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BLOG vom 21.01.2015


Westen und Ukraine lassen den Vernichtungskrieg aufleben
Autor: Walter Hess, Publizist (Textatelier.com), Biberstein AG/CH
 
 
Auf in den Kampf, Poroschenko! Weiter so! Die Brutalität der ukrainischen Regierungstruppen gegenüber der russischstämmigen Bevölkerung kennt keine Grenzen und wird mit EU-Milliarden unterstützt und gefördert. Mit Kanonen und Raketen wird auf die eigenen Landsleute geschossen, und ein unbeschreibliches Massaker ist das Resultat. Das eigene Volk wird ermordet. Präsident Petro Poroschenko, der Schokolade sowie Waffen produziert und sich des Völkermords schuldig macht, findet immer wieder ein faules Argument, um jenen Teil des Volks, der sich aus traditionellen Gründen mit Russland verbunden fühlt, mit schwerem Geschütz zu vernichten.
 
In diesem mörderischen Krieg, der von den US- und EU-hörigen Westmedien auf der Seite der kriminellen Kiewer Machthaber geführt wird, gibt es abseits der brutalen Wirklichkeit viele rhetorische Schaumschlägereien. So hat beispielsweise die EU ihre Milliardenhilfe an die Adresse der ukrainischen Machthaber an die Bedingung geknüpft, dass der Bürgerkrieg friedlich gelöst werden muss. Ginge es den Kriegsunterstützern im Westen, die nach der Einnahme der Ukraine ihre US-Angriffsraketen näher an Russland heranbringen wollen, tatsächlich um eine Friedenslösung, brauchte es dafür kein Geld: Frieden ist immer gratis zu haben, ganz im Gegensatz zu Kriegen.
 
Die Menschen in der Ostukraine (Volksrepubliken Donezk und Lugansk), deren Lebensraum täglich weiterzerstört wird, werden als „prorussische Separatisten“ heruntergemacht; von „proeuropäischen Mordkolonnen im Auftrag der Regierung“ spricht in adäquater Sprache niemand.
 
Vorschläge für eine friedliche Lösung gab es aus Russland, das sich bisher in einer bewundernswerten Zurückhaltung übte und sich durch Lieferungen von überlebensnotwenigen Gütern unter Uno-Aufsicht in die Ukraine hervortat. Die Kiewer Verleumder streuten in diesem Zusammenhang die Vermutung aus, es handle sich um Waffen, obschon das erwiesenermassen nicht zutraf. Der ausgehandelte Abzug von allen schweren Geschützen mit mehr als 100 Millimetern Durchmesser wurde mit einem Streit über den Verlauf der Demarkationslinie verhindert.
 
Die neuerliche Feuereröffnung in der Ostukraine versuchte der kriegsgeile Poroschenko mit den Argumenten zu rechtfertigen, die Separatisten hätten zu schiessen angefangen, also mit der abgedroschenen Standardlüge aller zurückschiessenden Angriffskrieger, und sie hätten zudem den Abtransport von getöteten Soldaten verhindert. Offenbar sind Tote ein Grund für die Erschiessung von weiteren Menschen. Dabei hatten Beobachter laut „Zeit online“ schon seit Wochen Vorbereitungen für eine neue Offensive der Regierungstruppen beobachtet, zumal Poroschenko seinen Streitkräften befohlen hat, den Separatisten „keinen Fussbreit“ ukrainisches Territorium zu überlassen. Damit die Zerstörung weitergehen kann, hat er in jüngster Zeit, sich in der Militäruniform präsentierend, seiner Armee mehrmals Panzer, Raketen und andere Zerstörungswaffen übergeben und mit dem Aufgebot von mehr als 100 000 Ukrainern begonnen.
 
Gleichzeitig versuchte Russland ständig, im Konflikt zu vermitteln, was natürlich bei der US-/EU-Machtpolitik keinerlei Chancen hatte und hat. Poroschenko lehnte Friedensvorschläge umgehend ab, wahrscheinlich im Einvernehmen mit seinen Verbündeten, die eine Gelegenheit sehen, die Kriegsmaschinerie Nato aufzuplustern. Russland, das diesen machtpolitischen Gottesdienst stört, wird mit Sanktionen niedergehalten.
 
Am 19.01.2015 haben die EU-Aussenminister eine Diskussion darüber begonnen, wie Russland weiterhin Schaden zugefügt werden kann. Russland müsse sich ändern, nicht die EU, las man in der „Süddeutschen“. Niemand habe eine Lockerung der Sanktionen auch nur angesprochen. Streit und gegenseitige Schuldzuweisungen sollen überwogen haben. Nur gerade der deutsche Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat vor einer Destabilisierung Russlands durch überzogene Sanktionen gewarnt: „Die Sanktionen sollen dazu dienen, Russland wieder an den Verhandlungstisch zu bringen, nicht dazu, das Land ins Chaos zu stürzen", sagte der SPD-Chef und Vizekanzler dem „Handelsblatt" (20.01.2015).
 
Inzwischen, seit dem 18.01.2015, wird der bereits weitgehend zerstörte Flughafen Donezk mit Panzern, Artillerie und Mehrfachraketensystemen wieder massiv beschossen, wie es dem prowestlichen Rüstungsfabrikanten Poroschenko und wohl auch der EU gefällt. Bei etwa 50 Angriffen wurden mindestens 9 Zivilisten getötet und 44 verletzt. Auch in den nahe gelegenen Städten Makeevka und Gorlowka ist es zu zivilen Opfern gekommen, über die sich in der Wertegemeinschaft niemand aufregt.
 
Besorgniskundgebungen durch den schwachen, aber sympathischen Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon gehen, wie üblich, im Schlachtgetöse unter. Nach Uno-Schätzungen zufolge hat der Ukraine-Konflikt bisher mehr als 4800 Tote gefordert, mehr als 10 000 Menschen wurden verletzt.
 
Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat die Konfliktparteien zu einem sofortigen Ende der Kämpfe in der Ostukraine aufgefordert. „Dieser Kreislauf der tödlichen Gewalt und die weitere Eskalation der Feindlichkeiten können nicht weitergehen", sagte der serbische Aussenminister Ivica Dacic. Serbien hat derzeit den Vorsitz der Organisation inne und seinerseits bittere Erfahrungen mit der westlichen Kriegsmentalität gemacht. Doch auch die OSZE macht einen traurigen Eindruck. So konnte der Vizechef der Beobachtermission, Alexander Hug, nicht zum Flughafen Donezk fahren, da trotz seiner Visite das Feuer nicht eingestellt wurde.
 
Europa hat die Kriegspolitik der USA 1:1 übernommen. Zurzeit treffen gerade Vertreter der Kommando-Zentrale der US-Army mit General Frederick Ben Hodgers als „Berater“ in Kiew ein; sie lehren ein effektiveres Töten und Zerstören. Zivile Opfer werden in beliebiger Zahl akzeptiert; ja, sind geradezu erwünscht, weil sie zur Zermürbung des Gegners beitragen.
 
Besänftigende, hohle Sprüche vertuschen eine menschenverachtende Kriegsmentalität, was nach der Krim, die eindeutig zu Russland gehören wollte, nun auch in der Ostukraine offensichtlich wird. Zu Trauermärschen versammeln sich die Staatschefs nur, wenn sie auf ein Ablenkungsmanöver angewiesen sind. Sie scheinen nicht zu spüren, dass solche Mätzchen durchschaut werden und sie sich angesichts ihres eigenen Verhaltens damit nur lächerlich machen.
 
Es kommt nicht auf die Rhetorik, sondern darauf an, welche politischen Massnahmen die Weltenführer unter US-Kommando treffen. Aber diese sind meistens so, dass dem Volk täglich Argumente für Trauermärsche auf dem Serviertablett vorgesetzt werden. Es müsste an sich laufend hinter tiefschwarzen Fahnen herlaufen.
 
 
Quellen
 
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