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BLOG vom 20.08.2017


Bewegung ist Leben - Leben ist Bewegung

Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Deutschland

 

Es gibt keinen Stillstand.

Das Weltall ist in Bewegung, die Erde, der Mond - alles.

Pantha rei - alles fliessst. Niemand kann zweimal in den selben Fluss steigen, denn in ihm ist anderes und wieder anderes Wasser. (Heraklit) Es gibt nur ein ewiges Wandeln und Werden.

J.W.v.Goethe
Gleich mit jedem Regengusse
Ändert sich dein holdes Tal
Ach, und in dem selben Flusse
Schwimmst du nicht zum zweitenmal
.

Die Erde dreht sich in ca. 24 Stunden mit einer Geschwindigkeit von 465,1 m/sek um sich selbst. Gleichzeitig dreht sie sich mit 29,78 km/sek um die Sonne, und in Bezug zum CMB (= die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung) 600 km/s. Der Mond dreht sich um sich selbst und um die Erde in ca. 27 Stunden und 43 Minuten, mit etwas mehr als 1.023 km/s. Auch die Sonne selbst saust mit 220 km/s um das Zentrum der Milchstrasse, aber auch die ist nicht still...

Mit bis zu 1,1 m/s fliesst das Blut durch unseren Körper, je nach Durchmesser der Arterien, Venen und Kapillarien, das Herz bewegt unser Blut so oft pro Tag durch unseren Körper, dass es 8600 l werden, Männer haben etwa 5,4 l Blut, Frauen 4,5 im Körper, es können aber auch mehr sein, etwa 8 % des Körpergewichts.

Wir haben unsere eigenen tektonischen Platten in uns,
die ständig in Bewegung sind und sich immer wieder neu ausrichten,
während wir uns langsam zu dem Menschen entwickeln, der wir sein werden.
(Ava Delleira)

Innerlich bewegen wir uns, und äusserlich. Wir gehen, laufen, rennen, schleichen, kriechen, fahren, fliegen durch die Lüfte, lassen uns treiben. Wenn die Bewegung zu Ende ist, sind wir tot.

Ruhe sanft:
Sanft, der Ausdruck für mild lässt sich über mittelhochdeutsch senfte, althochdeutsch semfti, germanisch samftja zurückführen, Grundlage ist indogermanisch *sem = eins, auch in gotisch samjan, = gefallen und altnordisch auf sama = angemessen sein zurückführenund gehört zu sammeln im Sinne von friedlich zusammensein.

Die Menschen wissen vom Anfang und Ende, aber auch vom ewigen Kreislauf, ab dem Beginn des Lebens.

Nur das Innehalten, um in uns hinein zu horchen, wer wir sind, und wer wir sein werden, das vergessen viele in unserer hektischen Zeit, sie wissen oft nicht mehr, wie es geht, bis sie dazu gezwungen werden, durch Krankheit oder anderes.

Dabei es es so wichtig, dass wir uns immer wieder über diese unablässigen Veränderungen im Leben bewusst werden und uns ab und an fragen sollten, ob wir damit glücklich sind.

Wir sollten uns öfters sammeln!

Quelle:
Delleira, Ava, Love letters to the dead, Farrar, Straus und Giroux, LLC, 1983
http://www.wissen.de/wortherkunft/sanft

 


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