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BLOG vom 01.06.2013


Wetterkapriolen 2013: Machen Schauer auf Dauer lustig?
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
„Wo bleibt eigentlich die Sonne?“ Dies fragten sich in der regnerischen und kühlen Maienzeit 2013 viele Menschen. Als ich eine Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft in Schopfheim D am 28.05.2013 darauf ansprach, antwortete sie mir: „Eine ältere Frau sagte mir neulich, 2013 sei ein Mondjahr, und da ist es eher feucht und kühl.“ Dann fügte sie noch bei, man könne nur im August 2013 sehr warme Tage erwarten.
 
Nun, das Mondjahr war mir kein Begriff. Ich sah nach und entdeckte Hinweise im 100-jährigen Kalender mit der Suchmaschine Google. „Das Mondjahr ist aber nicht klar definiert, denn es kann in einem Mondjahr auch einen heissen Sommer geben, doch meist sind die Temperaturen unterdurchschnittlich.“ Infos unter: www.wissenswertes.at/index.php?id=mondjahr.
 
Somit kann die ältere Dame Recht haben. Sie hat wohl durch eigene Wetterbeobachtungen bestimmte „Bauernregeln“ und auch Hinweise im 100-jährigen Kalender bestätigt gefunden.
 
Betrachten wir einmal, welche negativen und auch positiven Auswirkungen ein kühles und regnerisches Wetter hat.
 
Seebestattungen auf deutschen Friedhöfen
Hier sind einige positive Gedanken: Wenn es etwas kühler ist, kommt kaum ein Mensch ins Schwitzen. Das merkten wir besonders bei Wanderungen. Bei wärmeren Temperaturen mussten wir immer genügend Trinkbares und ein Hemd zum Wechseln mitnehmen.
 
Bei kühlerem Wetter kommen wir Blogger beim Schreiben nicht ins Schwitzen. Bei diesen Temperaturen können wir unsere Gedanken flugs in den Computer bringen. Beim Beginn des Blogschreibens kurz nach 10 Uhr am 30.05.2013 herrschte im Zimmerinneren 21,5 °C, und die Aussentemperatur betrug 12,5 °C.
 
Manchmal fühlen sich Menschen bei kühler Witterung wohler. Auf jeden Fall schläft man besser.
 
„Schauer macht lustig“, schrieb Nadine Zeller, Volontärin der „Badischen Zeitung“. Sie studierte einige Twitter-Nachrichten („… hier braut sich gerade eine Wetterkommentar-Kreativfront zusammen“), die so lauteten: „Könnte Angela Merkel bitte diesem Wetter ihr Vertrauen aussprechen?“„Der kleine November möchte bitte aus dem Mai abgeholt werden“„Breaking News: Deutsche Friedhöfe führen mittlerweile auch Seebestattungen durch.“
 
Leider kann es die Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht richten. Sie ist nicht für das Wetter, sondern für die Euro-Rettung zuständig. Ein Wanderfreund, der in den nächsten Tagen bei einer Papstaudienz im Vatikan weilen wird, bekommt den Papstsegen für 32 Euro. Der teure Segen wird sicherlich auch für besseres Wetter sorgen.
 
Wenn es regnet und keiner Lust zum Wandern hat, kann man einen Museumsbesuch ins Auge fassen. Dort wird wahrscheinlich ein Andrang herrschen. Wer trotzdem bei Regen herumwandert, wird sicherlich einsam seine Kreise ziehen.
 
Wer gerne fotografiert, der wird jetzt ungeahnte und besondere Landschaftsaufnahmen auf Disk bannen können. Bei schönem Wetter kann jeder fotografieren; das diffuse Licht eines Nebel- oder Regentags eröffnet neue Gestaltungen.
 
Trotz Mairegen Spass haben
Negative Auswirkungen gibt es zur Genüge: So klagten kürzlich die Schausteller auf der Freiburger Mess´ über das Wegbleiben der Besucher. Wie Yvonne Weik, Redakteurin der „Badischen Zeitung“ bemerkte, könne man trotz Mairegen Spass haben, man müsse nur Gummistiefel und eine Windjacke anziehen.
 
Auch wurde die Empfehlung für Fussballfans, die Fanmeilen in Dortmund, Berlin und München besuchten, ausgesprochen, doch in Gummistiefeln und Regenschirmen zu erscheinen.
 
Man sollte auf jeden Fall positiv bleiben. Mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen soll sich so manche Wetterkapriole ertragen lassen, raten Psychologen. Aber wer lächelt schon bei so einem Sauwetter? Ich habe in Schopfheim noch keinen Regenschirmträger lächelnd erlebt.
 
Walter Hess schrieb in seinem Glanzpunkte-Artikel „Schlechtes Wetter“ Treffendes: „Die meteorologische Wasserscheu und -verachtung müssen endlich überwunden werden.“ Auf jeden Fall wachsen die Pflanzen in den Gärten üppig (natürlich auch die Beikräuter). Wenn wir das herrliche Grün der Bäume beim Blick aus unserem Fenster sehen, sind wir trotz des Regens erfreut. Der Regen ist für uns alle wichtig.
 
„Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?“ Das sang Rudi Carell 1975, und das fragen sich heute viele Landwirte und Gastronomen. Viele befürchten Einbussen. Das merkten schon die Spargel- und Erdbeeranbauer. Im Markgräflerland sind viele Erntehelfer aus den Ostblockstaaten da. Wie ich mir sagen liess, sorgen die Landwirte für eine andere Beschäftigung: Sie müssen Holz hacken (wohl für den kommenden Winter!).
 
Die Spargelernte begann übrigens fast 3 Wochen später als üblich. Und auf die frischen Erdbeeren warteten wir sehr lange. Die Erdbeeren, die wir vertilgten, waren etwas hart, nicht ganz reif und auch nicht aromatisch.
 
Wie wird die Kirschen- und Zwetschgenernte? Die Blüten waren zwar reichlich vorhanden, aber die Befruchtung war nicht so üppig. Da sind sicherlich auch Ernteeinbussen zu erwarten.
 
Auch die Betreiber von Schwimmbädern schauen in den trüben Himmel. Als kürzlich meine Enkelin Melina einen Schwimmkurs in einem warmem Innenbecken machte, sah ich nur einen einzigen Schwimmer bei 16 °C Wassertemperatur im Aussenbecken herumschwimmen. Er hatte jedoch einen Taucheranzug an.
 
In unserer Gegend gibt es viele Wirtschaften mit schönen Terrassen. Aber auch da ist kein Gast zu sehen; sie alle flüchten in die warmen Gaststuben. Bei schönem Wetter ist auf diesen Terrassen kein freier Platz mehr zu finden.
 
Ein Landwirt sagte mir kürzlich, die Natur sei 2 bis 3 Wochen zurück. Tobias Burtsche, Weinbauer am Kaiserstuhl, bemerkte, dass der Weinbau ungefähr 10 Tage Entwicklungsrückstand habe. Dies wäre noch nicht dramatisch. Die Rebe können nämlich solche Entwicklungsrückstände gut aufholen, sobald sich das Wetter bessert. Aber es gibt noch ein Risiko: Die Wetterschwankungen könnten das Hagelrisiko steigern.
 
Alle hoffen nun auf einen schönen Sommer. Dann wird der Rubel wieder rollen. Bei vielen Leuten ist dann die gute Laune wieder gewiss. Aber eins ist sicher (das beobachtete ich in der Vergangenheit): Kommt eine Hitzewelle, dann jammern die Regenfeinde wieder und stöhnen über die warmen Temperaturen.
 
Anhang: Übrigens ist der meteorologische Sommeranfang am 01.06., der kalendarische fällt auf den 21.06.
 
Internet
www.badische-zeitung.de („Landwirte und Gastronomen am Kaiserstuhl befürchten Einbussen“ und „Schauer macht lustig!“)
 
Hinweis auf Blogs mit Bezug zu Wetterpropheten
 
Hinweis auf einen Glanzpunkte-Artikel
 
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