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BLOG vom 01.01.2005


Blogatelier-Eröffnung zu Musikklängen

Autor: Walter Hess

An diesem Neujahrsmorgen 2005 schien die Sonne zwei-, dreimal kurz durch die lichte Hochnebeldecke. 3 °C. Gegen Mittag wurde es noch etwas heller. 7 °C. Im Wintergarten, wo ich mein Aussenbüro eingerichtet habe, treiben die Zitronenbäumchen neue Blüten. Sie warten auf wärmere Zeiten, ohne ihre Zitronen-Produktion zu vernachlässigen. Vor der Glasfassade schleicht eine braunschwarz gefleckte ältere Katze mit Hängebauch und Sperberblick vorbei, wie immer am späten Vormittag. Die Wiener Philharmoniker unter Lorin Maazel (75) füllen die Mattscheibe und die Lautsprecher. Ihr Musikprogramm hat bei aller Betroffenheit wegen der Katastrophe an asiatischen Küsten viel mit der Befriedigung von Wünschen zu tun, die sich gerade in schwierigen Zeiten melden, etwa mit dem unbeschwerten Walzer „Lustschwärmer“. Und Musik gewordene Romantik ist auch dabei: „An der schönen blauen Donau.“

Vor unserem Haus fliesst die schöne grau-grünliche Aare. Dahinter entsteht ein Auenschutzpark für bedrohte Pflanzen und Tiere. Ein neuer Lebensraum, wie der dort früher einmal war, wenn auch damals in ausgedehnteren Dimensionen. Der neue Aarschächlisee wartet auf die Besiedelung durch Pflanzen und Tiere.

Die Stimmung ist angemessen festlich, und der Rahmen stimmt: Das Blogatelier öffnet heute, am Neujahrstag 2005, offiziell sein Tor zum virtuellen Raum, wie es seit einigen Wochen geplant war. Allerdings hat unser Internettechniker Urs Walter, CH-5024 Küttigen, die technischen Voraussetzungen bereits am 25. Dezember 2004 aufgeschaltet, so dass wir gleich einige Tagebuchblätter eingaben, sozusagen als Einübung, als Phase des Einfahrens. Jetzt sind wir selbstbewusst und pünktlich am geplanten Start. Die gut imprägnierten Dauerlaufschuhe sind angezogen.

Was ein regelrechter Blogger werden will, muss sich vorstellen: Mein Name ist Walter Hess. Ich bin Schweizer und wohne in CH-5023 Biberstein AG. Ich stehe im 68. Lebensjahr, wovon ich bisher mindestens 44 Jahre publizistisch tätig war. Ich bin selbstständig, unabhängig und bei bester Gesundheit und Laune. Vor allem die Ungebundenheit ist die ideale Voraussetzung für das Schreiben von Weblogs (ein neues Wort, zusammengesetzt aus Web und Logbuch), kurz: Blog.

Das Kürzel Blog hat die Duden-Reife noch nicht erlangt, und ich nehme an, das neue Wort sei sächlich: das Blog. Ich stelle mir unter einem Blog kritische Gedanken und Einwände zum Tag vor. Tagebuchnotizen oder einfach frei schwebende Bemerkungen zur momentanen Lage, über etwas, das ich gehört, irgendwo gelesen, gesehen, erfahren oder gedacht habe, was mir zugetragen worden ist. Wenn Sie mir schreiben (walter.hess@textatelier.com), kann ich Ihre Gedanken vielleicht in ein nächstes Blog einarbeiten oder im Wortlaut wiedergeben.

Selbstverständlich werde ich nicht alle Blogs selber schreiben: Heinz Scholz, wissenschaftlicher Schriftsteller aus dem deutschen Schopfheim, hat sich bereits mit 2 bemerkenswerten Beiträgen vorgestellt. Und aus London arbeitet unser schreibtalentierter Gastautor Emil Baschnonga mit, damit etwas englische Noblesse in die Tagebuchblatt-Sammlung eingebracht wird. Es werden weitere Autoren hinzukommen, damit in jeder Beziehung Vielfalt gewährleistet ist.

Das Textatelier.com stützt sich auf viele handverlesene Autoren ab. Sie alle können sich hier gern zum Wort melden; ich bitte sie sogar darum. Schön wäre es, wenn ich nur noch koordinierend tätig sein könnte. Jeden Tag lese ich eine Rosine auf, die mir zugeworfen wurde oder die irgendwo herumliegt und gebe sie an die Nutzer weiter. Vielleicht kann man sie unverändert servieren, vielleicht ist es angezeigt, sie zu marinieren oder gar zu einem wohlschmeckenden Kuchen zu verbacken.

Vorbilder habe und brauche ich nicht, ansonsten das Blogatelier ja überflüssig wäre. Und an der Weitergabe konventioneller Ansichten aus dem kanalisierten medialen Fahrwasser liegt mir ebenfalls nichts. Ich habe mich schon immer jeder Form von publizistischer Leitkultur verweigert. Hier wollen wir uns in der Kunst des unangepassten Denkens weiter üben. Das kann auch ein Lob bedeuten, wo andere einen Verriss schreiben.

Mit ihrem Neujahrskonzert, mit Tänzen, Natureinblendungen und einem Apfelstrudel verbreiteten die Wiener Optimismus und Hoffnung auf der ganzen Welt. Das ist nötig. Zuversicht dürfen auch die Internetnutzer haben und sich auf eine aufgelockerte Information mit frischen Gedanken und Kommentaren mit Tiefgang freuen, auf eine publizistische Gegenwelt.

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