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BLOG vom 05.11.2017


Sommerzeit und Winterzeit

Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Deutschland


Am letzten Wochenende wurde wie jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst die Zeit umgestellt.
Dieses Mal wurde die Uhr zurückgestellt, und zwar von 3 auf 2 Uhr morgens.
Für Mensch und Tier kann die Umstellung Probleme bereiten. Wann ist es normal, ins Bett zu gehen? Bei Tieren, besonders auf Bauernhöfen und im Zoo, werden die Fütterungszeiten bzw. auch die Melkzeiten verändert. Die Änderung betrifft Menschen, die im Schichtdienst arbeiten, aber auch die Bahn. Ich hatte mir einmal vorgenommen, in der Nacht vor der Sommerzeit Zug zu fahren und an irgendeinem Bahnhof nachts eine Stunde im stehenden Zug abzuwarten und zu sehen, wie sich das anfühlt, habe es dann aber doch nicht gemacht.

Wie sinnvoll die Zeitumstellung ist, darüber wird schon lange gestritten. Der Grund dafür war bei der Einführung 1980, dass dadurch Energie eingespart werden kann, weil die Tageszeit länger nutzbar sei.

Was ist denn jetzt die Normalzeit? Ich war mir, so wie wahrscheinlich viele Mitbürger auch, nicht mehr sicher. Das Internet klärt mich auf: Die Winterzeit ist die so genannte Normalzeit.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte übrigens jeder Ort eine andere Zeit. 12 Uhr war es, wenn die Sonne am höchsten stand, und das bestimmt der jeweilige Längengrad. Pro Längengrad ergab das einen Unterschied von 4 Minuten. Görlitz an der Neisse hatte gegenüber Köln eine halbe Stunde früher Mittagszeit, an der die Sonne am höchsten stand.

Das wurde problematisch bei der Einführung von Fahrplänen bei der Bahn und auch bei der Telegrafie. Die Eisenbahngesellschaften legten eine mittlere Ortszeit fest, die allerdings neben den Uhrzeiten der verschiedenen Städte existierte. War es in Köln 12 Uhr in der Stadt, war es bei der Bahn anders.Nach der Einführung der Telegrafie gab es dann Zeitsignale, in Preussen galt die Berliner Zeit, aber daneben gab es noch andere Zeiten, etwa in Bayern, Württemberg und Hessen.

1891 entschied man sich für die M.E.Z., die mitteleuropäische Eisenbahnzeit, berechnet nach dem 15. Längengrad östlich von Greenwich und der verlief etwa genau in der Mitte des Deutschen Reiches.

Übrigens hatten andere Länder ähnliche Probleme und fanden nach und nach eine einheitliche Regelung, in grossen Staaten wurden verschiedene Zeiten je nach Längengraden eingeteilt.

Von 1950 bis 1980 gab es keine Sommerzeit, allerdings existierten vor diesem Zeitraum bereits mehrere Sommerzeiten, 1947 sogar eine Hochsommerzeit.

Übrigens hatte nach 1945 die Einteilung Deutschlands in Besatzungszonen auch auf die Zeiteinteilung Auswirkungen. Die westlichen Besatzungsmächte hatten die Sommerzeit verordnet, die sowjetische verordnete die Moskauer Zeit, dort geht die Sonne 2 Stunden früher auf, in der DDR gab es also eine andere Zeit als im Restdeutschland.

Erst 1996 wurde in allen europäischen Ländern die Sommerzeit eingeführt. Die Gründe dafür waren politisch und ökonomisch, man erhoffte sich vor allem weniger Energieverbrauch.

Das ist umstritten. Das Tageslicht wird zwar besser ausgenutzt, dafür sind aber auch die Heizkosten höher, ja, es geschehen an diesen Tagen der Umstellung sogar mehr Unfälle.

Den Deutschlerner, den ich per Skype unterrichte und der in Mexiko wohnt, musste ich am Wochenende danach darüber informieren, sonst wäre mein Zeitplan durcheinander gekommen, weil er sich eine Stunde früher bei mir gemeldet hätte!

So diskutieren wir Jahr für Jahr wieder über den Sinn der körperlichen und psychischen Belastung.

Übrigens: Wenn Sie einmal eine gute Quizfragen suchen, fragen Sie danach, was die M.E.Z. bedeutet oder nach dem Zusammenhang früher/später bei der Uhrumstellung im Sommer und im Winter!

Quellen
http://www.zeitumstellung.de/warum-sommerzeit-winterzeit.html
http://www.n-tv.de/wissen/Wie-Zuege-die-Zeitzonen-schufen-article12546146.html

 


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