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     October 21, 2020 00:32 CET
 


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Schmerzen nach der Leistenbruchoperation

Mehrere Jahre nach einer Leistenbruchoperation tauchen oft wieder häufige Schmerzen in der Hüftengegend und im unteren Teil der Wirbelsäule auf. Der Arzt hat mir das Schmerzmittel Mephadolor verschrieben. Ist das eine gute Lösung?
M. Mü., CH-5001 Aarau

Antwort: Ein Leistenbruch im gesetzteren Alter, wie das bei Ihnen der Fall ist, deutet meistens auf eine Bindegewebsschwäche hin; wie die Hautrisse und Krampfadern auch. So kann z.B. schon ein Druck aus dem Bauchraum (etwa beim Husten, Niesen, Lastenheben usw.) zu einem Leistenbruch führen. Es gilt also, Massnahmen zu ergreifen, die das Bindegewebe stärken (insbesondere durch eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung; günstig ist auch das Vitamin E aus Weizenkeimen). Das würde ich auch nach der Operation noch tun, auch wenn das für Ihren speziellen Fall nicht die alleinseligmachende Lösung ist.

Grundsätzlich gilt es immer, die Ursachen der Schmerzen zu ergründen, wozu auch Abklärungen gehören, was bei der Operation schief gegangen sein könnte, ob sich ein neuer Bruch ereignet hat und ob er allenfalls eingeklemmt ist. Die Unterdrückung von Schmerzen mit Medikamenten löst das Grundübel nicht, vertuscht mögliche Schäden und fügt mit der Zeit nur neue gesundheitliche Defekte hinzu. Zudem müssen immer wirkungsvollere (schädlichere) Arzneimittel eingesetzt werden.

Dass Sie zu Medikamenten greifen, wenn Sie starke Schmerzen haben, ist begreiflich. Der wesentliche Wirkstoff im Schmerzmittel Mephadolor ist die Mefenaminsäure (wie in den Produkten mefe-basan, Mefenacid, Melur, Ponstan und Spiralgin auch), ein nichtsteroidaler Entzündungshemmer. Es handelt sich um ein Anthranilsäurederivat, das konventionellen Analgetika (schmerzstillenden Mitteln) wie Paracetamol angeblich überlegen sein soll. Allerdings können sich allergische Diarrhöen (Durchfall) ergeben, die den Einsatz von Mefenaminsäure manchmal sogar verhindern. Auch Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen vor, seltener Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Sehstörungen oder Hautausschläge, eventuell Knöchelschwellungen, wie das im Beipackzettel ausgewiesen ist.

Wenn Sie Mephadolor nehmen, sollten Sie möglichst keine (im Organismus sauer wirkenden) tierischen Eiweisse verzehren (Fleisch, Milch), damit sich die Mefenaminsäure nicht im sauren Gewebe über Gebühr ansammelt und leichter ausgeschieden werden kann. Testen Sie auch, ob Sie bei fleischloser Ernährung (viel Vollkorn, Gemüse und Früchte) weniger Schmerzen haben.

Chemische Medikamente haben ihre Tücken und sollten nur in wirklichen Notfällen geschluckt werden. Wenn schon etwas gegen Schmerzen getan werden muss, würde ich es zuerst einmal mit sanfteren, naturheilkundlichen Massnahmen versuchen. Bitten Sie doch Ihren Arzt, die Ursachen für die Schmerzen verursachende Entzündung abzuklären und sich zudem bei der Schmerzbekämpfung etwas Naturheilkundliches einfallen zu lassen, zum Beispiel das Einreiben von Johannisöl auf die schmerzenden Stellen, das übrigens auch Trigeminusneuralgien lindert, ferner das Trinken von Breuss-Tee, sodann homöopathische Mittel, Akupressur oder Quarkauflagen. Sie können es auch einmal mit dem altbekannten Fünferlei Öl versuchen, falls es das überhaupt noch gibt, eine Mischung aus Leinöl, Kampferöl, Lorbeeröl, Erdnussöl und Lavendelöl; es ist schmerzlindernd und krampflösend (täglich mehrmals leicht einreiben).

Vielleicht müssen Sie diesbezüglich selber etwas aktiv werden und ausprobieren, was Ihnen gut tut. Es gibt schon Ärzte, die dafür Verständnis haben und Sie mit Rat unterstützen. Ich würde den geeigneten Arzt suchen und reine Chemikalienverschreiber unbedingt meiden.

Walter Hess

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