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BLOG vom 09.09.2015


Gegenüber den USA: Abstand halten!

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London


Meine berufliche Karriere begann im damaligen Stanford Research Institut (Menlo Park, California). Im Jahr 1977 wurde das Institut in SRI International umgetauft. Die Studenten in der Universität waren im Aufstand: Sie wollten sich von der Verbindung mit “Stanford Research Institut” lösen. Das Institut betrieb zu viel R&D (Research and Development) mit militärischem Bezug. Sie sicherten sich diesen  A b s t a n d.

Rund 17 Jahre arbeitete ich für SRI, zuerst in Zürich und dann in Croydon (England), und verdiente meine Sporen ab. Mir behagte der international durchwürfelte Kreis von Mitarbeitern. Das änderte sich, als mehr und mehr englische Angestellte das Ruder übernahmen. Ich reichte meinen Abschied ein, als mir Business International in Genf eine Stelle anbot, wiederum sehr international ausgerichtet.

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Die USA begann demagogisch ihre “Weltherrschaft” und zettelte viele Kriege im nahen und fernen Osten an und glaubte sich als “Weltpolizei” ermächtig – mit verheerenden Folgen, unterstützt von Grossbritannien. Die Folgen sind heute noch deutlicher ablesbar geworden, wie Flüchtlinge scharenweise aus Syrien, Afghanistan und Irak nach Europa fliehen. Deutschland hat ihnen an erster Stelle gastliche Aufnahme gewährt. Grossbritannien hinkt hintenan. Die USA drückt sich feige, den Vertriebenen wirksam zu helfen.

Gestern (6.9.2015) habe ich spätabends im Fernsehen den Film “The Hurt Locker” (2008 gefilmt) angeschaut, der sich im Irak abspielt. Dieser Film hat sich für mich als eine eindrückliche “Reportage” entpuppt. Ein Team von drei Soldaten entschärft vom “Feind” gelegte Bomben. Sie sind Archetypen von ungebildeten Amerikanern. Sie kennen und verstehen das Land nicht. Sie verhalten sich, wie sie sich in Amerika verhalten: saufen, fluchen und haben das Vokabular ihrer Sprache verhunzt. Sie sind, von Vorurteilen radikalisiert, Fremdkörper im Land.

Ich will hier meine Kritik nicht weiter verfolgen, denn das wäre ungerecht gegenüber der Minderheit von fortschrittlich gesinnten Amerikanern, die es zu unterstützen gälte. Die kulturellen Unterschiede zwischen den USA und Grossbritannien sind ausgeprägt. Man kann sie nicht in einen Topf werfen. Somit sollte sich meiner Meinung nach GB mehr auf seine Eigenständigkeit berufen und mehr  A b s t a n d  von den USA gewinnen. Hoffentlich erweist sich der längst überfällige Chilcot Report nicht als Weisswäsche des Kriegsanstifters Tony Blair im Irak.

 

 


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