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17. Ausgabe www.textatelier.com 27. 02. 2006

Das Wirken der Qualitätskontrolleure im Textatelier

Kurzfristige Gewinnmaximierung und Qualitätsverbesserungen vertragen sich schlecht; denn Qualität kostet Zeit und Geld. Sie ist die Frucht von harter Arbeit. Nur Unternehmen, die langfristig denken, werden der Qualität als Gesamtheit der charakteristischen Eigenschaften eines Produkts die gebührende Aufmerksamkeit zuteil werden lassen. Dadurch wird der Ruf verbessert, und das Vertrauen in ein Unternehmen und seine Produkte verstärkt sich. Die Moderne ist im Allgemeinen zu schnelllebig, zu oberflächlich, um solchen Überlegungen und Massnahmen die gebührende Beachtung zu schenken.

Das Textatelier.com leistet sich den Luxus, die Qualität all seiner Produkte auf die Spitze zu treiben, obschon es zum Beispiel eine 100-prozentige Fehlerfreiheit nicht gibt und die letzten Prozente auf dem Weg zu den 100 Prozenten mit dem grössten Aufwand verbunden sind. Alle Texte werden durch Hans Kurt Berner, CH-5023 Biberstein, freundlicherweise korrigiert. Bei den Blogs (Tagebuchblättern), die in der Regel als spontane Niederschrift aus Aktualitätsgründen gewissermassen als Rohfassung ins Internet gestellt werden, wird eine Nachkorrektur vorgenommen. Ich staune immer wieder, was Hans Berner selbst in Texten, die mit aller Sorgfalt ausgearbeitet wurden, noch alles an Ungereimtheiten entdeckt.

So verschwinden beim Schreiben am Computer aus unerklärlichen Gründen oft Buchstaben oder Wörter (etwa weil irrtümlicherweise überschrieben statt zugefügt wird), und manchmal scheint sich der Cursor in beliebige Gefilde zu verirren. Oft bleiben bei Satzumstellungen oder -veränderungen überflüssige Wörter stehen. Zu einer sorgfältigen, kompetenten Korrektur gehören auch Verbesserungsvorschläge. So hiess es in einem Blog: „In Spanien wird zu jedem Glockenschlag eine Weintraube verzehrt.“ Das war zwar richtig, denn mit „Weintraube“ ist laut „Duden“ die einzelne Beerenfrucht der Weinrebe gemeint. Doch genau genommen ist eine „Traube“ im allgemeinen Sprachgebrauch der gesamte Blüten- oder Beerenstand. Und so korrigierte Hans Berner in „Weinbeere“ (statt Weintraube); das ist natürlich der beste, weil auf Anhieb klare Ausdruck.

Berner fügt den fehlenden Bindestrich beim Doppelwort New York-Besucher (richtig: New-York-Besucher) ein, und er zeichnet auch den fehlenden Zwischenraum bei „100g“ (statt 100 g) Butter an (in Büchern macht Urs Walter daraus einen kleinen Zwischenraum, damit Zahl und Masseinheit nicht getrennt werden). Und Hans Berner verwandelt das „Fussballstadium“ in ein „Fussballstadion“, wenn dieses und nicht eine fussballerische Entwicklungsstufe gemeint ist, und er macht aus dem „Landbericht Coburg“ das „Landgericht Coburg“ – das ist Hohe Schule, weil ja „Bericht“ richtig geschrieben, aber falsch angewandt war. In einem Blog wurde von einem „Workalcoholic“ geschrieben. Gemeint war aber ein „Workaholic“, ein Arbeitsbesessener. Berner schrieb zum „Workalcoholic“, das sei denn doch etwas ganz anderes! Ich hatte den herrlichen Verschreiber selber übersehen, obschon ich fremde Texte weit besser als die eigenen lektorieren kann. Das Gegenlesen hat auf jeden Fall einen hohen Stellenwert.

Mindestens so schwierig wie bei Texten ist die Qualitätskontrolle bei graphischen Gestaltungen von Drucksachen wie Prospekten und Büchern. Auch diesbezüglich ist das Textatelier.com in einer ausserordentlich glücklichen Lage. Unser Internettechniker Urs Walter, der an Kunst und Musik interessiert ist, hat ein ausgesprochenes Gefühl für Ästhetik und Stil. Doch das genügt ihm nicht. Er zieht immer wieder seinen Bruder Rolf Walter bei, der den Gestaltungen den letzten Feinschliff verleiht. Rolf Walter wirkt bei uns im Hintergrund, und deshalb liegt es mir daran, diese bemerkenswerte Persönlichkeit unseren Leserinnen und Lesern im Detail vorzustellen.


Renovation im Gange: Rolf Walter vor seinem Riegelbau


Den Proportionen zugetan: Rolf Walter bei seinem Riegelhaus in Kaltenbach TG [Fotos: Walter Hess]

Wer ist Rolf Walter?
Der Kunstschaffende Rolf Walter (1958) ist im Impressum kurz vorgestellt, seine Philosophie und auch sein Werdegang sind dort erwähnt. Doch was ist er für ein Mensch?

Wer ihm zum ersten Mal begegnet, erlebt ihn als freundlichen, fröhlichen, eher introvertierten Menschen, der sich niemals in den Vordergrund drängt. Doch sobald man sich ihm nähert, wird er nach einer kurzen Zeit des Warmlaufens zunehmend kommunikativ – es sprudelt aus ihm heraus. Es ist, als ob sich eine Handbremse lösen würde; im familiären Rahmen geschieht dieser Prozess oft durch intellektuelle Streitgespräche. Das ist für ihn eine beliebte Herausforderung; dann kommt er aus sich heraus. Er lebt auf und fühlt sich niemals beleidigt. Der Gesprächspartner erhält einen Eindruck von seinem breiten Wissen und insbesondere von seinen Kenntnissen aller Sparten der schönen Künste. Dabei verstärkt sich der Eindruck, einen ausserordentlich liebenswürdigen, selbstlosen Menschen vor sich zu haben.

Die Zusammenarbeit mit Rolf Walter ist ebenso angenehm wie erspriesslich: Sobald ihm eine Aufgabe unterbreitet worden ist, wird er kreativ, entwickelt gute Ideen und arbeitet unermüdlich. Die Hilfsbereitschaft ist für ihn selbstverständlich; er erwartet keinen Dank. Sein Talent und seine Erfahrungen bringt er als Designer mit Vergnügen zur Entfaltung, und wenn man ihm eine Hausaufgabe gegeben hat, kommt er bald darauf mit einer fertigen Lösung vorbei. Rolf sei „mein Chef“, sagt sein Bruder Urs; er setze einfach technisch um, was Rolf verlange, sagt Urs Walter, seinen Bruder an Untertreibung noch überbietend. Rolf stehe „für Qualität, Perfektion, Geschmack, Linientreue, Konstanz, Seriosität und Zurückhaltung“.

Rolf Walter identifiziert sich voll mit dem Verlag Textatelier.com – benützt die 1. Person Mehrzahl („wir“); er spricht von „unserem Verlag“, und das freut und ehrt mich selbstverständlich sehr. Und es ist auch berechtigt, zumal unsere Bücher und viele Drucksachen für den Verlagsgebrauch oder für Kunden seine Handschrift tragen.

Wenn er sich selber etwas Gutes tun will, dann malt Rolf – das Zeichnen und Malen sind seine Leidenschaft. Sie sind ihm ein inneres Bedürfnis und keineswegs auf eine Lorbeeren-Ernte ausgerichtet. Er ist nicht einer einzelnen Kunstrichtung verhaftet, sondern arbeitet gegenständlich und abstrakt, filigran und flächenhaft, benützt Farbstifte, Wasserfarben (für Aquarelle) und Ölfarben für Landschaften aus der Gegend von Unterstammheim ZH (Stammertal), Kaltenbach TG, seinem jetzigen Wohnort, Kaltbrunn SG usf., und auch für Natur-Darstellungen.

Rolf Walter ist als Lehrer für Zeichnungsunterricht an der Kantonsschule Wattwil SG tätig. Die Schüler erhalten viel gestalterische Freiheit, sollen ihre schöpferischen Talente zur Blüte bringen können. Man kann im Zeichenunterricht den Schülern nicht die Hand führen, sondern kann ihnen nur Grundlagen vermitteln, und alles Weitere müssen sie selber tun.

Rolf Walter wohnt heute in seinem alten Riegelhaus im thurgauischen Kaltenbach, das er sukzessive renoviert und das ihm genügend Raum für beliebige weitere Entfaltungsmöglichkeiten bietet. In dem kleinen Weiler mit den Rigelbauten scheint die Zeit stillgestanden zu sein – eine Wohltat bei der heute sonst üblichen Hektik. Hier ist der Nährboden für ein weiteres Gedeihen, auch des ästhetischen Feingefühls, vorhanden. Und das Textatelier.com darf davon profitieren.

Walter Hess

Adresse
Rolf Walter
Sägestrasse 2
8259 Kaltenbach TG



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