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BLOG vom 15.08.2013


Zwetschgen: Der verführerische Duft aus den Ofenritzen
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
„Es ist ein himmlischer Fruchtgenuss“ oder „Frisch und fruchtig: Zwetschgenkuchen vom Land“. Diese oder ähnliche Äusserungen höre ich immer wieder, wenn es um die Zwetschgenwähe oder den Zwetschgendatschi geht. Inzwischen buk ich schon 2 Mal diesen Kuchen, der bei uns allseits beliebt ist. Dabei brauche ich mir keine Sorgen zu machen, dass etwas übrig bleibt.
 
Über die Zwetschge und Pflaume schrieb ich schon am 04.08.2009 das Blog „Pflaumen und Zwetschgen: Ein Genuss zum Dreinbeissen!“ Im vorliegenden Blog werde ich 2 Rezepte, die ich ausprobiert habe, bekannt geben. Ich kann Ihnen versprechen, Sie werden es beim Nachbacken nicht bereuen. Als Dreingabe wird das Rezept von Zwetschgenknödel aufgeführt. Auch dieses Nahrungsmittel ist eine Delikatesse.
 
Quark-Öl-Teig
Dieser ist laut Hans-Albert Stechl unkomplizierter herzustellen als Hefeteig. Hier sein Rezept aus der „Badischen Zeitung“ vom 13.08.2011:
 
Die Zutaten reichen für eine Kuchenform von 26 bis 28 cm im Durchmesser.
Zutaten für den Teig: 25 g zimmerwarme Butter, 90 g halbfetter Quark, 3 Esslöffel Sonnenblumenöl, 2 Esslöffel Milch, 50 g Zucker, 1 Packung Vanillezucker, 200 g Mehl, ein halbes Päckchen Backpulver, abgeriebene Schale von einer Biozitrone.
Zutaten für den Belag: 1 kg Zwetschgen, Zucker, Zimt.
 
Zubereitung: Den Quark durch ein Sieb geben, kurz abtropfen. Die Zutaten Quark, Butter, Öl, Milch, Zucker, Vanillezucker, Zitronenschale in eine Schale geben und mit einem Mixer homogenisieren. Mehl und Backpulver werden vermischt und über die homogenisierte Masse gesiebt. Dann beginnt die Handarbeit: Der Teig wird mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verknetet. Sollte er zu flüssig sein, etwas Mehl hinzufügen. Keine Angst, zunächst hat man klebrige Hände, die dann beim weiteren Kneten wieder sauber werden.
 
Den Teig ausrollen und in eine Springform bringen. Man kann den Teigklumpen auch direkt in die Form bringen und mit den Händen verteilen und einen Rand formen.
 
Die entkernten Zwetschgenhälften auf den Teig verteilen (Fruchtfleisch zeigt nach oben!) und mit einer Zucker-Zimtmischung bestreuen. Dann kommt der Kuchen für 45 Minuten in den auf 200 °C vorgeheizten Ofen.
 
Badischer Zwetschgenkuchen
Dieser ist mein Lieblingskuchen. Er wird aus Hefeteig gemacht. Nach meiner Ansicht ist die Produktion von Hefekuchen gut durchzuführen.
 
Zutaten für den Teig: 500 g Weizenmehl, ½ Würfel Hefe, ¼ Liter Milch, 100 g Zucker, 50 g Butter, ½ TL Salz.
Zutaten für den Belag: 1 bis 1,5 kg Zwetschgen, Zucker-Zimt-Mischung.
 
Zubereitung: Mehl in eine Schüssel sieben, die Hefe, die in lauwarmer Milch aufgeschlämmt wurde, hinzufügen, dann folgen die anderen Teigzutaten. Gut durchkneten und den Teig an einem warmen Ort 40 Minuten gehen lassen. Den aufgeblähten Teigbollen auf ein 40 × 30 cm grosses Kuchenblech verteilen und einen kleinen Rand hochziehen. Nun werden die halbierten Zwetschgen aufgelegt (Fruchtfleisch zeigt nach oben!) und mit einer Zucker-Zimt-Mischung bestreut. Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C ca. 35 Minuten backen.
 
Der unvergleichliche Zwetschgenduft steigt schon bei noch nicht ganz fertig gebackenen Kuchen aus allen Ritzen des Herdes heraus. Schon jetzt bekommt der Duftumströmte schon Appetit. Nach der Abkühlung kann man sich an der Wähe heranmachen. Die Wähe bzw. der Zwetschgendatschi schmeckt im frischen Zustand natürlich am besten.
 
Anmerkung: Während meiner Kuchenproduktion am 08.08.2013 umschwärmten mich einige Fruchtfliegen. Ich musste diese verscheuchen und den fertigen Kuchen mit einem Küchenhandtuch abdecken. Später kamen die Kuchenstücke in einen dicht schliessenden Kuchenbehälter. Nun war es mit der süssen Herrlichkeit für die Fliegen vorbei.
 
Köstliche Zwetschgenknödel
Während unseres Urlaubs in der Wachau im Jahre 2005 lernten wir Rita Theresia Weiss kennen. Sie führte uns durch Wien. Ich kaufte mir ihre Broschüre „Wiener Küche“. In diesem Werk sind einige Wiener Spezialitäten aufgeführt, darunter auch die Zubereitung der Obstknödel (am besten eigenen sich für die Füllung Marillen = Aprikosen und Zwetschgen).
 
Auf Wunsch der Familie probierte ich einmal diese Knödel aus. Sie gelangen seltsamerweise ganz gut. Deshalb wurde gefuttert, dass es eine wahre Freude war.
 
Zutaten für den Teig: 250 g Topfen (Quark), 50 g Butter, 1 Ei, etwas Salz, Mehl nach Bedarf.
 
Zutaten für die Füllung: Obst nach Jahreszeit. Butter und Brösel zum Wälzen.
Die Semmelbrösel werden mit etwas Butter in einer Pfanne angeröstet.
 
Zubereitung: Zutaten verrühren und mit soviel Mehl vermengen, dass ein geschmeidiger, nicht klebriger Teig entsteht. Eine Rolle formen, in Stücke schneiden und mit mehligen Fingern auseinanderdrücken. Halbierte Zwetschge oder Aprikose in die Mitte legen, vollständig einwickeln und in leicht kochendem Salzwasser etwa 5 Minuten langsam kochen. Die Knödel in Bröseln wälzen, mit Zucker bestreuen und servieren.
 
Die Knödel eignen sich als Nachtisch oder als Hauptgericht. Vorher kann man ja eine Kartoffel- oder Gemüsesuppe servieren. Eine solche Suppe ist für besonders Hungrige gedacht. Aber man wird auch mit den Knödeln satt.
 
Guten Appetit!
 
Literatur
Heinz Scholz: „Pflaumen und Zwetschgen halten den ,Leib offen’“, „Natürlich“, 1989-09.
Barbara Hofmann: „Zwetschgenbäume – mehr als nur hochwertige Fruchtlieferanten“, „Natürlich“, 1989-09.
Verena Krieger: „Ein Septembergenuss zum Dreinbeissen“, Natürlich“, 1989-09. Hier finden Sie einige Rezepte, Haltbarmachmethoden und Hinweise zum Dörren.
Stechl, Hans-Albert: „Zwetschgen, gut gebettet“, „Badische Zeitung“ vom 13.08.2011.
Weiss, Rita, Theresa: „Wiener Küche“, Eigenverlag, Wien, ohne Erscheinungsjahr.
 
Internet (Rezepte für Hefeteig und Zwetschgenkuchen bzw. Wähen)
www.chefkoch.de (425 Hefeteig-Rezepte und 1010 Pflaumenrezepte!)
www.frsw.de/obstbau2.htm (Infos über Obst- und Gartenbau)
 
Infos über Wähen
 
Hinweis auf weitere Zwetschgen-Blogs
05.03.2006: Ode an Baum, Holz und Früchte der Fellenberg-Zwetschge
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