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BLOG vom 17.11.2014


CH-Goldinitiative verhindert ein ungebremstes Gelddrucken
Autor: Martin Eitel, Wissenschaftspublizist, Berlin
 
 
Als Bürger eines Staates (Deutschland), der solche Volksentscheide wie zum Beispiel die Schweizer Goldinitiative leider nicht zulässt, halte ich noch eine Ergänzung zum Beitrag vom 10.11.2014 (Wie der US-Dienst Paypal die CH-Goldinitiative bekämpft) für sinnvoll.
 
Auch ich meine, dass aus der Sicht des stimmberechtigten Schweizer Bürgers die Goldinitiative durchaus sinnvoll ist. Jeder stimmberechtigte Bürger sollte sich daher bis Ende November 2014 ernsthaft Gedanken darüber machen und für diese Initiative stimmen. Richtig ist nämlich, worauf der Chefvolkswirt von Degussa, Thorsten Polleit, im Ergebnis mit Recht hingewiesen hat: dass eine Rückkehr zu einer zumindest teilweisen Gold-Deckung der Schweizer Währung das Vertrauen in den Schweizer Franken nachhaltig stärken und den Franken zu einer solideren Währung machen würde.
 
 
Aus meiner Sicht wäre ein weiteres wichtiges Argument, das dem Stimmbürger noch bis zum Abstimmungstag Ende November eindeutiger vermittelt werden müsste, das Folgende:
 
Das unkontrollierte Gelddrucken, wie es insbesondere die überwiegend private US-amerikanische Zentralbank mit ihrer aufgeblähten Bilanz seit etwa 5 Jahren betrieben hat, liegt nicht im Interesse des normalen Bürgers, wie ein ehemaliger US-Zentralbanker und Verantwortlicher für dieses unsolide Treiben, Andrew Huszar, ausdrücklich eingeräumt hat. Dieses unkontrollierte Gelddrucken bewirkt nämlich nicht, wie gern als Rechtfertigung behauptet wurde, ein stärkeres Wirtschaftswachstum im Interesse aller Bürger, denn dieses zusätzlich geschaffene Geld ist überwiegend nicht in der Realwirtschaft angekommen. Vielmehr hat sich herausgestellt, dass das unkontrollierte Gelddrucken sich zu einer Umverteilungsmassnahme zu Gunsten der wenigen Reichen und Besitzer von Vermögensanlagen entwickelt hat, weil die Banken das neu geschaffene Geld überwiegend statt in die Realwirtschaft in Vermögensanlagen geleitet haben. Die durch die Geldschwemme verursachte Inflation hat – anders als sonst bei inflationären Entwicklungen – nicht die Preise für Güter und Waren z. B. im Kaufhaus, die sogenannten Güterpreise, in die Höhe getrieben, sondern die sogenannten Vermögenspreise, also die Preise für Aktien, Anleihen, Edelmetalle und Immobilien, die in den herkömmlichen Inflationsraten nicht erfasst werden.
 
 
 
 
 
Die hemmungslose Gelddruckerei hat inzwischen zu neuen Blasen geführt, insbesondere auf manchen lokalen Immobilienmärkten und bei Aktien. Der deutliche Anstieg der Aktienkurse seit etwa 5 Jahren ist überwiegend nicht durch entsprechende fundamentale Wirtschaftsdaten der Unternehmen erklärbar, sondern fast ausschliesslich durch die Geldschwemme und die dadurch ausgelöste Nachfrage nach Aktien, oder anders ausgedrückt: Die Geldschwemme der Zentralbanken hält das Börsen-Kasino am Laufen. Ohne die Geldschwemme wird die Aktienblase, wie erste Signale zeigen, platzen und die Aktienkurse werden wieder deutlich fallen.
 
 
 
 
Eine solche verantwortungslose und nur wenigen Reichen wirklich nützliche Geldschwemme wird, und hier wird der Zusammenhang mit der Schweizer Goldinitiative hergestellt, durch eine (teilweise) Gold-Deckung der Währung zumindest wesentlich erschwert, wenn nicht sogar fast verunmöglicht. Davor, dass solche Forderungen wie die der Schweizer Gold-Initiative auch in den USA aufkommen könnten, hat die von der Geldschwemme im Wesentlichen profitierende reiche US-Oberschicht natürlich panische Angst, und das dürfte in der Tat der Grund dafür sein, dass in den USA einzelne Medien negativ über diese Goldinitiative berichtet haben.
 
Polleit behandelt in seinem weiter oben als Quelle erwähnten Beitrag meiner Meinung nach die wesentlichen Gesichtspunkte, die sich im Zusammenhang mit der Gold-Initiative ergeben, auch die mögliche bzw. sogar wahrscheinliche Aufwertung des Schweizer Frankens. Die Sorge, dass die Aufwertung der eigenen Währung der Wirtschaft und dem Wohlstand schade, ist nach Auffassung von Polleit weit verbreitet. Ein Blick auf die Daten ergibt seiner Ansicht nach jedoch ein gänzlich anderes Bild. Der Schweizer Franken etwa ist seit je her eine aufwertende Währung – vor allem auch deshalb, weil die Schweiz weniger Inflation zugelassen hat als andere Länder. Denjenigen, die Sorge vor einer Franken-Aufwertung haben, sagt Polleit: Noch keine Volkswirtschaft ist durch eine starke Währung gestürzt, viele aber durch eine schwache Währung. Das Aufwertungs-Argument wird auch in Deutschland immer wieder bemüht, wenn Euro-Kritiker den Ausstieg Deutschlands aus dem Euro und die Rückkehr zur D-Mark fordern.
 
Das scheinen mir die entscheidenden Gesichtspunkte zu sein, die den Schweizer Stimmbürger Ende November veranlassen könnten, der Schweizer Gold-Initiative zuzustimmen. Ich denke, dass gerade dieser Aspekt, dass die durch eine fehlende Gold-Deckung ermöglichte verantwortungslose Gelddruckerei eine massive Umverteilung von unten nach oben bewirkt, vielleicht noch vor dem Abstimmungstag medial entsprechend herausgearbeitet werden sollte, damit dem Stimmbürger die Bedeutung der Abstimmung klar wird.
 
Es bleibt zu hoffen, dass die stimmberechtigten Bürger daraus die angebrachten Schlussfolgerungen ziehen werden.
 
 
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