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BLOG vom 30.05.2015


Einseitige Berichte in D-Medien zum Abschuss der MH17
Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Westdeutschland
 
 
Vor wenigen Wochen berichteten die niederländischen Medien über Ergebnisse der Untersuchungen, wer für den Abschuss der Verkehrsmaschine MH17 am 17.07.2014 wirklich verantwortlich war. Direkt nach dem Unglück mit 298 Toten über der Ostukraine wurden die pro-russischen Separatisten als Täter bezeichnet und in den Medien vorverurteilt, mit ihnen auch die russische Regierung, namentlich Präsident Wladimir Putin. Geschürt wurde diese Ansicht auch durch den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko.
 
Nach Ansicht eines leitenden Staatsanwalts in den Niederlanden, der die Untersuchung durchführt, weil die meisten der Opfer die niederländische Staatsbürgerschaft besassen, wird diese Ansicht zurückgewiesen:
 
„Die niederländische Staatsanwaltschaft hat ukrainische Medienberichte als falsch zurückgewiesen, laut denen die Ermittler Russland für den Abschuss der Verkehrsmaschine MH17 über der Ost-Ukraine verantwortlich gemacht hätten.
 
Ukrainische Medien hatten berichtet, dass die internationale Ermittlungskommission, die den MH17-Absturz vom Juli 2014 untersuchen, festgestellt hätten, dass die Maschine der Malaysia Airlines mit einem Flugabwehr-System des Typs Buk abgeschossen worden sei, das kurz davor aus Russland in die Ukraine gebracht worden sei.
 
Daraufhin bat der russische TV-Sender RT die niederländische Staatsanwaltschaft um eine offizielle Stellungnahme. Die Behörde wies die ukrainischen Berichte als falsch zurück. ‚Ich kann mit Sicherheit sagen, dass sie falsch liegen’, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wim de Bruin. ‚Wir ermitteln weiter zu den Umständen des Absturzes und können vorerst noch keine Schlüsse ziehen.’
 
Die Vorverurteilung hat sich fest in die Köpfe der westlichen Medienkonsumenten eingepflanzt. Russland wird ‒ wie schon im Kalten Krieg ‒ wieder als potentieller Feind angesehen.
 
In den westlichen Medien wurde nichts über die Erkenntnisse der Niederländer berichtet, auch nicht über die Zweifel an der Schuldfrage. Deshalb habe ich dem ARD, dem öffentlich rechtlichen Fernsehsender in der Bundesrepublik Deutschland, eine E-Mail mit folgendem Inhalt geschrieben:
 
Betreff: MH 17 Abschuss Ukraine
„Im niederländische Fernsehen gab es in den letzten Wochen mehrere Meldungen in den News, dass inzwischen durch die ndl. Staatsanwaltschaft bewiesen ist, dass der Abschuss durch ukrainische Kräfte geschehen ist und nicht durch russische!
 
Warum bringen die ARD und andere öffentliche Sender diese Meldung nicht? Sollen wir weiterhin auf ‚die bösen Russen’ gepolt werden?
Sie haben die Aufgabe, neutral über solche Ergebnisse zu berichten!!!“

Etwa eine Woche später erhielt ich folgende Antwort:
 
„Sehr geehrter Herr Bernardy,
unseres Wissens gibt es zum Absturz von Flug MH17 keine neuen Erkenntnisse, schon gar nicht, was die Schuldfrage betrifft. Sie können davon ausgehen, dass es weltweit ein immenses Interesse an der Aufklärung dieses Falls gibt. Wenn es verlässliche neue Informationen gibt, werden Sie diese bei uns selbstverständlich erfahren. Bitte erwarten Sie aber nicht, dass wir jedes Gerücht in dem Fall kolportieren. Dafür ist uns die Angelegenheit zu wichtig.
 
Mit freundlichen Grüssen ‒ Publikumsservice ARD-aktuell“
 
Diese Antwort hat mich einigermassen überrascht. Meines Erachtens hat der ARD kein Interesse daran, Vorverurteilungen als solche zu bezeichnen. Dass die Meinung des niederländischen. Staatsanwalts als „Gerücht“ bezeichnet wird, zeigt, dass das auch so bleiben soll.
 
Die deutsche Bevölkerung darf im 1. Deutschen Fernsehen (ARD) in den Nachrichten über jeden Blödsinn informiert werden, aber über Untersuchungsergebnisse, die möglicherweise Russland entlasten würden, nicht! Der Grundsatz: „Im Zweifel für den Angeklagten“ gilt in diesem Fall nicht! Dafür dieser: Alle gegen Russland.
 
Link
 
Hinweis auf weitere Blogs über die Ukraine
 
Ein Reisebericht von Walter Hess aus dem Jahr 1994
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