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BLOG vom 24.04.2014


Reaktionen auf Blogs (142): Demokraten, Handwerker usf.
Zusammenstellung der Blog-Reaktionen: Walter Hess, Publizist, Biberstein AG/CH (Textatelier.com)
 
Die ukrainische Halbinsel Krim, die sich für Russland und gegen die westlichen Invasoren (USA und EU) entschied, hat unbewusst eine neue Version des Kalten Kriegs ins Leben gerufen. Mit Hilfe ihrer Einsatztruppe Nato wollen die Welteroberer von jenseits des Atlantiks, die USA, Russland in die Zange nehmen, was dort aber schlecht ankommt, wie die Volksabstimmung auf der Krim eindeutig gezeigt hat. 2 Blogs galten diesem Geschehen:
 
 
Zur Krim Abstimmung vom 16.03.2014 schrieb uns Gerd Bernardy, unser Blogger aus Norddeutschland:
 
Wenn sich eine Bevölkerung mit grosser Mehrheit dafür ausspricht, sich nicht mehr an das bestehende, sondern an das Land anzuschliessen, woher die überwiegende Mehrzahl der Leute kommt, wieso kommt der Westen und sagt, das sei nicht rechtens? Auf einmal ist eine demokratisch geäusserte Meinung unwichtig, ein Rechtsverstoss, nur weil die EU und die USA und eine nicht demokratisch gewählte Übergangsregierung in Kiew dagegen sind? Plötzlich zählt die Bevölkerungsmeinung nichts mehr! Sagt das nicht viel darüber aus, was die Demokratien im Westen überhaupt wert sind?
 
Viele Grüsse
Richard
 
Tatsächlich: Je mehr sich die offizielle Politik vom Willen des Volks entfernt, desto lästiger wird den Mächtigen in Regierungen und Parlamenten die Demokratie, also der Volkswille. Hier liegen die grössten Gefahren für die Demokratien, in welcher Ausprägung auch immer sie daherkommen mögen. Das Volk wird lästig und soll wenn immer möglich von wichtigen Entscheidungsprozessen ferngehalten werden; repräsentative Demokratien mit den zurückgebundenen Volksrechten wie Deutschland, weitere EU-Länder und viele andere sind ein wichtiger Schritt auf diesem verhängnisvollen Irrweg. Die Völker müssten (nach dem Beispiel Schweiz) lernen, für ihre Rechte und Einflussmöglichkeiten zu kämpfen. Allerdings sind auch in der Schweiz Bestrebungen auszumachen, Volksentscheide zu umgehen, vor allem von Bundesrätinnen.
*
Transzendentale Basis
Das Blog vom 17.04.2014
 
 
von Gerd Bernardy ist beim Historiker und Schriftsteller Pirmin Meier aus dem luzernischen Rickenbach/Beromünster auf Zustimmung gestossen. Er schrieb kommentierend und ergänzend:
 
Der Beitrag von Richard Gerd Bernardy gehört zu denjenigen, für die es in der Zeitung heute so gut wie nie Platz hat. Am wenigsten würde die NZZ so was drucken (ich konnte immerhin einmal eine Sonderseite über Immanuel Kant im BLICK unterbringen, die Leistung meines Lebens als Journi). Der Artikel belegt also eine vorzügliche Wahrnehmung der Webseite Textatelier.com.
 
Was Bernardy schreibt, ist letztlich ein Hinweis auf die Notwendigkeit einer transzendentalen Basis unseres Erkennens, also, dass es ohne Platon und Kant nicht geht.
 
Habe mich sehr über den Hinweis auf Fritz Mauthner gefreut, einen der wichtigsten Atheisten der Geschichte, dessen Grab ich jedes Jahr mit den Schülern besuchte in Meersburg D (am Bodensee), dies schon auch deshalb, weil dort das eindrucksvollste nichtchristliche Grabmal Deutschlands steht, das Grab von Franz Anton Mesmer, und das Grab der bedeutendsten katholischen Frau aller Zeiten, Annette von Droste-Hülshoff. Allein schon die „Judenbuche“ und das Gedicht über die ächzende Kreatur haben mehr Gewicht als praktisch alles, was in der deutschen Literatur seit dem Tod Friedrich Dürrenmatts geschrieben worden ist.
 
Mauthner, auf dem Christian Morgenstern grosse Stücke hielt (er forderte einen „Fritz-Mauthner-Tag“), gehört ebenfalls zu den Kalibern der Geistesgeschichte. Auf seinem Grabstein steht: „Vom Menschsein erlöst.“ Ich publiziere diesen Herbst 2014 in einem Sammelband einen Grossessay über den Philosophen Leopold Ziegler, der mit „Gestaltwandel der Götter“ schon 1920 als Antwort an Friedrich Nietzsche Wesentlichstes gesagt hat über Religion aus der Sicht vernünftigen, nicht auf Glauben angewiesenen Denkens.
 
Ich las gestern Abend wieder „Jesus. Der Glaube. Die Fakten“ von Carsten Peter Thiede. Interessant sind die Fakten. Mit Thiede war ich 30 Jahre lang persönlich bekannt, er ist vor 10 Jahren an Überarbeitung gestorben.
 
Pirmin Meier
 
Rosen für Rosenwurz-Blog
Einen guten Anklang hat auch dieses Blog von Heinz Scholz gefunden:
 
 
Vielen Dank, lieber Herr Scholz,
ich bin immer wieder beeindruckt was Sie so alles Spannendes schreiben, gut recherchiert!
 
Danke dass Sie mich daran teilhaben lassen!
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Ursel Bühring
 
Magnesium tut gut
Mit einem anderen Tagebuchblatt von Heinz Scholz hat sich Dido Ann (E-Mail: dreiziwhg@eml.cc) befasst:
 
 
Die Leserin berichtete aus eigenen Erfahrungen:
 
Ich habe extrem gute Erfahrungen mit Magnesium gemacht. Anfangs gegen Krämpfe in der Schwangerschaft genommen, habe ich es zur Normalisierung des Stuhlgangs eingenommen. Während einer 13-jährigen, absoluten Stressphase in meinem Leben halfen mir 3-fache Magnesiummengen. Als der Stress weggefallen war, brauchte ich nur noch sehr wenig davon. Ich merke an meinem Herz, ob ich es brauche oder nicht; eine gewisse geringe Menge nehme ich nach wie vor als Prophylaxe. Zurzeit versuche ich es mit Magnesiumchlorid-Fussbädern gegen Fersensporn.
 
Noch kann ich nicht über Erfolg berichten... Wirkte übrigens 1A gegen PMS (Prämenstruelles Syndrom).
 
Dido Ann
 
Spassvogel
Unser Korrektor („Controller“) Rolf P. Hess hatte Freude an Scholz’ Witze-Blog
 
 
Und er bereicherte diese lockere Zusammenstellung mit einem eigenen Beitrag zum Schmunzeln:
 
Lieber Heinz,
Eben habe ich Dein faszinierendes Vogel-Blog gelesen. Dabei kam mir ein etwas aussergewöhnlicher Witz in den Sinn, einer, den man nicht so oft hört wie die meisten andern heutzutage…
 
Ein Ornithologe und ein Student sassen in einer Bar und diskutierten die aussergewöhnlichsten Vögel. Der Ornithologe erzählte von einem ganz speziellem Vogel, der nur im tiefen Amazonien vorkomme: Der Ui-Ui-Ui-Ui-Bird.
 
Er schilderte diesen Vogel mit sehr bunten, leuchtenden Farben, mit gelb/orangem Schnabel. Dazu habe er ein äusserst seltsames Merkmal: 2 sehr grosse, runde Eier (Schweizer Ausdruck für unsere Hoden), die im Durchmesser grösser als die Füsse dieses Vogel lang seien.
 
Der Student fragte, wo denn der komische Name „Ui-Ui-Ui-Ui-Bird“ herkomme. Daraufhin erklärte der Ornithologe, dass dieser Vogel sehr schnell fliege und jenes Gezirpe bei jeder Landung laut ausstosse…
 
Rolf
 
Bomben-Pfusche
Doch kehren wir nach dieser Auflockerung wieder zu ernsthafteren Themen zurück. Auf mein Blog
 
 
schrieb Ernst Laub (E-Mail: ernst.laub@wanadoo.fr:
 
Auch und gerade mit den Tabus der Geschichte muss man sich befassen... Und wenn es um britische und amerikanische Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung geht, so wissen die wenigsten Menschen, dass alliierte Brandbomben weit mehr französische Zivilisten umbrachten als Franzosen insgesamt durch die Nazi-Besatzungsmacht getötet wurden.
 
Ernst Laub
 
Aus der Luftkrieg-Geschichte
Das Blog
 
 
von Rita Lorenzetti stösst immer wieder auf Beachtung. Peter Büchi (E-Mail: peter.buechi@gmx.ch) machte mit dem beschriebenen Geschehen seine eigenen Erfahrungen:
 
Ich bin Jahrgang 65, mein Vater Jahrgang 40. Er sah diesen Flieger abstürzen. Wir wohnten damals in Neu-Affoltern. Der Wald war für mich und mein Freund und ein beliebter Spielplatz für Abenteuer. Der „Fliegerstein“ hat mich schon damals fasziniert und tut es bis heute. Sogar mit dem Kindergarten machten wir mal einen Spaziergang dorthin.
 
Heute ist es nicht immer einfach, trotz Wegweisern, dorthin zu gelangen. Einmal musste ich umkehren, weil der Trampelpfad total von stechendem und dornigem Gestrüpp überwuchert war. Und um von der anderen Seite dorthin zu gelangen, muss man sich gut auskennen, da sich ausgetretene Pfade bald verlaufen und man sich durch Gebüsch kämpfen muss, was dem Förster missfällt.
 
Peter Büchi
 
Der Flüelapass
Für uns Blogger ist es immer erfreulich, wenn unsere Arbeiten auch nach Jahren noch beachtet werden. So erging es meinem Text
 
 
Der Wildnisprojektleiter Patrick Jaeger liess sich dazu wie folgt verlauten:
 
Guten Tag Herr Hess,
 
während meiner Recherche über den Flüelapass (wir sind als Alpenschutzorganisation und an deren Nutzung und Geschichte interessiert) bin ich auf Ihr Blog „Rucha Berg: Der 140-jährige Flüelapass, vom Winter geprägt“ gestossen.
 
Sie schreiben, dass der Bau des Flüelapasses 1967/68 weniger als 500 000 CHF kostete und für den Ausbau 3 Mio. CHF aufgebracht werden mussten. Wissen Sie etwa auch, wer das finanziert hat? Oder haben Sie Kenntnis davon, ob sich der Bund an den einen oder anderen Kosten beteiligt hat?
 
Haben Sie als Autor vielleicht noch Unterlagen zu der Abstimmung vom September 1985? Wir sind daran interessiert, was den Bürgern bezüglich der Flüelapassstrasse versprochen wurde. Gibt es Indizien, dass die Flüelapassstrasse im Winter gesperrt sein wird?
 
Für Ihre hoffentlich weiterführende Antwort freue ich mich sehr. Besten Dank und freundliche Grüsse,

Patrick Jaeger
Leiter Wildnisprojekte & AlpenTaxi.ch
mountain wilderness schweiz suisse svizzera svizra
Sandrainstrasse 3, 3007 Bern
Tel +41 31 372 30 00
 
Antwort
Sehr geehrter Herr Jaeger,
 
erfreulich, dass Sie auf unser Schaffen aufmerksam wurden, und ich danke Ihnen für die Zuschrift. Meine Angaben über die Entstehungsgeschichte des Flüelapasses habe ich Zeitungsberichten entnommen, die Ende Oktober 1967 zum 100-Jahre-Jubiläum erschienen waren. Nähere Angaben habe ich leider nicht. Das Historische Lexikon im Internet haben Sie sicher gefunden:
 
 
Als Standardarbeit dient die Schrift von
E. Poeschel, „Aus der Geschichte des Flüelapasses“, in Schweiz 8, 1956, 7.
 
Hier noch ein Text über Susch (aus dem Internet):
 
Susch war seit dem Ausbau der Flüelapassstrasse (1866-68) Umschlagplatz und Pferdewechselstelle der Pferdepost (180-200 Pferde). Infolgedessen blühte das damit verbundene Handwerk für Schmiede, Sattler und Wagner. Aber auch Kutscher und Säumer, Fuhrleute, Wegmacher und Ruttner fanden hier ihr Einkommen.
 
Die heutige Passstrasse wurde in den Jahren 1866/67 gebaut und diente vor der Eröffnung der Albulabahn als einzige Verbindung des Raums Davos (genau genommen: Davos Dorf) mit dem Unterengadin. Sie war die Voraussetzung für einen regen Postkutschenverkehr. Das Flüela-Hospiz liegt auf halbem Weg. Der Strassenbau kostete damals weniger als 500  000 Franken, wie oben erwähnt. Demgegenüber kamen allein die in den 1960er-Jahren auf der Nordseite vorgenommenen Verbesserungen und der Ausbau auf 6 m Breite auf fast 3 Mio. Fr. zu stehen. Ab 1966 wurde auch der gründliche Ausbau der Südseite vorangetrieben; das Ziel war eine wintersichere Verbindung, die aber doch sehr aufwändig wäre. Wegen des Vereina-Tunnels unterhält der Kanton Graubünden die Passstrasse seit 1999 nicht mehr; aber der Verein „Pro Flüela“ (http://proflueela.ch/) darf den Pass zwischen Tschuggen und Susch jeweils bis anfangs Januar und ab dem 1. Mai offenhalten.
 
Ich grüsse Sie herzlich und hoffe, dass Sie bei der Materialsuche über den Flüelapass fündig werden.
 
Walter Hess
 
PS: Vielleicht gibt es Leser, die Herrn Jaeger mit Material über den Flüelapass alimentieren können.
 
Handwerker in Bedrängnis 
Rita Lorenzetti beachtete meine autobiografischen Kurzkapitel im Facebook
 
 
und fühlte sich als Gattin eines Schreiners mit künstlerischem Talent von meinen Ausführungen zum Handwerk besonders angesprochen:
 
Sali Walti
 
eben habe ich Deine berufliche Rückschau ein bisschen nachvollzogen. Auf jeden Fall habe ich auch zurückgeschaut.
 
Ja, es ist so, wie Du es sagst, auch für andere Berufe. Wir kennen diese Riesenumwandlung ja auch (IKEA). Ebenso leiden oder litten alle andern Handwerksbereiche.
 
Für mich gründen diese riesigen Umwandlungen auf dem immer dominanter werdenden Materialismus und auch auf die Möglichkeiten, mit Menschen aus fernsten Ländern Geschäfte zu tätigen. Ohne den Computer wäre manches Desaster gar nicht möglich gewesen. Z. B. jenes in der Bankenwelt. Und mit diesem Stromgehirn arbeiten wir ja auch schon lange ... und gern, gäll ...
 
Aus der Astrologie weiss ich, dass diese Umwandlungen auf uns zukommen mussten. Aber es ist schon so, wie Du am Schluss Deines Beitrags sagst, es komme auf die Richtung an, darauf, wie wir mit den Umwälzungen zurechtkämen.
 
Ich empfinde diese Umwälzungen genau so, wie es das Wort ausdrückt: Was oben war, wird umgegraben. Was im Licht war, muss ins Dunkle. Ein Wandel wie vom Tag zur Nacht und später dann wieder von der Nacht zum Tag. Niemand kann ihn aufhalten oder rückgängig machen.
 
Lieber Gruss von Rita
 
Strohdachhäuser, nicht Strohhäuser
In meinem Blog
 
 
habe ich mehrmals den in die Alltagssprache eingebürgerten Begriff Strohhaus gebraucht. Das erkannte Gilbert Lüscher (E-Mail: rugil@bluewin.ch) als falsch:
 
Der Ausdruck "Strohhaus" ist total falsch und sollte in "Strohdachhaus" geändert werden.
 
Gilbert Lüscher
 
Antwort
Sehr geehrter Herr Lüscher,
 
Sie haben vollkommen Recht – der Ausdruck ist korrigiert, abgesehen von einem Buchtitel, der eben mit der Bezeichnung „Strohhaus“ arbeitet.
 
Es ist klar, dass nur das Dach, von Hochstüden und Firstbalken getragen, aus Stroh ist, im Gegensatz etwa zu einem Strohballenhaus. Der Begriff Strohhaus ist (wohl aus Gründen der Vereinfachung) üblich, aber sicher nicht präzise. Die Sprache gehorcht nicht immer den Gesetzen der Logik. Immerhin wendet die Schweizerische Gesellschaft für Kunstgeschichte den Begriff richtig an: Strohdachhaus. Doch in Kölliken AG, wo es mitten im Dorf ein Strohdachhaus mit Ortsmuseum gibt, wird selbst in der 1998 erschienenen Ortsgeschichte meistens vom „Strohhaus“ (oder vom „Salzme Huus“) geredet.
 
Ich habe von Ihnen, Herr Lüscher, gelernt, werde die Lektion beherzigen.
 
Vielen Dank und beste Wünsche!
 
Walter Hess
 
 
Hinweis auf die bisher erschienenen Reaktionen auf Blogs
 
 
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