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BLOG vom 10.10.2014


Im Flugzeug vergessen. Beagle Sherlock bringt’s zurück!
Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Westdeutschland
 
 
Diesen Kundendienst müsst Ihr sehen!“ In dieser Ankündigung und dem Hinweis auf einen kleinen Film, uns Bloggern von Rolf P. Hess per E-Mail zugesandt, klingt Hochachtung. Ich muss zugeben, auch ich war begeistert. Worum geht es?
 
Es geht um einen Werbefilm der Fluggesellschaft KLM. Es wird niederländisch gesprochen. Der Film hat englische Untertitel. Auch ohne ausführliche Sprachkenntnisse ist schnell erkennbar, was er aussagen will.
 
KLM kümmert sich um ihre Kunden. Haben die Kunden, sprich: die Fluggäste, im Flugzeug etwas liegen gelassen, ein Handy, eine Tasche, ein Kuscheltier, bemüht sich die Fluggesellschaft, die Fundstücke den Eigentümern schnellstens wieder auszuhändigen.
 
Das Filmchen zeigt einen Beagle, also einen Hund, mit dem passenden Namen Sherlock, der mit einem breiten KLM-blauen Stoff mit Taschen umgürtet ist, auf der der Firmenname gross zu sehen ist. Findet die Stewardess etwas im Flugzeug, wird der Hund in Anspruch genommen. Er schnüffelt am Fundstück, das in seine Tasche gesteckt wird und rast los. Er springt über Laufbänder, läuft durch die Sicherungssperren, kurvt um die Ecken. Die Kamera verfolgt ihn. Er findet den Eigentümer am Geruch, wenn er noch im Flughafengebäude ist. Eine Mitarbeiterin übergibt den verlorenen Gegenstand dem verblüfften, erfreuten Kunden. Der streichelt das liebenswerte Tier, und am Ende gesteht die Stewardess, dass sie den Hund mehr verwöhnt als es für ihn gut ist.
 
Ist das nicht ein verblüffender, überraschender, fantastischer Kundendienst? Aber: Gibt das Filmchen die reale Situation wieder? Haben die Fluggäste auf dem grössten Flughafen der Niederlande, auf Schiphol in der Nähe von Amsterdam, den Hund schon einmal in Aktion gesehen? Ich vermute: wohl nicht.
 
Es ist ein Werbespot, der von einer Werbeagentur produziert worden ist. Im niederländischen Fernsehen Werbung zu sehen, macht oft Spass. Oft ist ein Gag eingebaut, manchmal werden die Produkte sogar ein wenig lächerlich gemacht, ab und zu bleibt die Frage, was der Film überhaupt über das Produkt aussagen will. Es gibt jährlich einen Wettbewerb, über welches Produkt die interessanteste, die meiste Aufmerksamkeit erregende Werbung gemacht worden ist.
 
2 Online-Ausgaben überregionaler Zeitungen in den Niederlanden, „Het parool (HP)“ und „AD““ haben dazu etwas geschrieben:
 
„HP online“ lässt den Leser wissen, dass die britisch-amerikanische Website „Mashable“ die kleine Geschichte als glaubhaft ausgibt. „Mashable“ befürchtet sogar, dass Fluggäste absichtlich ihre Sachen liegen lassen, um in den Genuss dieses liebenswerten Services zu kommen. Jedenfalls kann man das so lesen. HP holt den Geniesser des Werbespots auf den Boden der Tatsachen zurück. Sie schreibt, dass schon vor einigen Jahren KLM einen Jahrespreis für den besten Reklamefilm erhalten hat. 1995 spielten Schwäne eine Rolle darin.
 
„AD-online“ berichtet über ein Gespräch mit dem KLM-Sprecher Roempol.  Der Leser wird darüber informiert, welchen Aufwand die Fluggesellschaft treibt, um Fundstücke wieder den Eigentümern zuzustellen, was ihnen zu 80% auch gelingt. Dieser Aufwand soll durch dieses Filmchen beleuchtet werden, also den besonderen Kundendienst, den KLM bietet.
 
Manchmal möchte man sich einfach täuschen lassen! Es ist einfach schön, wenn man solche Bilder sieht, der Hund ist doch so süüss!
 
Leider funktioniert so das Leben nicht, man mag es bedauern oder nicht!
 
 
Quellen
 
Hinweis auf weitere Blogs über Geschehnisse im Fundbüro
 
Hinweis auf weitere Blogs über die Werbung
 
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