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BLOG vom 28.09.2015


Art Déco & Art Nouveau: Winke u. Hinweise für Sammler

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London


Jeweils im Herbst besuche ich Antiquitätenmessen in London. Gestern besuchte ich die unter einem Riesenzelt untergebrachte “Lapada Messe” im Berkeley Square. Es geht mir dabei darum, mit Marktentwicklungen in Tuchfühlung zu bleiben.

Einige meiner Vorlieben sind dekorative Bronze-Skulpturen, Skandinavisches Glas und Druckgrafiken. Die Preise sind für mich unerschwinglich geworden. Aber hin und wieder findet man da und dort ein Fundstück auf Ramschmärkten. Dabei bin ich sehr wählerisch geworden. Schliesslich habe auch ich Lehrgeld bezahlen müssen.

Der waschechte Sammler kauft nur, was ihn persönlich anspricht. Der Sachwert an sich ist für ihn nebensächlich.

Er entwickelt seine Kenntnisse von der Neugier getrieben. Google hilft ihm dabei, verbunden mit verlässlicher Fachliteratur.

Meinerseits verzichte ich auf Ebay-Käufe. Ich muss die Objekte sehen und befühlen, denn im Ebay wimmelt es von irreführenden Beschreibungen seitens zwielichtiger Anbietern.

Kleinplastiken
Viele Bronze-Skulpturen aus China überschwemmen gegenwärtig den Kunstmarkt. Manchmal ist es schwer, zwischen echten und falschen (gefälschten) Objekten zu unterscheiden. Im Zweifel verzichte man auf einen Kauf.

Zur Spitzenklasse gehören die aus Bronze und Elfenbein gefertigten Kleinskulpturen von Fritz Ferdinand Preiss (1882-1943) aus Deutschland. Zu ihnen gesellen sich die Skulpturen von Otto Poertzel (1876-1935), ebenfalls aus Deutschland.

Augenbetörend sind die erotischen Tänzerinnen aus Bronze vom Österreicher Bruno Zach (1891-1935) und Josef Lorenzl (1892-1950). Viele französische Künstler sind in dieser luxuriösen Kategorie vertreten, worunter Paul Philippe (1870-1930).

Rund sechs Kleinbronzen von Emmanuel Villanis (1858-1914) habe ich in Paris und Brüssel vor vielen Jahren spottbillig ergattert. Auf der Lapada Messe habe ich viele seiner Bronzen angeschaut – zu unerschwinglichen Preisen angeboten ...

Wer sich solche Kleinplastiken leisten kann, lasse sich am besten von Experten beraten. Ist die Patina echt erhalten oder aufgefrischt? Die Prägestempel der Bronzegiesser dürfen nicht fehlen.

Skandinavisches Glas
Noch immer ist Skandinavisches Glas unterbewertet, doch das Preisniveau steigt an. Ich bevorzuge Kristallglas mit geschliffenen Dekorationen. Viele der Glasshütten bestehen weiterhin. Es hilft den Sammlern, dass die Hersteller mitsamt dem Künstler auf den Fusssockeln der Ziervasen vermerkt sind. Ich habe eine recht umfangreiche Kollektion gesammelt. Ihre Spiegelung erfreut meine Augen. Sie glitzern bei uns zuhause auf dem Fenstersims aneinander gereiht. Skandinavisches Glas ist das Studium wert! Hier nenne ich einige der bedeutenden Hersteller: Kosta Boda, Orrefors, Stromberg, Holmegaard.

Wasserspuren haben in den Vasen ihre Spuren hinterlassen, sich sozusagen ins Glas “eingefressen” und sind deswegen schwierig zu entfernen. Meine Versuche mit allerlei Tinkturen haben versagt. Der gewiefte Sammler prüfe obendrein mit dem Zeigefinger den Rand der Vase. Er muss ringsum glatt sein. Der kleinste Splitter entwertet diese Gläser.

 

 


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