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BLOG vom 20.09.2005


Reaktionen auf Blogs (20): Inhalt und Form fallen auf

Präsentation der Leserpost: Walter Hess

„Wer regelmässig ins Textatelier hineinschaut, wird sicher schnell feststellen, dass hinter diesen vielfältigen Texten Schreibprofis stecken, denen nicht nur der Inhalt ein Anliegen ist (z. B. etwas Bewegen, Aufdecken oder einfach Erzählen und Beschreiben), sondern die auch der Form grosse Aufmerksamkeit widmen.

Wir wissen es, dass ein gutes Benehmen die Welt nicht verändern wird, aber dass es dazu beiträgt, das Leben etwas angenehmer zu gestalten. Formal und stilistisch gut verfasste Texte wie diejenigen im Textatelier und im Blogatelier werden die Welt nicht verändern, aber sie können eine grössere oder ganz einfach eine andere Leserschicht ansprechen, welche fähig ist, die angesprochenen Ideen aufzunehmen, darüber nachzudenken und vielleicht sogar im Kleinen umzusetzen. Wenn das Geschriebene etwas in Gang setzen oder zur Steigerung der Lebensqualität beitragen kann (ich denke da auch an Literatur und Gedichte), hat es seinen Zweck erfüllt.“

Dies schrieb uns die aufmerksame Nutzerin Beatrice Meister (beatrice.meister@bluewin.ch), die offensichtlich selber ein gutes Gefühl für Stil hat. Solche Reaktionen freuen und bestätigen uns. Jede Zuschrift ist für uns wertvoll, gibt frische Impulse, vermehrt die Sammlung unkonventioneller Gedanken, die sich im Blogatelier anhäufen. Da wird nichts weggeworfen – wie das laut dem Blog über den „Kult des Loslassens“ (13. 9. 2005) sonst allgemein üblich ist:

Computer zum Wegwerfen

„Ein extremes Beispiel für die Wegwerfmentalität ist aus meiner Sicht die Computerbranche, wo man es schon nach recht kurzer Nutzungsdauer eines neu erworbenen Geräts erleben muss, dass eine Nachrüstung mit Zusatzgeräten daran scheitert, weil inzwischen schon wieder neue Standards etabliert sind. Die Teile sind nicht recht kompatibel und man ist notgedrungen gezwungen, sich einen neuen Computer zuzulegen, auch wenn der alte an sich noch durchaus genügen würde, wenn er etwas nachgerüstet werden könnte. Das führt zu immer mehr Elektronik-Schrott, der nach meiner Kenntnis wie Sondermüll behandelt wird. Das alles ist nicht gut für die Umwelt und zukünftige Bewohner der Erde, bringt aber Umsatz für die Computerindustrie.“

Martin Eitel (E-Mail: M.Eitel@gmx.net) schrieb das, eine treffliche Feststellung, die auf fast alle modernen Geräte übertragen werden könnte. Ich kann ebenfalls schwer nachvollziehen, dass wegen eines kleinen Defekts oder kaputten Bestandteils ein ganzes Gerät entsorgt werden muss. Meine Frau hat das ebenfalls noch nicht begriffen und rennt jeweils in der halben Welt herum, um einen tüchtigen Mechaniker zu finden und das Gerät noch zu retten und – meistens leider vergebens. Eigentlich müsste es aus ökologischen Gründen untersagt sein, Schrott für den Einmal- oder Kurzgebrauch herzustellen. Jedes Produkt sollte während längerer Zeit seinen Dienst versehen können und reparaturfähig sein. Das hätte sehr viel mit Umweltschutz zu tun. Aber die neoliberale Philosophie will Geschäft und nicht Naturschutz.

Und mehr Naturschutz würde unter anderem auch weniger Klimazerstörung bedeuten. Und weniger Klimaerwärmung würde weniger Hurrikans bedeuten. Wegen eines solchen ist „die Weltmacht USA in Ohnmacht gefallen“, wie sich die Liestaler Schriftstellerin Lislott Pfaff in einer Reaktion aufs Blog „New Orleans: Katastrophenbewältigung mit Schiessprügeln“ (3. 9. 2005) äusserte.

Der allmächtige Tölpel

Die Krise, in die das Bush-Regime wegen der unverantwortlich dilettantischen Nicht-Bewältigung der „Katrina“-Wirbelsturm-Katastrophe geraten ist, hat es mehr als verdient. Heinz Scholz hat mir dazu ein Zitat über herrliche Äusserungen des tölpelhaften „mächtigsten Mannes der Welt“ aus der „Badischen Zeitung“ zugestellt:

„Der Präsident, nach aller Erfahrung ein instinktsicherer Politiker, der schnell die öffentliche Stimmung erfasst und in der Lage ist, Mitgefühl in eine plastische Sprache zu fassen, machte in den ersten Tagen des Desasters reihenweise Fehler. Erst liess er seine PR-Leute verbreiten, der Präsident habe eigens seinen Urlaub wegen der Katastrophe abgebrochen − kaum eine Heldentat, denn nach fast 5 Wochen Urlaub auf der Ranch verzichtete Bush nur noch auf 2 Tage. Dann scherzte er bei der Evakuierung von Zehntausenden nach Houston. Er sagte ihnen, sie hätten es gut getroffen; in Houston habe er als junger Mann auch immer viel Spass gehabt. Und die Massnahmen der amerikanischen Katastrophenschutzbehörde Fema pries Bush schon als ,sehr schnell und erfolgreich’, als noch gar keine Hilfe im Hurrikan-Gebiet angekommen war.

Die Zeitung New York Times bescheinigte Bush tags darauf eine der schlechtesten Reden seiner Amtszeit ...“ Soweit die BZ.

„So einer ist Präsident“, fügte Scholz noch bei. „Und so einer hat das Sagen“, möchte ich selber noch beipflichtend beifügen.

Aber das ist ein frommer Mann ... Lislott Pfaff schrieb zum Blog „Reflexionen über religiöse Dimensionen der US-Kriegswut“ (11. 9. 2005):

„Walter Hess hat mit diesem Blog den Nagel auf den Kopf getroffen. Der religiöse Wahn spielt gerade in den USA tatsächlich eine wichtige Rolle im Rahmen der politischen Machenschaften der einzigen Supermacht der heutigen Welt.

Soeben lese ich eine SDA-Meldung vom 12. 9. 2005 unter dem Titel ‚Atomangriffe als Prävention’. Die ‚neue Verteidigungsdoktrin’ der USA empfehle ‚präventive Atomangriffe gegen feindliche Staaten und Extremistengruppen’. So neu ist diese Doktrin nun auch wieder nicht. Ich möchte dazu nur 2 Stichworte nennen: Hiroshima und Nagasaki (6./9. 8. 1945), inszeniert vom damaligen US-Präsidenten Harry Truman − eine Apokalypse, die auch schon als ‚Genozid’ (Mord an nationalen, rassischen oder religiösen Gruppen, also Völkermord) bezeichnet wurde.

Nur weiter so, Mr. Bush!“

Dann ist wenigstens der Dokumentarfilmer Michael Moore wieder beschäftigt, der gerade einen Dokumentarfilm über das himmeltraurige Krisen-Management durch das Bush-Regime nach dem Hurrikan „Katrina“ vorbereitet, wie der Internetdienst www.imdb.com berichtete. „Unser Land ist in einem sehr verwundbaren Zustand. Weitere Hurrikans, Kriege und andere Katastrophen bahnen sich an, und eine faule Bande von selbstzufriedenen Wahnsinnigen macht einfach immer weiter mit der Show“, sagte Moore gegenüber der US-Zeitung „New York Daily News“.

Klartext mit Folgen

Klartext ist die ehrlichste Form des Sprechens und Schreibens. Und Klartext wird von unseren Nutzerinnen und Nutzern denn auch sehr geschätzt:

„Ihre Beiträge im Textatelier sind sehr beeindruckend geschrieben und spiegeln die wahre Realität unseres täglichen Lebens wider. Ich werde demnächst Ihr aufschlussreiches und lesenswertes Textatelier auf meiner Webseite anbringen und Ihnen selbstverständlich zum gegebenen Zeitpunkt Bescheid geben.“

Helga Menzel www.zoeliakiehome.de, die das schrieb, danke ich herzlich für die sympathische Geste. Verlinkungen sind sehr wertvoll, weil sie die Beachtung des Blogateliers vergrössern.

Die Sache mit der Beachtung ...

Über eine Beachtung unseres Schaffens haben wir uns nicht zu beklagen, wie unter anderem das folgende Beispiel belegen mag: Am 10. und 11. 9. 2005 hat Heinz Scholz eine Sammlung von Streichen als „Würze des Schülerlebens“ zum Besten gegeben. Tags darauf, am 12. 9. 2005, wurden in der Radiosendung „Treffpunkt“ von DRS1 die Hörerinnen und Hörer aufgefordert, ihre Erlebnisse zum Thema „Streiche“ bekannt zu geben ... Zufälle gibts! Das Thema kam mir irgendwie bekannt vor! Der Moderator füllte damit eine locker einstündige Plaudersendung.

Wie ich im Radio-Programm gesehen habe, war dieses Treffpunkt-Thema nicht vorgeplant gewesen, sondern offenbar spontan erfunden worden. Und so lässt man sich dann eben inspirieren. Schön wäre es, als Quelle der Inspirationen auch einmal erwähnt zu werden. Vielleicht ein andermal!

... und jene mit Dr. Matthias Rath

Es gibt nicht nur einen Markt der Informationen, sondern auch einen Gesundheitsmarkt, dem die 19. Reaktionen auf Blogs („Pharmahörige Abwracker am Werk“ am 5. 9. 2005) gewidmet waren. Und darin wurde auch der umstrittene Vitamin-Guru Dr. Matthias Rath erwähnt. Über diesen äusserte sich Martin Eitel wie folgt:

„Ich denke, dass die Ansätze von Dr. Rath es durchaus wert sind, weiterverfolgt und noch näher erforscht zu werden. Auch wenn man seine geschäftstüchtige Vermarktung von Vitaminen nicht unkritisch sehen sollte, schliesst das nicht aus, dass in mancher Hinsicht eine Zusammenarbeit mit ihm sinnvoll erscheint. Und vor diesem Hintergrund hat sich ja auch der südafrikanische Kritiker der AIDS-Industrie, der Rechtsanwalt Anthony Brink, völlig zu Recht zu einer strategischen Allianz mit Dr. Rath zusammengetan (http://www.neue-medizin.com/brink.htm.).“

Nur das konsequente Nachdenken und kritische Hinterfragen bringen uns weiter. Wir sind dankbar, wenn unsere verehrten Nutzerinnen und Nutzer uns dabei unterstützen. Klicken Sie bitte den Link „Ihre Meinung dazu?“ an und greifen Sie beherzt in die Tasten! Daraus entsteht ein wohltönendes Konzert mit Ausstrahlung, bei dem Ihre Stimme wichtig ist.

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