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BLOG vom 10.12.2016


Artenschutzkonferenz: Die Menschheit braucht 1,6 Erden

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Auch Hummeln sind bedroht
 

Verzweifelt suchen Astronomen  eine neue Erde. Sie entdeckten bisher jede Menge Planeten, die wohl kaum unserer Erde entsprechen würden. Ich bin überzeugt, wenn man eine solche fände und diese auch erreichbar wäre, würde die Menschheit diese auch „versauen“ und für ein Artensterben sorgen.

Alle 2 Jahre wird eine UN-Artenschutzkonferenz abgehalten, die jedoch nicht immer erfolgreich ist. So sollten von 2010 bis 2020 17 % der Land- und 10 % der Meeresflächen besser geschützt werden. Aber es gab durch die intensive Land- und Forstwirtschaft und durch die massive Überfischung der Meere auch Rückschläge.

Bei dem diesjährigen 13. UN-Artenschutzgipfel im mexikanischen Cancún wird wieder Alarm geschlagen. So wurde bekannt, dass in Folge starken Pestizid- und Gentechnikeinsatz die Zahl der blütenbestäubenden Tiere wie der Bienen dramatisch sinken könnte. 75 % der Nahrungspflanzen und 90 % der wildwachsenden Blütenpflanzen werden nach Auskunft des Weltrats für Biodiversität von Tieren bestäubt.
In einem Blog vom 11.06.2008 (Tödliche Saat Clothianidin: Das massenhafte Bienensterben) wies ich auf das Bienensterben durch das Insektizid Clothianidin hin.

Im Blog vom 08.09.2016 („Schmetterlinge kämpfen um ihr Überleben“) wies ich auf die Bedrohung der Schmetterlingsarten hin. Der Naturschutzbund Deutschlands (NABU) verkündete kürzlich dies:
„Von Admiral bis Zitronenfalter reicht das Alphabet der Schmetterlinge. Doch immer weniger von ihnen flattern durch Europa. 71 der 576 Tagfalterarten sind bedroht.
In der heutigen Zeit haben nicht nur Bienen, Wildbienen, Hummeln, sondern auch Schmetterlinge um ihr Überleben zu kämpfen. Alle diese Insekten sind an der Bestäubung beteiligt.

 


Bestäubung durch Bienen ist unverzichtbar
 

Bei den Ministerberatungen in Cancún betonte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), dass in der Landwirtschaft grundlegende Änderungen und der Fischerei erfolgen sollte, um die biologische Vielfalt zu erhalten. „Besonders wichtig ist mir das Bekenntnis zum Abbau naturschädlicher Subventionen, für das wir uns stark eingesetzt haben.“  Das finde ich super: Die Landwirte, die sich für umweltverträgliche Arbeiten ins Zeug legen, sollten zukünftig finanziell belohnt werden.
Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger äusserte: „Intensive Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft sind neben Bergbau, Verkehr und Infrastruktur die grössten Treiber des weltweiten Artensterbens und des Verlusts natürlicher Lebensräume. Nur wenn es gelingt, den Schutz der Biodiversität wirksam in andere Sektoren wie die Agrar-, Fischerei- oder Verkehrspolitik zu integrieren, können Korallenriffe, Regenwälder, Orchideenwiesen und andere natürliche Lebensräume bewahrt werden.“

Was der Klimawandel, die Umweltzerstörung und intensive Landwirtschaft anrichten, wird an einem Beispiel dokumentiert. Auf den riesigen Sojaplantagen in Brasilien werden durch den intensiven Einsatz von Pestiziden und Wachstumsbeschleunigern Böden zerstört und viele Tiere vertrieben. Auf diesen Feldern ist kein Vogel mehr zu hören.
Die Lage ist dramatisch. Dies wird auch aus dem aktuellen Living Planet Report demonstriert. 60 % der Wirbeltier-Bestände sind geschrumpft „Aktuelle Daten zeigen, dass allein in 30 europäischen Ländern schon über 1060 Pflanzen lokal ausgestorben sind“, sagte Marten Winter vom Deutschen Zentrum für Biodiversitätsforschung.

Die Konferenz in Cancún endet am 17.12.2016. Die Umweltminister verabschieden eine 6-seitige „Cancún-Erklärung“, die den Artenschutz stärker im Regierungshandeln verankern und finanzielle Fehlanreize stoppen soll. Hoffentlich werden einige der wichtigen Forderungen erfüllt. Die Natur wird es uns dann danken.

Internet
www.prosieben.de
www.epochtimes.de
www.badische-zeitung.de
www.bund.de

 


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