesunden Produkte nicht mehr hervorbringen. Alles in allem kommt es zunehmend zu Beeinträchtigungen an Geweben und einzelnen Stoffwechselkomponenten, und wichtige Reparaturmechanismen fallen aus. Je früher und je stärker sich diese degenerativen Prozesse abspielen, umso eher finden vorzeitige Alterungsprozesse statt.
 
Wie kann man den unausweichlichen Alterungsprozess hinauszögern? Man sollte sich bemühen:
-- schädigende Einflüsse auszuschalten und durch die Bildung von freien Radikalen so weit wie möglich zu unterbinden.
-- durch die Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel ausreichend die wichtigen essenziellen Nährstoffe aufzunehmen.
-- sich durch ein ausgewogenes körperliches Training fit zu halten,
-- und auch bei fortschreitender Alterung den Geist zu trainieren.
 
Welche Einflüsse könnten beim Alterungsprozess eine Rolle spielen? Neben den Risikofaktoren kann auch die Einstellung eines Menschen für die Lebenserwartung von Bedeutung sein. Wolfgang Busse hat dies während seiner 50-jährigen Arzttätigkeit beobachtet: Die Gemütsverfassung eines Menschen, seine Stärkung durch philosophische Denkinhalte, seine Einstellung zu transzendentalen Einflüssen und seine Resistenz gegenüber alltäglichen Stressfaktoren können darüber entscheiden, wie lange er lebt.
 
Diese Einschätzung beruht auf der Beobachtung, dass einige der hochbetagten Personen eine relativ gering ausgeprägte Pathophobie, die Angst vor Krankheiten und vor Krebs, haben. Gerade das könnte ja auch der Grund dafür sein, dass mancher unter Belastungen und Mängeln nicht so schnell und stark erkrankt wie jemand, der ständig Furcht vor Krankheiten hat. Diese Faktoren berühren auch das Gebiet der Psychoimmunologie, den Einfluss der Psyche auf das Immunsystem, der in der modernen Medizin heute anerkannt ist.
 
Spielen auch Charaktereigenschaften eine Rolle? Immer wieder höre ich, dass sensible Menschen eine nicht so hohe Lebenserwartung wie extrovertierte und egoistische Personen hätten. Aber betrachten wir einmal eine Untersuchung an Hundertjährigen in Georgia (USA). Es kristallisierten sich 4 Charaktereigenschaften heraus, die Hochbetagte hatten: Sie waren optimistisch, bejahten das Leben, wollten aktiv bleiben und waren anpassungsfähig. Trotz aller Verluste (Angehörige, Freunde, körperliches Leistungsvermögen) blieben sie hellwach und extrovertiert und nahmen am täglichen Leben ihres Wohnortes regen Anteil.
 
Nonnen, die bis ins hohe Alter Führungspositionen einnahmen oder Unterricht erteilten, blieben geistig fit und litten seltener an der Alzheimer-Krankheit oder anderen Gehirnerkrankungen als ihre Mitschwestern. Der intellektuelle Abbau nach Beendigung des Berufslebens bieten Freizeitbeschäftigungen und gesellschaftliche oder ehrenamtliche Aktivitäten reichliche Möglichkeiten, um körperlich und geistig aktiv zu bleiben.
 
Kann man durch Sport topfit bleiben? Wer in die Jahre kommt, wird träger. Das bemerke ich auch ab und zu. Aber wir haben ja einen aktiven Wanderführer namens Toni, der uns immer wieder animiert, einmal wöchentlich in der Landschaft herumzuwandern.
 
Im Alter verliert der Körper an Muskelmasse, die Körperkraft nimmt ab und die Sauerstoffversorgung wird schlechter. Sport beeinflusst die normalen Altersvorgänge nicht, eignet sich aber hervorragend dazu, Krankheiten wie Herzinfarkt, Angina pectoris, Altersdiabetes, Osteoporose oder Bluthochdruck vorzubeugen. Sport bewirkt eine Senkung des Blutdrucks und des schädlichen Cholesterins (LDL-Cholesterin; dieses bewirkt vermehrt Ablagerungen in den Blutgefässen). Das als Schutzfaktor gegen Gefässkrankheiten geltende „gute“ Cholesterin (HDL-Cholesterin) wird dagegen erhöht. Vernünftig ausgeübter Sport bewirkt auch eine Reduzierung von Ängsten, Depressionen, Spannungen und macht widerstandsfähiger gegen Stress.
 
Eine körperliche Betätigung, die der persönlichen Leistungsfähigkeit entsprechen sollte, ist anzustreben. Geeignet sind Wandern, Radfahren, Nordic-Walking, Tanzen, Schwimmen, Gymnastik, Golf und Ski-Langlauf.
 
Prof. Dr. Dietrich Schwägerl von Ottobrunn empfiehlt „Bewegung, Bewegung, Bewegung“, ob dies bei einer Berg- oder Radtour oder bei Wanderungen in der Ebene der Fall ist, und er weist darauf hin, dass auch der Geist bewegt werden sollte. „Ab und zu muss das Gehirn ,rauchen’, das ist so, wenn schädliche Ablagerungen verbrannt werden.“ Auf der sehr guten Homepage sind viele Angebote für das körperliche und geistige Training vorhanden (Seiten über Radfahren, Wandern, eine Rätselecke und Internet/Dieters Netzseiten/Feine Spiele). „Freilich tun wir uns beim Seitenbasteln selber auch diesen Gehirnrauch-Dienst. Ausserdem gibt es im Haus der Senioren Musikgruppen, Sprachen- und Gedächtnistraining, Bastelgruppen und anderes, was Körper und Geist herausfordert.“
 
Wie mir der erwähnte Professor in einer E-Mail vom 23.01.2013 weiter mitteilte, kommen zu den Vorträgen auch Besucher mit Gehhilfen. „Wenn die Gelenke vielleicht nicht mehr so mitmachen wie früher, aber der Geist wach und lebendig bleibt, ist das doch das Allerwichtigste.“ Er bemerkte noch, dass wir durch den hellwachen Geist auch schöne Blogs schreiben können.
 
Die besten Ernährungstipps
Eine gut zusammengestellte vegetarische Ernährung und eine Vollwerternährung mit Vollkornprodukten, frischem Obst, Gemüse, Salaten, Milch und Milchprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, etwas Butter, kaltgepressten, unraffinierten Ölen ist auch für den älteren Menschen von Vorteil. Wer gerne Fleisch oder Fisch isst, sollte darauf nicht verzichten. Anzustreben ist jedoch eine überwiegende Pflanzenkost. Wichtig ist, dass die tägliche Ernährung vielseitig und abwechslungsreich ist. Eine unnötige Bearbeitung der Nahrungsmittel sollte vermieden werden. Oft lehnen Ältere wegen unzulänglichen Gebissverhältnissen rohes Obst ab. Wenn das der Fall ist, sollte Obst geraffelt oder püriert auf den Tisch kommen.
 
Folgende Ernährungstipps haben sich bewährt:
 
-- Meiden von übermässiger verfeinerter Kost (insbesondere Zuckerwaren, Weissmehlerzeugnisse). Eine vollwertige Mischkost sollte begrenzte Fettmengen und mehr als 50 % der Energiezufuhr an Kohlenhydraten enthalten. Bio-Produkte beim Kauf bevorzugen!
 
-- Nahrung sollte kalorienknapp sein. Jenseits des 60. Lebensjahres sind im allgemeinen 1800 (Frauen) bis 2300 (Männer) Kilokalorien empfehlenswert.
 
-- Hartfette durch kaltgepresste, unraffinierte Öle ersetzen.
 
-- Nicht zu viel Eiweiss konsumieren! Die empfohlene Zufuhr beträgt bei über 65-Jährigen 44 g (Frauen) bis 54 g (Männer) pro Tag.
 
-- Beim Kochsalzkonsum scheiden sich die Geister (so wurde rigoros der Kochsalzgehalt im Brot reduziert. Das Brot schmeckt dann fad). In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind unter normalen Lebensbedingungen laut den Ernährungsgesellschaften 6 g Kochsalz (NaCl) pro Tag ausreichend.
 
-- Meiden Sie grosse Mengen Wurst, Fleisch, Fisch, Kaffee, schwarzen Tee und Alkohol. Essen Sie vermehrt Obst und Gemüse. Diese Lebensmittelgruppe hat die höchste Dichte an lebenswichtigen Stoffen. Gemüse und Obst sind wahre Schatzkammern, gefüllt mit Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen.
 
-- Zusatzkost: Zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe bekommt der Ältere durch die Aufnahme von Haferflocken, Müesli, Trockenfrüchte, Nüsse, Weizenkeimen und Bierhefe.
 
-- Reichlich trinken: Im Allgemeinen wird eine tägliche Zufuhr von Wasser (auch in Form anderer Getränke) von etwa 1,5 Liter und durch die Nahrung 0,8 Liter empfohlen. Schwangere und Stillende benötigen etwas mehr Wasser, ebenfalls Sportler und Arbeiter, die eine schweisstreibende Tätigkeit ausüben.
 
In der Regel wird der Wasserbedarf durch den Durst angezeigt. Eine übermässige Flüssigkeitszufuhr ist ebenso falsch wie eine unzureichende.
 
Oft ist bei älteren Menschen keine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme vorhanden, weil bei ihnen das natürliche Durstgefühl manchmal nachlässt.
 
Durch die reichliche Zufuhr von Flüssigkeiten werden die Nieren „gespült“, Stoffwechselprodukte schneller ausgeschieden und der Bildung von Nieren- und Blasensteinen vorgebeugt.
 
Für ein gesundes Alter ist also auch eine richtige Ernährung eine wichtige Voraussetzung. Der Gesundheitszustand der Senioren hängt auch von ihrer Ernährung in den mittleren Lebensjahren ab. Der Aktive und noch Leistungsfähige hat es selber in der Hand, für ein lebenswertes Alter Vorsorge zu treffen. Er muss es nur rechtzeitig tun, wenn der die Absicht hat, seinen Lebensabend zu geniessen.
 
Internet
 
Literatur
Busse, W.; Scholz, H.: „Das ABC der Vitalstoffe“, Haug Verlag, Heidelberg 2001.
Scholz, Heinz: „Vitamine – Ihre grosse Bedeutung für den menschlichen Organismus“, Kneipp-Verlag GmbH, Bad Wörishofen 1988.
Scholz, Heinz: „Richtig gut einkaufen“ (Die moderne Lebensmittelkunde für den Alltag), Verlag Textatelier.com, Biberstein 2005.
Ernährungsgesellschaften in A, D und CH: „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“, Umschau Braus GmbH, Frankfurt a. M. 2001.
 
 
Hinweis auf weitere Blogs zum Thema Alter
 
Hinweis auf einen Glanzpunkte-Artikel
 
 
Ihre Meinung dazu?

 
Nach oben  
Alle Blogs
Liste der bisher erschienenen Tagebuchblätter
Blogs nach Autoren
Blogs nach Autoren
Artikel nach Autoren
Wer was geschrieben hat
  Twitter
Wir sind auch auf Twitter, ebenso unsere Gedankensplitter
 
   
  © 2002-2017 Textatelier