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BLOG vom 06.07.2005


Londoner Pfefferschoten: Life-8, „Make poverty history“

Autor: Emil Baschnonga

Wäre ich doch ein Optimist und könnte ich doch zum “Life-8“ (Benefiz-Konzert für Afrika in 8 Ländern am 2. Juli 2005 als Mammut-Show-Veranstaltung) Beifall klatschen! Sankt Bob (Bob Geldof) und der U2-Sänger Bono preisen öffentlich Blair und Bush. Sie haben mehr als den Anfangsbuchstaben ‚B’ gemeinsam. Sie liegen jetzt sogar im gleichen Bett.

Illegale „Live-8”-DVDs überfluten den Markt. Dazu meinte Sankt Bob bitterböse: „Anyone trying to profit from the broadcast is, to be frank ‚scum’ (Jeder, der von der Übertragung zu profitieren versucht, ist, ehrlich gesagt, ‚Abschaum’).“ Schliesslich muss er den „Live-8“-Aufwand legal decken. Wie viel wird wohl für Afrika übrig bleiben?

2000 prominente Teilnehmer am „Live-8“ im Hyde Park durften Champagner schlürfen. Dem grossen Rest wurde ein Alkoholverbot auferlegt. Zwischen „Haben“ und „Nichthaben“ bleibt die unübersteigbare Kluft: ein schlechtes Omen für Afrika.

Am „Live-8“-Festival im Hyde Park hielt Madonna die Hände eines Geschöpfs namens Birhan triumphal hoch. Das ausgemergelte Mädchen wurde zur Zeit des „Live Aid“-Anlasses in Äthiopien aufgelesen. Inzwischen ist aus ihr eine hübsche 20-Jährige geworden. Sie wurde wieder aufgefunden und zum 2. Mal aufgelesen und nach London zum “Live-8” geflogen. Das ist wirklich eine rührende „Photo opportunity“.

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Gerhard Schröder will das Budget für Afrika nicht aufstocken. George W. Bush will die Kyoto-Deklaration zum Umweltschutz nicht unterzeichnen. Aber das hat tiefere Gründe.

Denn die heutige Welt wird von Multinationalen regiert. Politiker sind bloss ihre Mitläufer und Nutzniesser. Inzwischen weist das Erdölunternehmen BP einen tollen Gewinnzuwachs von 46 % aus. Wie viel wird es davon für Afrika abzweigen?

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Andere Schoten:

Demnächst werden Avocados ohne Kern von Sainsbury’s vermarktet. Am Ende der Saison haben Avocado-Bäume einfach keine Kraft mehr für die Produktion von Kernen. Einst wertlos als ‚Affenfutter’ eingeschätzt, werden sie jetzt hoch bewertet: £ 1.86 wird das Dutzend kernloser Avocados kosten. Niemand braucht sich mehr mit dem glitschigen Kern abzuplagen. Aber was soll denn eine Avocado ohne Wanne für die Vinaigrette und andere Sossen, mit oder ohne Garnelen (Crevetten)?

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Die Wettschwimmer am Triathlon vom 23. Juli 2005 im schottischen Loch Ness sind mit 1 Million £ vor Angriffen von Nessie versichert.

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Die Olympiade 2012 wird in London stattfinden. Wäre ich ein Zuschausportler, würde ich jetzt jubeln, tanzen und mich besaufen. Der Londoner trägt während 6 Jahren wöchentlich 38 Pence dazu bei. Er erspart sich damit die Eurostar-Fahrt nach Paris.

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„Penguin” feiert seinen 70. Geburtstag. Dieser ehrwürdige englische Taschenbuch-Verlag galt als Vorbild und stillte vorzüglich viel Lesehunger für wenig Geld. Bedauerlicherweise ist jetzt dieser Verlag, wie so viele andere Verlage auch, auf Talfahrt. Verkaufsleiter und Finanzchef bestimmen Umsatztreiber wie „Princess Diana’s Butler“, „Posh Spice“ – leider. Somit verkommt die einstige Kultur-Marke.

Übrigens ist „Penguin“ Eigentum der gigantischen amerikanischen Pearson-Gruppe. Ist auch dieser am Umsatzschwund erkrankte Verlag schon zum Verkauf vorgemerkt?

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