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BLOG vom 20.12.2017


Von Menschen und Göttern - im Museum in Antwerpen

Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Deutschland


Das Museum aan de Stroom in Antwerpen/Belgien ist ein erst 2011 eröffnetes modernes Museum, direkt an der Schelde gelegen, einem Fluss, der wenig später in die Nordsee mündet. Es beherbergt viele 100 Objekte. Eine Etage ist dem Götterglauben gewidmet. Es werden Objekte aus dem alten Ägypten, Afrika, Melanesien, Indien und Europa gezeigt. Man kann dort aber auch lesen, welche Auffassung es bei Anhängern des Humanismus gibt.

Im alten Ägypten glaubten die Menschen, nach dem Tod werden sie in einer anderen Welt weiterleben und hofften, letztlich bei den Göttern bleiben zu dürfen, dem Sonnengott Amun-Re und Osiris, dem Herrscher über die Totenwelt. Bis man dorthin gelangt, musste eine lange und gefährliche Reise durch die Unterwelt (Durat) unternommen werden. Die Toten bekamen das Totenbuch mit ins Grab, und für die Reise Nahrung und eine Ausrüstung. Die Familie besuchte die Vorkammer des Grabes, um dort Nahrungsmittel darzubringen und zu beten. Deshalb war das Grab sehr wichtig, Neben den Pyramiden wurde auch in aus Felswänden herausgehauenen Gangsystem begraben, die sich zu wahren Totenstädten ausbreiteten.

Aus den afrikanischen Kunstgegenständen spricht die zyklische Lebenseinstellung vieler Völker, die nahe der Natur leben: Alles kommt immer wieder, genau wie die Sonne und der Mond. Schöpfungsmythen und Darstellungen und Skulpturen zur Fruchtbarkeit und zur Erinnerung an die Ahnen gehören dazu. Es gibt eine sichtbare und eine unsichtbare Welt, die durch eine beseelende Kraft verbunden sind, die Anima - Geist oder Seele - ist überall, in Lebewesen, Naturkräften und leblosen Dingen.

Im Inselstaat Melanesien erfolgte die Kommunikation mit den Ahnen in und um Männerhäuser und Schreinen. Die Seelen der Toten waren in Skulpturen und Malereinen anwesend.

In Indien ist die Wiege dreier Religionen: Hinduismus, Buddhismus und Jainismus. Alle drei glauben an die Wiedergeburt: Nach dem Tode lebt der Geist in einem anderen Körper weiter.
Karma, die Taten aus vorherigen Leben, bestimmt die Qualität des neuen Lebens.

In den drei Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam bestimmen die Taten der Menschen auf der Erde, was mit ihnen nach dem Tod und beim Jüngsten Gericht passiert, ob sie bei Gott im Himmel wohnen werden.

Im Museum werden als heilig angesehene Gegenstände, Schriften, Bilder, Skulpturen und Rituale gezeigt.

Aber auch den Nichtgläubigen, den Agnostikern und den Atheisten wird auf einer Schrifttafel unter dem Oberbegriff Humanismus ein Platz eingeräumt.

In einer anderen Abteilung geht es um Zeichen der Macht. Es werden auch Personendarstellungen gezeigt, aus deren Gesichtszügen Zeichen der Machtausübung erkennbar sein sollen. Das waren Herrscher, die über Leben und Tod ihrer Untertanen bestimmten. Ein Zeichen der Macht war es, Angst einzujagen, Angst, die Respekt hervorrufen soll.

 


 

Sicher haben beide etwas mit Macht zu tun: Religions- und Herrscherstrukturen. Diese Zusammenhänge werden nicht aufgezeigt.

Als erster Einstieg in die Themenbereiche sind die dargestellten Objekte gut geeignet. Sie können Anlass dafür sein, sich intensiver und ausführlicher mit den jeweiligen Themen und Kulturen zu beschäftigen. Ich hätte mir mehr Informationen über die gewählte Auswahl der Themenbereiche und Objekte gewünscht.

Für mich waren einige Inhalte bekannt, andere ganz neuartig, wie die Abbildung der Machtdemonstration eines Herrschers.

Auf der Website des Museums wird immer wieder auch auf den Standort, die Höhe des Gebäudes und die mögliche Aussicht auf die Stadt Antwerpen mit ihrem bedeutenden Containerhafen hingewiesen.

Viele Fragen bleiben offen: Wie kommt es zu Machtstrukturen, aus welchen Situationen heraus entstehen Religionen. Warum bleiben einige davon bedeutend bis heute und warum gehen andere unter?

Quellen
http://www.mas.be/de/content/was-gibt-es-zu-sehen
Werbebroschüre Getting to know the MAS, Publisher Marieke van Bommel, MAS, Antwerpen, 2016 Foto daraus: (c) Filip Dujardin

 


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