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BLOG vom 22.08.2005


Mathilde Spielmann: Der Körper als Schnittmusterbuch

Autor: Walter Hess

Sie war Schneiderin, zeichnete Schnittmuster, fertigte neben ihren Aufgaben als Hausfrau und Mutter von 4 Kindern Kleider an. Sie lernte dabei die äusseren Formen des menschlichen Körpers kennen und auch die Gebresten, von denen ihre Kunden erzählten. Um 1973, als sie 50 Jahre alt war, hörte sie beim Besuch eines Vortrags über die Fussreflexzonenmassage erstmals, dass alle Organe im Fuss genau abgebildet seien. Sie war eine gelehrige Schülerin, probierte aus und erkannte, dass es stimmte: Sie massierte ihrem Mann von den Füssen aus das Asthma weg.

Mathilde Spielmann zeichnete Projektionen von Organen und Reflexzonen des Körpers in eine Art Fuss-Landkarte ein. Sie kam bald einmal darauf, dass der Körper nach einer Art von Goldenem Schnitt aufgebaut ist. Sie begann, eine vergrösserte Abbildung der Füsse auf ihren Körper zu legen und mit Vergrösserungen und Schnittmustern zu experimentieren, bis sie genau zu ihrer Körpergrösse passten.

Wenn man die Laufflächen der Füsse 6 Mal vergrössert, ergibt sich die Körpergrösse (Leisten bis Kopfende). Man überträgt nun die Organe in die so vergrösserten Füsse, wie sie im Körper angeordnet sind. Das ergibt die Reflexzonen aller Organe in den Füssen. In der rechten Lauffläche des Fusses liegen die Reflexzonen zu den Organen der rechten Körperseite, in der linken Lauffläche dementsprechend diejenigen der linken Körperseite. Alle Organe, die in der Körpermitte liegen (Nase, Mund, Schilddrüse, Nebenschilddrüsen, Thymusdrüse, Magen, Darm, Gebärmutter, Blase, Geschlechtsorgane) haben ihre Reflexzonen in beiden Füssen; auch beim Herzen ist das der Fall. Daraus ergibt sich auch, dass unser Körper Operationsnarben und Organerkrankungen (Zysten, Myome, Verhärtungen, Wucherungen) als gleichförmige Verhärtung in sechsfacher Verkleinerung in den Füssen (fühlbar) festhält. Viruserkrankungen können als Viruswarzen in den Reflexzonen der entsprechenden Organe auftreten.

Frau Spielmann stellte von nun an mit ihrem feinen Sinn für Millimeter- und Zentimetermasse „Schnittmuster“ statt für die Anfertigung von Kleidern eben für ihr Gesicht und die Organe her und konnte darauf schliessen, wo die Reflexzonen jeweils sind; denn solche finden sich selbstverständlich nicht allein in den Füssen. Sie dachte logisch, erweiterte ihr Wissen ständig, und die Behandlungserfolge gaben ihr Recht. So sind beispielsweise Operationsnarben nicht nur an den Füssen, sondern auch in anderen Körperbereichen zu spüren. Frau Spielmann kann aufgrund der Grösse eine Verhärtung sogar berechnen, wo sich im Körper eine Narbe befindet und wie gross diese sein muss.

Ich habe Mathilde Spielmann vor 3 Jahren an der Zelglistrasse A10 in CH-4600 Olten zu einem Gedankenaustausch besucht, eine liebenswürdige, damals knapp 80 Jahre alte Frau mit mütterlichem Charme und voller Vitalität. Sie erzählte mir von ihren Reflexzonen-Entdeckungen, zeigte mir ihre Zeichnungen, die ein ganz neues Verständnis des menschlichen Körpers vermitteln. Sie schilderte mir ihre Heilerfolge bei der Eiskunstläuferin Denise Biellmann, die 1980 vor den Europameisterschaften Probleme mit den Achillessehnen hatte, und die sie in vielen geduldigen Behandlungen praktisch umsonst heilte.

Gute Geschäfte sind nicht Sache von Mathilde Spielmann-Kammer. Und eigentlich wollte sie ihr Wissen einfach an ihre erwachsenen Nachkommen weitergeben – als eine Anleitung zur Selbsthilfe aus dem Wissen einer umsorgenden Mutter. Doch suchten und fanden bei ihr immer wieder Menschen Heilung, sogar der Kabarettist Emil Steinberger, der so heftige rheumatische Knieschmerzen hatte, dass er kaum noch von einem Stuhl aufstehen konnte und ihm wahrscheinlich auch beinahe das Spassen verging. Frau Spielmann liess die schmerzenden Kniegelenke in Frieden und massierte ihn stattdessen an den Unterarmen, und sie gab ihm verschiedene Zeichnungen mit auf den Weg, aus denen der berühmte „Emil“ die Massagepunkte für die schmerzenden Körperstellen herauslesen konnte. Die rheumatische Erkrankung ging in Verbindung mit naturheilkundlichen Massnahmen und einer Reduktion des Fleischkonsums zurück, und nach wenigen Wochen war die Schmerzfreiheit erreicht.

Mathilde Spielmann hat zusammen mit ihrem Sohn Markus Spielmann ein Buch „Die Reflexzonen des Körpers. Eine Anleitung zur Selbsthilfe“ veröffentlicht (ISBN 3-033-00032-0), das in ihrem Eigenverlag (Spielmann Verlag, CH-4600 Olten) bezogen werden kann (98 CHF bzw. 65 EUR). Viele einfache Zeichnungen illustrieren die Reflexzonen des Körpers (sogar die Hirnnerven und deren Reflexzonen, und die Massageanleitungen sind von Angaben zur Nährsalztherapie nach Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler („Schüssler-Salze“) begleitet.

Da ich selber vollkommen gesund bin, kann ich selber nicht über eigene Behandlungserfolge berichten. Aber wenn immer Frau Spielmann neue Erfahrungen gemacht und Erkenntnisse gewonnen hat, sendet sie mir freundlicherweise die entsprechenden Unterlagen zu, die sie zusätzlich mit handschriftlichen Bemerkungen anreichert. Sie gibt mir manchmal Einblicke in ihre Briefwechsel. Sie ist eine Macherin, die aufklären und die Menschen anleiten möchte, ihren Körper zu durchschauen und ihn selbst zu heilen. Diese „einfache Hausfrau“, als die sie sich selber bezeichnet, möchte verantwortungsbewusste Menschen dazu anleiten, eigenverantwortlich zu handeln und sich wenn immer möglich nicht in dubiose Abhängigkeiten zu begeben.

Und gleichzeitig möchte sie ihren Beitrag zur Senkung der enormen Krankheitskosten leisten. Einmal schrieb sie mir: „Niemand unterstützt mich. Ich habe halt keine Suva und Rentenanstalt, die mir helfen. Der Nationalfonds hat kein Geld, und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) begreift nicht, dass es sehr wichtig wäre, Krankheiten vorzubeugen. Wo möglich soll jedes Einzelne etwas zur Gesundheitserhaltung beitragen.“

Sie hat inzwischen ein enormes heilkundliches Wissen erworben, kennt Zusammenhänge, die Folgen blockierter oder gestörter Energieflüsse, die auch in der fernöstlichen Medizin grosse Beachtung finden. Aus diesem Grunde kann sie es nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die sich mit Piercings und Tätowierungen verunstalten und gesundheitlich schädigen. Denn dabei handelt es sich um mechanisch herbeigeführte Hautveränderungen, die Beschwerden in den zugeordneten Organen verursachen können. Sogar Impfnarben erkennt sie als potenzielle Störfaktoren.

Wenn sich zum Beispiel die Piercingschmuck-Löcher im Nasenflügel oder/und an den Augenbrauen befinden, hat dies Auswirkungen auf den Unterleib. Und Piercings am Bauchnabel wirken sich auf die Reflexzonen im Gross- und Stammhirn aus. Bei einem bessern Bildungsstand würden Menschen solch einen Unsinn unterlassen.

Kürzlich hat mir Frau Spielmann ein neues Blatt über das Burn-out-Syndrom zugestellt. Bei diesem spielt ihrer Ansicht nach die Hypophyse eine zentrale Rolle. Denn diese Hirnanhangdrüse an der Hirnbasis ist ein innersekretorisches Organ, das u. a. die Funktion der übrigen Hormondrüsen des Körpers reguliert, aber auch die Blutgerinnung, den Fett- und Eiweissstoffwechsel, den Wasserhaushalt des Körpers und auch die Harnkonzentration in den Nieren usf. steuert. Sie spielt offensichtlich eine zentrale Rolle. Ist ihre Funktion gestört, entstehen Beschwerden wie das Burn-out-Syndrom, aber auch Potenzstörungen, Fruchtbarkeitsstörungen, Probleme bei der Spermienproduktion, Gebärmutterprobleme und Störungen der Eierstöcke. Letzthin hat Frau Spielmann mir gegenüber die Vermutung geäussert, die Eltern der vielen Schwulen und Lesben könnten unter Störungen der Hypophyse gelitten haben, fügte aber gleich bei: „... Spinnerei von mir!“ Das lässt sich zwar nicht beweisen; aber es kann nicht verboten sein, über Ursachen nachzudenken.

Als Ursachen von Hypophyse-Störungen erkannte die autodidaktische Oltner Reflexzonen-Spezialistin die Verletzung der Halswirbelsäule und wichtiger Hirnreflexzonen, Daumenverletzungen, Bildung eines Tumors, Zystenbildung, Eisenmangel durch zu wenig Magensäure, Blutarmut, Hormonstörungen durch Zinkmangel, Mangel an Vitamin E, Medikamente-Missbrauch, Cortison-Behandlungen und die Anti-Baby-Pille.

Ich bin immer überwältigt, zu welch erstaunlichen Erkenntnissen und Resultaten das Denken in Zusammenhängen führt. Vielleicht sollte Frau Spielmann einmal an der medizinischen Fakultät einer Universität einen Vortrag halten. Am besten gleich mehrere.

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