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     17. Oktober 2018, 11:57 Uhr
 


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Belebende Spiralen im Haus und im Garten

Eine Spirale ist nach lexikalischer Definition eine gekrümmte Linie, die unendlich viele Umläufe um einen festen Punkt macht. Die einfachste Spiralenform ("Archimedische Spirale") wird von einem Punkt beschrieben, der gleichförmig auf einer Geraden fortschreitet, während diese um einen festen Punkt gleichförmig gedreht wird. Sie steht symbolisch für Kontinuität und Konsequenz. Sie strebt auf einen Punkt und damit auf ein Ziel zu.

In der Natur sind Spiralen häufig als Wirbelbewegungen und gleichzeitig als Bestandteil des Lebensenergieflusses anzutreffen. Fliessprozesse sind in der Regel mit dem Einwirbeln verbunden, dem das Auswirbeln auf dem Fusse folgt. Wirbelbewegungen entstehen bei der Geburt von Planetensystemen, in den Zirkulationen der Weltmeere (in Meerengen können die Wellen sehr stark werden und kräftige Wirbelbewegungen hervorrufen; als "Scylla und Charybdis" sind sie von der Strasse von Messina bereits seit dem Altertum bekannt). Lässt man Wasser aus der Badewanne auslaufen, entsteht ein trichterförmiger Wirbel (Wasserstrudel), gewissermassen eine Wasserhose im Kleinformat, die auch in allen Fliessgewässern zu beobachten und dort für Badende oft gefährlich sind. Gedankenlose Flussbegradigungen haben solche Bewegungen allerdings unterbunden und die Lebendigkeit des Fliessgewässers getötet. Gerade Linien sind lebensfeindlich. Die Gehörschnecke ist eine zur Vollendung gebrachte Spirale.

Ferner begleiten Wirbel die Entstehung von Tornados, und kleinräumige Wirbelwinde (bzw. Wirbelstürme) können eine Windhose hervorrufen, ein vertikaler Luftwirbel, dessen Trichter aus einer Wolke nach unten bis zur Wasseroberfläche wächst – und in dessen Innern Windstille herrscht. Fallende Blätter und Schneeflocken wirbeln auch, wie jedermann weiss. Es ist ein schönes Kompliment, wenn man sagt, jemand sei ein Wirbelwind. Eine Wirbelbewegung ist auch bei der Luftverwirbelung vor dem Rauchermund als Rauchringe zu erkennen – oder beim Zufügen von Rahm ins Kaffeeglas. Sogar die DNS (Desoxyribonukleinsäure, Speicher der Erbinformationen) wird als Doppelspirale mit Querstegen (DNS-Doppelhelix) dargestellt. Die Spermien bewegen sich mit Hilfe von peitschenden Wirbelbewegungen des Schwanzes vorwärts. Schneckenhäuser sind ebenfalls Spiralen, die symbolisch oft als Schlangen dargestellt werden. Allerdings kann die zu Empfängnisverhütungszwecken eingesetzte "Spirale" auch neues Leben verhindern.

Wirbel sind normale Erscheinungen im Rahmen des Bewegungsablaufes der Materie, wobei automatisch bestimmte mathematisch beschreibbare im Sinn von regelmässigen Strukturen auftreten. Und Wirbel werden ihrer nützlichen Eigenschaften wegen auch technisch oft genutzt, sogar als Wasserverwirbler, um Wasser zu vitalisieren; auch bei der Luft stellt sich dieses Phänomen der Belebung ein. Der geniale oberösterreichische Förster Viktor Schauberger (1885-–1956) hatte nach einer jahrelangen Naturbeobachtung die Wirbelgesetze des Wassers erkannt, welche die Aufnahme und Abgabe von (Welt-)Ätherkräften (Qi) ermöglichen. Im Inneren eines Wirbels kommt es zu turbulenten Vorgängen, welche Mischvorgänge beschleunigen; nur im äussersten Teil eines Wirbels ist die Zirkulation konstant. Von Schauberger stammt auch die Feststellung, dass die Bewegungen der Natur nie gerade, sondern immer spiralförmig sind.

Im Feng Shui werden Spiralen ähnlich wie Windspiele zur Belebung von Qi-armen Stellen eingesetzt – in diesem Fall müssen sie rechtsdrehend sein. Es heisst, eine Spirale fülle einen Bereich mit Energie auf und diene sozusagen zum Abrunden von Ecken und Kanten. Einfache DNS-Doppelhelix-Modelle sind als Feng-Shui-Zubehör zu kaufen. Sie werden mit Vorliebe im Hauszentrum aufgehängt, lösen durch die scheinbar endlosen Drehbewegungen günstige Resonanzen aus und gelten als energiesteigernd, als Verbindung von Kosmos und Erde. Vielleicht ist das aufkeimende Glücksgefühl beim Tanzen auf die gemeinsame Verwirbelung zurückzuführen – es ist ein Entschweben in eine lusterfüllte Welt. "Im Wirbel" heisst eine turbulente, mitreissende Schnellpolka von Eduard Strauss.

Im Garten werden gern spiralförmige, gegen das Zentrum hin um etwa 80 bis 120 cm erhöhte Beete angelegt (Durchmesser: 2 bis 3 m), weil sie grössere Erträge als Rechteckige bringen. Die manchmal mit Lehm ausgefugten oder zu Trockenmauern aufgeschichteten Steine speichern die Wärme und reflektieren das Sonnenlicht. Sie können von oben bewässert werden und haben verschiedene sonnenzu- und sonnenabgewandte Bereiche, also viele Klimazonen auf kleinem Raum, so dass die unterschiedlichen Bedürfnisse der Pflanzen durch eine sinnvolle Platzierung befriedigt werden können. Besonders beliebt sind so genannte Kräuterspiralen ("Gewürzschnecke"), in denen Würz- und Heilkräuter angebaut werden. Solche duftende Spiralen entwickeln sich nebenbei auch zu vielfältigen Biotopen für Kleintiere, besonders wenn sie am unteren Ende in einen kleinen Teich münden.

Und wenn ein Frosch in diesen Teich springt, entsteht wieder ein Wirbel!

Walter Hess

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