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BLOG vom 02.06.2014


Reaktionen auf Blogs (144): Der Aufmarsch der EU-Gegner
Zusammenstellung der Blog-Reaktionen: Walter Hess, Publizist, Biberstein AG/CH (Textatelier.com)
 
Die Sache ist schon etwas kompliziert. Die Rede ist hier von der Europawahl 2014, wie sie alle 5 Jahre stattfindet; die jüngsten Wahlen wurden vom 22. bis 25.05.2014 durchgeführt. Die Kompliziertheit ergibt sich daraus, dass jeder der heute 28 Mitgliedstaaten seine Abgeordneten fürs Europäische Parlament in Strassburg mit den 766 Sitzen und seinen eingeschränkten Kompetenzen nach seinen eigenen Regeln bestimmen kann, wie sich das aus dem Artikel 14, Absatz 3, des EU-Vertrags sowie aus dem 1976 verabschiedeten Direktwahlakt ergibt. Rund 400 Millionen Bürger konnten an den Wahlen teilnehmen. Das sieht nach nationalen Souveränitäten aus, auch wenn sie im Wesentlichen auf diesen Wahlakt beschränkt sind. Aus den landestypischen Resultaten lässt sich die Begeisterung oder Ablehnung in den einzelnen Mitgliedsländern erkennen, und das ist selbstverständlich auch für Aussenstehende wie uns Schweizer eine spannungsgeladene Angelegenheit.
 
Am meisten überrascht hat mich das verhältnismässig EU-freundliche Wählerverhalten in Deutschland, was nach meinem persönlichen Empfinden ganz im Gegensatz zur dortigen EU-ablehnenden Stimmung steht, zumal Deutschland die europäische Milchkuh ist, die nach Strich und Faden gemolken wird, was sich in hohen Steuern und Abgaben niederschlägt.
 
In Deutschland hat die eurokritische AfD (Alternative für Deutschland) zwar aus dem Stand 7 % gewonnen, was aber angesichts des finanziellen Riesendebakels im EU-Raum weit unter den Erwartungen lag. Sie erteilte einer Zusammenarbeit mit rechtspopulistischen Parteien eine klare Absage. Der AfD-Parteivorsitzende Bernd Lucke jubilierte: „Es ist Frühling in Deutschland.“ Die Union (CDU/CSU) verlor 2.4 % und lag nur noch bei 35.5 %. Die SPD legte um 6.4 % zu und kam auf 27.2 %. Die Grünen verloren leicht auf 10.7 %, und die Linke verharrte bei 7.5 %. Die FDP verlor massiv und kam noch auf 3.3 % der Stimmen. Die Freien Wähler, die Piraten, die rechtsextremistische NPD, die ÖDP, die Familienpartei, die Tierschutzpartei und die PARTEI schafften nach der Abschaffung der Dreiprozent-Hürde erstmals den Einzug ins Europaparlament. Die Wahlbeteiligung lag in Deutschland bei 47.9 Prozent (2009: 43.3), europaweit nur bei 43,09 Prozent (2009: 43).
 
Insgesamt kann man feststellen, dass rechte und eurokritische Parteien stark zulegen konnten; sie kommen EU-weit auf insgesamt auf rund 19 % der Stimmen. Diesbezüglich besonders eindrücklich war das Resultat des rechtsextremen Front National von Marine Le Pen in Frankreich, der mit 25 % klar die stärkste Kraft wurde. Und in Dänemark lag die Dänische Volkspartei vorne. In Österreich konnte die FPÖ deutlich an Stimmen gewinnen.
 
In Grossbritannien erhielt die UKIP gut 27 % der Stimmen. Darüber hat der in London/Wimbledon ansässige Schweizer Aphoristiker und Schriftsteller in einem Blog am 27.05.2014 berichtet: GB-Wahl: Politischer Teppich dank UKIP neu eingefärbt.
 
Der Berliner Wissenschaftspublizist Dr. Martin Eitel ergänzte diese Grundlagenarbeit Baschnongas mit bemerkenswerten weiterführenden Informationen und Kommentaren:
 
Die Ergebnisse der EU- Wahlen insbesondere in Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland und Grossbritannien wie auch das Ergebnis der AfD in Deutschland zeigen, dass ein Weitermachen in der EU wie bisher nicht mehr möglich sein wird. Der in Luxemburg im Oktober 2013 als Regierungschef abgewählte Kandidat für den Posten des Generalsekretärs des EU- Zentralkomitees, Jean-Claude Juncker, Mitglied der Christlich Sozialen Volkspartei, hatte bekanntlich gesagt: „Wir beschliessen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein grosses Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter ‒ Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt“ (zitiert nach Spiegel, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d15317086.html).
 
Spätestens am 25.05.2014 hat endliche eine genügend grosse Zahl von EU-Bürgern, weit mehr als den etablierten Politikern lieb sein dürfte, begriffen, was beschlossen wurde, und hat es Jean-Claude Juncker und seinen Kollegen nicht mit „Geschrei“ bzw. „Aufständen“, sondern kultiviert mit dem Stimmzettel gezeigt, wie die Arbeit des EU-Zentralkomitees, des EU-Rates und des EU-Parlaments eingeschätzt wird.
 
Martin Eitel
 
Pirmin Meier und der Kunstsammler Gurlitt
Dem Textatelier.com-Nutzer ist zweifellos aufgefallen, dass seit Mitte August 2013 eine bekannte, geschichtlich versierte Persönlichkeit für uns schreibt: Dr. phil. Pirmin Meier (1947), aufgewachsen in Würenlingen AG und wohnhaft in Rickenbach LU, langjähriger Gymnasiallehrer in Beromünster. Er war zunächst als Journalist und Herausgeber von Büchern (unter anderem bei Suhrkamp-Insel) tätig, später mehrere Jahrzehnte als Gymnasiallehrer (Beromünster) und Lehrerfortbildner.
 
Seine Biographien über Paracelsus (6. Auflage im Jahr 2013), Bruder Klaus (3. Auflage in Vorbereitung) sowie Heinrich Federer und Micheli du Crest gelten als epochal und wurden unter anderem mit dem Innerschweizer und dem Aargauer Literaturpreis ausgezeichnet. Zu den Themen, die mit der Innerschweiz zu tun haben, gehören bei Pirmin Meier das Buch „Landschaft der Pilger“, unter anderem mit der Beschreibung der Schattigen Fasnacht in Erstfeld und einer ersten Studie über den heiligen Gotthard. Ausserdem setzte er sich mit der Biographie von Pater Alberich Zwyssig auseinander – von diesem stammt der Text des „Schweizerpsalms“, der Schweizer Nationalhymne –, eingegangen ins Buch über Wettingen „Eduard Spörri, ein alter Meister aus dem Aargau“.
 
Am 7. September 2013 hielt Dr. Pirmin Meier auf der Rigi die Jubiläumsansprache zum Jubiläum 70 Jahre Innerschweizer Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverein ISSV. Für sein Buch „St. Gotthard und der Schmied von Göschenen“ machte er bedeutende, für die Geschichte einmalige Recherchen über die alten Wege vor 1231, auch zusammen mit dem Historiker Dr. Hans Stadler-Planzer. In beratender Funktion ist Pirmin Meier für das Filmprojekt „Winkelried“ des in Ebikon wirkenden Filmunternehmers Marcel Wolfisberg tätig.
 
Eine von Pirmin Meiers stark beachteten Leistungen war das ausführliche Blog vom 07.05.2014: Cornelius Gurlitt – ein Kunstsammler der ganz anderen Art.
 
Der berühmte Sammler war am 06.05.2014 infolge einer Herzerkrankung in München verstorben. Eine Bypass-Operation und die Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft hatten ihm schwer zugesetzt. In seinem Testament setzte er die Stiftung des Kunstmuseums Bern als Alleinerbin seiner Sammlung ein, welche Raubkunst und von den deutschen Nationalsozialisten beschlagnahmte „entartete Kunst“ enthält und nun verschiedene Begehrlichkeiten weckte. Pirmin Meier hat die historische Leistung Gurlitts in objektiver Art gewürdigt, was Emil Baschnonga, selber ein Kunstkenner und -sammler, zu einem anerkennenden Kommentar veranlasste:
 
Cornelis Gurlitt: ein sehr aufschlussreicher Beitrag auf gut fundierter Grandlage verfasst.
 
Emil Baschnonga
 
Warum wir gern ländlich wohnen
Städte wollen durch Wachstum eine grössere Bedeutung erlangen und entwickeln entsprechende regionalplanerische Zukunftsvorstellungen. Wie das in der Praxis vor sich geht, habe ich im Blog vom 30.11.2012 (Vision Aarau: Bürger, die im funktionalen Raum funktionieren) skizziert. Doch die Bürger bevorzugen mehrheitlich das beschauliche ländliche Leben ohne den Dichtestress, wie ein modernes Schlagwort lautet. Das drückte sich auch in der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative aus (Blog vom 09.02.2014: Ja zur Einwanderungsbeschränkung: Initiative angenommen).
 
Alex Schneider aus Küttigen AG teilte uns seine Gedanken dazu mit:
 
Warum haben viele ländliche Gemeinden zur Masseneinwanderungsinitiative mit JA gestimmt? Weil die ländlich wohnenden Leute die lockere Bauweise, den geringen Anteil von Mietwohnungen, die Eigenverantwortung für Haus und Garten und die mässige Verkehrsbelastung schätzen. Sie wollen nicht, dass noch mehr Gemeinden zu seelenlosen, verdichteten Agglomerationsgemeinden verkommen. Um die lockere Bauweise auf dem Land in möglichst vielen Gemeinden zu erhalten, müssen wir dort ansetzen, wo das möglich ist: bei der Reduktion der Zuwanderung. Die steigende Wohnflächennachfrage der ansässigen Bevölkerung, der Drang vieler Familien aufs Land können wir nicht beeinflussen.
 
Eine qualitativ hochwertige Verdichtung der Besiedlung ist zu begrüssen und entspricht auch den Vorlieben der urban (für städtisches Leben charakteristisch) gesinnten Leute. Es gibt aber einen grossen Bevölkerungsanteil, der gerne sein „Hüsli mit Garten“ hat, ob das nun den Architekten und Stadtplanern passt oder nicht. Im Übrigen weist der Modetrend des „urban gardening“ darauf hin, dass auch bei den urban Gesinnten noch ein Rest an Natursehnsucht vorhanden ist, der gerne im Wohnumfeld erfüllt werden will.
 
Alex Schneider
Haselrainstrasse 21
5024 Küttigen
 
Tipps zur Fusspflege
Heinz Scholz hat im Blog vom 02.05.2014 „Bewährte Tipps (1): Seien Sie gut zu Ihren Füssen!" ausgebreitet. So sinnvoll die Fusspflege auch ist, hat sie doch auch ihre andere Seite, die Richard G. Bernardy (E-Mail: g.richard.b@gmail.com) wie folgt dargestellt hat:
 
Lieber Heinz,
vielen Dank für die Tipps zur Fusspflege! Ich habe mich von meiner Frau, die schon lange eine professionelle Fusspflegerin in Anspruch nimmt, überreden lassen, auch meine Fussnägel professionell schneiden zu lassen. Für mich ist das kein Vergnügen, sondern eine Tortur. Ich bin nämlich extrem kitzlig! Ich muss dann versuchen, meine Reflexe, etwa den Fuss zurückzuziehen oder mit dem Knie gewalttätig zu werden, zu unterdrücken. Wenn nur die vielen Nervenenden dort unten nicht wären! Aber sie waren wohl evolutionär wichtig als Schutz vor Stacheln usw.
 
Richard Bernardy
 
Da hilft nur Eines: Man muss lernen, das Kitzeln als Sinnesreiz zu schätzen. Und wenn dies mit dem Lachen verbunden ist, dann ist das erst noch gesund.
 
Hinweis auf die bisherigen Reaktionen auf Blogs
 
 
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