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BLOG vom 19.02.2015


Neue Studien 2: Lavendelduft, Spermien, Migränemittel
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
 
Wie schon im 1. Teil über die Studienflut angekündigt, beleuchte ich diesmal einige Studien, die mit Naturprodukten gemacht wurden. So gibt es gute Mittel bei Regelbeschwerden, Migräne, Arthritis. Aber nicht nur das: Man kann durch eine entsprechende Nahrungswahl sogar fittere Spermien bekommen.
 
Lavendel bei Regelbeschwerden
Das ätherische Öl von Lavendel wirkt beruhigend, krampflösend und antiseptisch. Der Lavendelduft wirkt auch in Kombination mit anderen Heilkräutern wie Baldrian, Hopfen, Thymian in Form eines Kräuterkissens bei Schlafstörungen. Man kann die Heilkräuter in ein Leinensäckchen füllen und unter das Kopfkissen legen oder auf dem Nachtschränkchen platzieren. Die Düfte beruhigen und vermitteln einen gesunden Schlaf.
 
Nun haben Mediziner der University of Medical Science in Teheran (Iran) eine interessante Wirkung in klinischen Versuchen festgestellt. 96 Studentinnen, die unter starken bis sehr starken Beschwerden während der Menstruation litten, wurden in diese Studie einbezogen. Die eine Hälfte musste eine Stunde nach dem Einsetzen der Beschwerden Lavendelöl inhalieren, die andere Hälfte Sesamöl (Kontrollgruppe). Bei den Patientinnen, die Lavendelduft einatmeten, verringerten sich Unterleibskrämpfe, Müdigkeit, Übelkeit und Kopfschmerzen erheblich gegenüber der Kontrollgruppe. Auf die Stärke der Blutung wurde kein Einfluss ermittelt.
 
Lavendelduft vertreibt Migräneschmerz
Bei Migräne entstehen Gefässkrämpfe der Kopfschlagadern. Vor Beginn eines Anfalls erfolgt eine krampfartige, kurze Verengung der Gefässe, später folgt eine Dehnung. Als Alternative zu herkömmlichen Medikamenten wurde schon früher Magnesium verordnet. Magnesium hat nämlich eine entkrampfende Wirkung.
 
Manche Migränepatienten waren auch überzeugt, dass das Einatmen von Lavendelduft helfe. Nun wurde diese Wirkung durch eine klinische Studie bestätigt.
 
Die Probanden der Verumgruppe (jene, die die zu testende Behandlung tatsächlich erhielten) mussten bei den ersten Anzeichen von Kopfschmerzen so verfahren: 2 bis 3 Tropfen Lavendelöl auf die Oberlippe verreiben und die aufsteigenden Dämpfe einatmen. Die Placebo- Gruppe erhielt Paraffinöl.
 
Die Probanden mussten dann Schmerzattacken anhand einer Skala von 1 bis 6 und die anderen migränespezifischen Symptome (Schwindel, Übelkeit, Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit) beurteilen. Ergebnis: 74 % der Probanden erfuhren eine Linderung der Beschwerden. Die Intensität des Kopfschmerzes in der Lavendelgruppe wurde signifikant gesenkt.
 
Hier die Beurteilung der Carstens-Stiftung: „Die Studie zeigt, dass die Inhalation von Lavendelöl möglicherweise zu einer effektiven Reduktion der Migräne-Symptomatik beitragen kann. Zudem konnte die Ausbreitung des Kopfschmerzes bei rechtzeitiger Anwendung der Lavendelöltherapie verhindert werden… Zukünftige Studien unter Einbeziehung konventioneller Migräne-Medikamente als Kontrolle sind notwendig, um bessere Aussagen über die Wirksamkeit des Lavendelöls treffen zu können.“
 
In Bioprodukten sind mehr Antioxidantien
Nun, das wussten Freunde von Bio-Produkten schon lange; jetzt wurde es quasi „amtlich“: Ein internationales Wissenschaftsteam unter Leitung der britischen Universität Newcastle konnte nach Auswertung von 343 Studien belegen, dass Bio-Produkte 20 bis 40 % mehr Antioxidantien, 48 % weniger Cadmium und 4-mal weniger Pestizidrückstände als konventionelle Produkte aufweisen.
 
Für dem Umstand, dass in den Bio-Pflanzen mehr Flavonoide, Phenolsäuren, Anthocyane enthalten sind, fanden die Forscher eine mögliche Erklärung: Die Pflanzen müssen sich gegen Schädlinge und Krankheiten und Umwelteinflüsse behaupten und produzieren vermehrt Antioxidantien.
 
In meinem Buch „Richtig gut einkaufen“ (Verlag: Textatelier.com GmbH., Biberstein) wies ich auf Ökoprodukte hin und gab auch Tipps für den Einkauf von Bio-Lebensmittel bekannt.
 
Laut einem Test der Zeitschrift „stern“ erwiesen sich Bio-Gemüse und Bio-Obst punkto Pestizide und Schwermetalle als weitgehend schadstofffrei. Auch die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg kam zu ähnlichen Ergebnissen. So wiesen damals (2005) nur 7 % der Biolebensmittel geringe Rückstände auf. Konventionell erzeugte Produkte waren dagegen zu 75 % mit Pestiziden belastet. Es lohnt sich also, Bio-Lebensmittel zu kaufen.
 
Vitalere Spermien
In Folge 1 berichtete ich über die Stärkung der Manneskraft mit Obst und Gemüse. Nun gibt es noch etwas anderes, das auf die Qualität der Spermien Einfluss hat. Laut Fachmagazin „Biology of Reproduction“ kam bei einer Studie mit 117 Teilnehmern zwischen 21 und 35 Jahren heraus, dass Walnüsse einen positiven Einfluss haben. Die Versuchsteilnehmer mussten täglich 75 g Walnüsse futtern. Dann waren sie fit für die Nachwuchsplanung. Die Spermien dieser Männer waren vitaler und beweglicher.
 
Wie wirken Granatäpfel?
Der Granatapfelbaum (Punica granatum) zählt zu den ältesten Kulturpflanzen. Er wurde schon vor 5000 Jahren in Zentralasien angebaut. In der Mythologie gilt der Baum als Symbol für Jugend, Schönheit und Fruchtbarkeit. Schon bei den Römern und den Griechen war der Granatapfel Bestandteil von Liebeselixieren.
 
Heute wissen wir, dass der Granatapfel eine positive Wirkung auf die Prostata ausübt. In Studien wurde nachgewiesen, dass das Prostata-spezifische Antigen (PSA) – ein Protein, das nur von Prostatazellen produziert wird – nach einer täglichen Einnahme von Granatapfelsaft konstant gehalten werden kann.
 
Der Granatapfelsaft ist aber auch für die Gesunderhaltung der körpereigenen Abwehr, der Zellen, der Gefässe und des Herz-Kreislauf-Systems wichtig. Der Granatapfel ist reich an bioaktiven Stoffen wie Antioxidantien (besonders hoher Gehalt an Polyphenolen). Diese wirken ausgezeichnet gegen freie Radikale.
 
Ein israelisches Forscherteam hat jetzt in einer Studie an einer kleinen Gruppe von 8 Arthritis-Patientinnen gute Effekte mit einem Granatapfel-Extrakt bei entzündlicher Gelenkerkrankung festgestellt. Die Patientinnen mussten täglich zweimal 5 ml hochkonzentrierten Extrakt vor den Mahlzeiten aufnehmen. Nach 3 Wochen wurde ein positiver Effekt auf den serumspezifischen oxidativen Status ermittelt. Der Rückgang der Anzahl druckschmerzempfindlicher Gelenke um 62 % war beachtlich.
 
Hier die Einschätzung der Carstens-Stiftung (www.carstens-stiftung.de): „Ob Arthritis-Patienten von der Einnahme antioxidativer Substanzen (Vitamin A, C, E und Selen) profitieren können, konnte in vergangenen Studien nicht eindeutig bewiesen werden. Die Hauptproblematik sehen die Wissenschaftler in der Gabe isolierter Inhaltsstoffe, die das komplexe Zusammenspiel von in Früchten und Gemüsen enthaltenen Substanzen völlig ausser Acht lassen.“
 
Der Granatapfel-Extrakt aus der ganzen Frucht, inklusive den Kernen, so die Stiftung, enthalte viele bioaktive Substanzen. Die Studienergebnisse ermutigen, weitere Studien mit mehr Patienten durchzuführen.
 
Ingwer beruhigt Magen, hilft bei Migräne
Laut Prof. Dr. Heinz Schilcher entfalten die Ingwer-Inhaltsstoffe 23 nachgewiesene pharmakologische Effekte. Um nur einige zu nennen: Ingwer wirkt brechreizdämpfend, sorgt für eine bessere „Magenverdauung“ sowie „Magenberuhigung“ und wirkt entzündungshemmend. Das ätherische Ingweröl wirkt, wie in einer im Jahre 2007 publizierte Studie eindrucksvoll festgestellt wurde, gegen Herpesviren.
 
Die ESCOP-Expertenkommission und die WHO empfehlen Ingwerzubereitungen nicht nur zur Vorbeugung der Reisekrankheit, sondern auch gegen Schwangerschaftserbrechen oder bei Brechreiz nach Operationen. Auch bei Blähungen, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Übelkeit und Motilitätsstörungen sind Ingwerzubereitungen angebracht.
 
100 Patienten eines iranischen Krankenhauses, die durchschnittlich 7 Jahre an Migräne gelitten hatten, nahmen an einer Studie teil. Die eine Hälfte bekam Sumatriptan, die andere erhielt Ingwer-Extrakt. Das Ergebnis war verblüffend: Der Ingwer-Extrakt war ebenso effektiv wie Sumatriptan. In der Sumatriptan-Gruppe wurden Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel, Sodbrennen registriert, während in der Ingwer-Gruppe die einzige Nebenwirkung Verdauungsstörungen waren (Phytother. Res. 2014;28: 412‒415).
 
Grüner Tee gegen freie Radikale
Der Grüne Tee enthält Polyphenole, die eine antioxidative Wirkung entfalten. Grazer Forscher haben jetzt die Pflanzeninhaltsstoffe in den Teeblättern auf die Unschädlichmachung der gefährlichen freien Radikale mittels EPR-Spektroskopie näher untersucht. Sie fanden heraus, dass die Polyphenole mehrere Aktive Zentren haben. „Diese übertragen unabhängig voneinander Wasserstoffatome auf freie Radikale und wandeln diese in harmlose Moleküle um“, so Gscheidt-Demmer. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Angewandte Chemie“ 2014 publiziert.
 
Weitere Radikalenfänger sind die Vitamine E, C und das Provitamin Beta-Karotin, aber auch Coenzym Q10, Selen, Zink und die Inhaltsstoffe der Blätter von Moringa, Oleifera und Granatapfel-Früchten.
„Angewandte Chemie“, Nr. 48/2014.
 
 
Internet
 
Literatur
Scholz, Heinz: „Richtig gut einkaufen“, Verlag Textatelier.com, Biberstein 2005.
Scholz, Heinz; Hiepe, Frank: „Arnika und Frauenwohl“, Ipa-Verlag, Vaihingen 2013.
Scholz, Heinz: „Magnesiummangel“, Hippokrates Ratgeber, Hippokrates Verlag, Stuttgart 1988.
 
Hinweis auf einige Blogs zu weiteren Studien
 
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