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BLOG vom 04.12.2020
Das beste Futter für unsere gefiederten Gäste

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 

Prof. Peter Berthold von der Vogelwarte Radolfzell und Vogelfreunde plädieren für die Ganzjahresfütterung von Vögeln. Dies ist besonders wichtig, weil die gefiederten Gäste besonders unter dem Klimawandel und Futtermangel leiden. Zahlreiche Vogelarten sind durch die intensive Landwirtschaft bedroht: Zu viel Dünger und Pestizide, zu häufige Wiesenschnitte, Zerstörung von Kleinstrukturen. Diese Bedingungen werden für Vögel, Insekten und andere Tiere zu einem Problem.

 


Spatz und Jungstar
 

Füttern macht Freude
Nicht nur Vogelliebhaber haben die Probleme erkannt und sind bereit, den Vögeln durch Fütterung zu helfen. Füttern macht Freude. Durch die hausnahen Futterstellen sind Vögel zutraulich und manchmal handzahm. Das ist der Fall, wenn sich die Tiere bei der Nahrungsaufnahme ungestört fühlen. Nachbarin Karin Greiner die schon jahrelang Vögel füttert, kann das bestätigen. Sie ist erstaunt, wie zutraulich einige Vogelarten sind. Schon beim Futterausbringen kommen die Vögel ganz nah und warten auf Nahrung. Sie ist immer erfreut, wenn Amseln, Rotkehlchen, Zaunkönige, Stieglitze, Spatzen, Buchfinke, aber auch Wildtauben (Türkentauben, Ringeltauben), Raben und Elstern das Futter annehmen. Sie erlebt oft auch Amüsantes. So konnte sie einen Raben beobachten wie er eine Walnuss (Baumnuss) versteckte. Das sah eine aufmerksame Elster. Sie grub dann das Futter wieder aus. „Einmal sah ich einige Spatzen, die auf dem Balkongeländer sassen und sich an den drauf befindlichen Wasserstellen bespritzten“, erzählte die Vogelliebhaberin. Sie sah auch ein Rotkehlchen, das in der Nähe einer Futterstelle wartete, bis das „Fussvolk“ der Spatzen davonflog. Dann konnte das „vornehme“ Rotkehlchen in Ruhe sich satt essen („…“ sind Spezialbezeichnungen von Frau Greiner).

 


Futtersilo
 

So wichtig ist eine Fütterung
Wie wichtig die Vogelfütterung ist, beweisen Untersuchungen von Prof. Peter Berthold. Die Anzahl der Arten nimmt zu, es erfolgt ein Anstieg der Brutpaare und des Bruterfolgs. Beobachtungen ergaben, dass keine Futterabhängigkeit entsteht, da Vögel auch zwischendurch nach natürlicher Nahrung suchen.
Friedrich Adolph von der Vogelschutz-Ornithologischen Gemeinschaft in Schopfheim sieht die Steingärten und Einheitsrasen nicht gerne. Er empfiehlt deshalb insektenfreundliche einheimische Blütenpflanzen und die Anpflanzung von einheimischen Gewächsen mit Beeren.

Gutes Futter kaufen
Wer Vögel füttern möchte, sollte gutes Vogelfutter und gesunde Mischungen kaufen, geeignete Futterstellen anlegen, Vogelhäuschen aufstellen oder Futterspender aufhängen. Dies empfiehlt auch Klaus Böttger, Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe Schopfheim. Wer seinen Garten betritt, wird über die zahlreichen Futterstellen und Insektenhotels nur so stauen. An Ästen hängen Futterspender, Futtersilos und Meisenknödel in Drahtspiralen. In einer Hecke hängt sogar eine aufgeschnittene Kokosschale mit Apfelstücken. „Die Futtersilos mit Sitzstangen sind die idealen Futterspender, da sie sauberes Futter bieten und mehrere Vögel gleichzeitig ans Futter kommen“, erklärte Klaus Böttger. Er versah Futterhäuschen mit Sitzstangen, bestrich die Holzdächer der Vogelhäuschen mit einer wasserabweisenden braunen oder grünen Farbe. Er achtet stets darauf, dass das Futter nicht feucht wird, da sich sonst Schimmel bildet. Die Futtersilos oder Stahlspiralen hängt er so auf, dass keine Raubvögel oder ungestüme Konkurrenten unter Vögeln ans Futter gelangen.

 


Vogelhaus mit Sitzstange
 

Welches Futter ist geeignet?
Als Futter eignen sich Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Erdnüsse, Hafer- und Weizenflocken, Rosinen, Meisenknödel, aufgeschnittene Kokosnüsse und Apfelstücke (ein Lieblingsfutter für Amseln). Auch sollte man die Netze, die Meisenknödel umhüllen, entfernen, da sich sonst Vögel beim Herauspicken verletzen könnten. Wichtig ist das Aufstellen einer Schüssel mit Wasser. 

Tabu-Liste
Viele fragen sich, welches Futter ungeeignet ist.  Hier die Tabu-Liste: Speisereste, Brot- und Kuchenstücke, Wurst- und Käsereste, Back- und Bratfette, Pommes frites, gekochte Kartoffeln und Quark, Butter und Milch.
Hinweis zum Foto von Elisabeth Faber: Ein Spatz und ein Jungstar flogen gleichzeitig zur Futterstelle. Der Spatz wartete geduldig, bis die Konkurrenz weggeflogen war.

 

Anhang: Winterliche Snackbar
Lieblingsfutter einiger Vögel (Angaben: Naturschutzbund Deutschland, NABU – www.nabu.de ):
Kohlmeise, Blaumeise: gehackte Nüsse, Sonnenblumenkerne.
Buchfink: Sonnenblumenkerne, gehackte Erdnüsse u. a. Nüsse, ölhaltige Samen (Hanf), Bucheckern.
Stieglitz: gehackte Nüsse, Getreideflocken, Mehlwürmer, Rosinen.
Grünfink: Allesfresser.
Eichelhäher und Elstern: ganze Erdnüsse, Maiskörner, Eicheln
Amsel: Äpfel, Rosinen, Haferflocken, gehackte Nüsse, Mehlwurm, geschälte Sonnenblumenkerne, getrocknete Beeren.
Kleiber: Getreideflocken, Hanf, Nüsse (Haselnuss), Sonnenblumenkerne.
Rotkehlchen: gehackte Nüsse, Getreideflocken, Mehlwurm, Rosinen in Kokosfett/Talg.
Spatz: Allesfresser, Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beeren


Literatur
Berthold, Peter; Mohr, Gabriele: „Vögel füttern, aber richtig“ (Das ganze Jahr füttern, schützen und sicher bestimmen), Franckh-Kosmor Verlag, Stuttgart 2012. (3. Auflage).

 


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