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BLOG vom 08.05.2013


In Cleveland, Ohio (USA): Von den Entführern befreit
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Seit 10 Jahren waren Amanda Berry, Gina DeJesus und Michelle Knight verschollen. Sie wurden im Alter zwischen 14 und 21 Jahren in Cleveland USA entführt. Am Montag, 06.05.2013, wurden die 3 bedauernswerten Geschöpfe in der Seymour Avenue aufgefunden. Amanda konnte aus dem schäbigen Haus mit ihrem 6-jährigen Töchterchen Jocelyn entwischen. Die Polizei befreite ihre Mitgefangenen Gina und Michelle kurz darauf.
 
Die angeklagten 3 Brüder Ariel, Onil und Pedro, im Alter zwischen 52 und 54 Jahren, stammen aus Puerto Rico. Ariel gilt als der Hauptschuldige und ist zugleich der Hausbesitzer. Seine Brüder lebten nicht im gleichen Haus. In der heruntergekommenen Avenue, vorwiegend von Hispaniern und Schwarzen bewohnt, sind die Häuser dicht aneinander gedrängt. Die Nachbarschaft hatte keine Ahnung, was sich hinter der Hausnummer 2207 abspielte. Ariel fuhr den lokalen Schulbus, bis ihm letztes Jahr gekündigt wurde. Laut Aussage galt er als „netter“ Mann. Er spielte Gitarre in der „Grupo Fuego“ und fuhr gern sein Motorrad. Ariel liess niemand ins Haus und benutzte den Hintereingang, um seine Einkäufe ins Haus zu bringen.
 
Nur 2 Leute avisierten im Verlauf all der Jahre die Polizei, einmal, als jemand Frauengeschrei aus dem Untergeschoss hörte, ein andermal, als jemand eine nackte Frau im Hinterhof kriechen sah. Die Polizei klopfte an der Türe, die verschlossen blieb, und liess es dabei bewenden. Die 3 Frauen, heute zwischen 23 und 30 Jahre alt, wurden im Spital untersucht und als „gesund“ befunden zu ihren Familien entlassen …
 
Wie besorgten und reinigten die Brüder die Kleider ihrer Opfer? Womit wurden sie ernährt? Wie durchstanden sie Krankheiten? Ein riesiger Fragenkatalog tut sich auf. Es wird vermutet, dass sie hinter verriegelten Zimmer dahinvegetierten.
*
 
Solche monströse Schanddaten von körperlicher und seelischer Misshandlung beging auch Josef Fritzl an seiner Tochter, die er zwischen 1984 und 2008 im Untergeschoss seines Hauses in Amstetten (Österreich) einkerkerte und vergewaltigte. 7 Kinder hatte er mit ihr gezeugt. Auch hier blieben die Nachbarschaft und der Bekanntenkreis ahnungslos, wie in nächster Nähe der Vater seine Tochter schändete.
 
Ich möchte hier nicht auf andere abscheuliche  Entführungsfälle eingehen. Wie deren Opfer solche Torturen ertragen konnten, bleibt mir unvorstellbar. Ich kann nur folgern, dass sie von solchen Schurken brutal unterjocht und gefügig gemacht wurden, bis sie gänzlich ihres Selbstwerts beraubt waren. Aber es kommt immer wieder vor, dass ein Fünkchen Eigenwille und Zuversicht aufflackert und den Opfern den Weg in die Freiheit und eine freudvolle Zukunft erschliesst. Das wünsche ich den unschuldigen Opfern aufrichtig, die jahrelange Martyrien zu ertragen hatten.
 
 
Hinweis auf das Blog über Natascha Kampusch
04.01.2007: Natascha Kampusch: Das Schweigen des Opferlamms
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