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BLOG vom 03.01.2015


Visitenkarte: Worte, Gedanken aus dem Schüttelbecher
Autorin: Rita Lorenzetti, Zürich-Altstetten
 
 
Wörter oder Sätze wurden angefordert, um mit ihnen die Rückseite meiner Visitenkarte zu gestalten. Eine lockere Ansammlung war gefragt. Keine Komposition. Keine wohlüberlegte Abfolge von Begriffen.
 
Lese ich sie heute, führen mich einzelne Aussagen sofort an ihre einstige Verwendung zurück. Sie erinnern an Aufgaben, persönliche Ansichten oder Erlebnisse, auch mit den Enkelinnen. Und sie dokumentieren, dass ich die Schriftsprache ganz gern mit einem Mundartausdruck würze.
 
Die Rückseite meiner Visitenkarte sieht so aus: 
Alles in Ordnung. Abgemacht. S'isch guet.
Mitgefühl und Zahlungsmoral. Es stört mich. Kontakte
und Geschichten. Schlagzeilen zum Sinnieren.
Licht und Schatten. Ungewohnte Perspektiven.
Versickerung und Quelle. En Chrampf. Charakter und Maske.
Singsang. Gwunder. Tuuch. Blöd parceque blöd.
Glogge und Blogge. Nüütig. Geschichten. Mitfühlen.
Begleiten. Schutzgatter. Tulpen. Elstern und
Rabenkrähen. Heiliger Hain. Isch guet? Langet das?
Prima chochet d'Lina. Und dänn: Amen.
Hinweise zu Mundartausdrücken
S'isch guet. = Es ist gut.
 
En Chrampf = eine grosse körperliche oder geistige Anstrengung.
 
Gwunder = Neugier.
 
Tuuch = bedrückt.
 
Blöd parceque blöd = Dialekt-Kombination mit Französisch:
dumm oder einfältig, weil dumm und einfältig.
 
Glogge = Glocken.
 
Nüütig = nichtig, wertlos.
 
Schutzgatter
= Eine schusselige Person. So nannte mich mein Vater, wenn ich unüberlegt losstürmte.
Abgeleitet ist dieser Begriff von den Einzelteilen eines Fallgatters,
die solange unruhig hin und her baumeln,
bis sie im Stadttor fixiert sind.
 
Langet das? = Reicht das?
 
Prima chochet d’Lina = Lina kocht prima.
 
Und dänn: Amen = Und dann: So sei es.
*
 
Wir befinden uns am Beginn eines neuen Jahrs. Jetzt ist es üblich, den Worten besonderen Glanz und auch Kraft zu verleihen und sie mit Glückwünschen zu segnen.
 
Das ist meine Absicht. Ich grüsse Leserinnen und Leser ganz herzlich.
 
 
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