Textatelier
BLOG vom: 01.08.2005

Die „heutige Jugend“ und der Elektroscooter an der Frenke

Autorin: Lislott Pfaff, Liestal CH

Heute Nachmittag ging ich an meinem Wohn- und Heimatort Liestal (Kanton Baselland) per Elektroscooter mit dem Hund einer Bekannten spazieren und liess mein Gefährt kurz vor der Brücke stehen, die über einen Bach namens Frenke führt, um meinen ohnehin nicht gerade sportlich trainierten Knochen noch etwas Eigenbewegung zu verschaffen.

Ich ging mit dem Vierbeiner langsam dem heimelig plätschernden Wasserlauf entlang, als unversehens 3 Kinder – 1 Knabe und 2 Mädchen von zirka 10−12 Jahren – mit Velos auftauchten und bei mir stehen blieben. Ob ich wohl wisse, wem dieser „Wagen“ oben am Wegrand gehöre, der so mutterseelenallein dastehe. Nach meinen klärenden Worten atmeten sie erleichtert auf: Sie hätten befürchtet, es sei etwas passiert, man wisse ja nie, es könnte ja jemand in den Bach gefallen sein ... 

Mit sorgenvoller Miene sagte das der älteste der Drei und blickte dabei mich hinkendes Exemplar der Liestaler Seniorenpopulation teilnahmsvoll an, obwohl sich meine Kleider in furztrockenem Zustand befanden und auch sonst bei mir keine Spuren eines unfreiwilligen Bades vorhanden waren. Ich war so gerührt und überrascht angesichts dieser verantwortungsvollen Anteilnahme der jungen Liestaler, dass ich es fast bereute, nicht ins Wasser gefallen zu sein, und beinahe vergass, sie für ihre rücksichtsvolle Nachfrage zu loben. 

Nachdem dies dann doch noch geschehen war, fuhren die 3 Ritter der Strasse auf ihren Velos zügig davon. Und im Bewusstsein, nicht allein und verlassen durch diese Welt zu gehen, beendete ich (fast) beschwingten Schrittes meinen Spaziergang. 

PS: Da soll sich einer noch über die „heutige Jugend“ beklagen!

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