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BLOG vom 11.01.2006


Kurioses von 2005 (I): BH-Heizung, neues Jungfernhäutchen
Autor: Heinz Scholz
 
Wenn ich die Tageszeitung nach dem Frühstück lese oder später im Internet stöbere, dann sind die negativen Meldungen an der Tagesordnung. Die guten Nachrichten kann man mit der Lupe suchen. Ein Journalist sagte einmal: „Nur eine schlechte Nachricht ist eine gute Nachricht!“ Er meinte wohl damit, dass schlechte Nachrichten gut für den Umsatz einer Zeitung wären oder im Fernsehen quotenhitverdächtig sind. Aber nicht für mich. Ich lese dann mit besonderem Vergnügen erheiternde Karikaturen, gute Kommentare zu politischen Ereignissen und kuriose Meldungen aus aller Welt. Einige, die mir im abgelaufenen Jahr besonders gefielen, sollen in diesem Blog zur Sprache kommen. Aber machen Sie sich auf etwas gefasst, einige Begebenheiten sind so komisch, dass man sich nur wundern und vielleicht herzhaft lachen kann.
 
Wohlige Wärme für Japans Frauen
Der Wäschehersteller Triumph entwickelte für japanische Frauen einen beheizbaren BH. Nun konnten sich die Frauen für den Winter rüsten und sich auf eine wohlige Wärme im oberen Bereich freuen. Der BH ist mit einem wiederverwendbaren Gelkissen ausgepolstert. Dieses Kissen kann in der Mikrowelle oder im Wasserbad aufgewärmt werden. Damit noch nicht genug: Mit Hilfe einer Art Plüsch-Boa, die um den Nacken gelegt wird, können auch Hals und Nacken „beheizt“ werden. Durch diese Art Wäsche soll der Japaner angehalten werden, warme Kleidung im Büro zu tragen. Denn dort gibt es viele Arbeitgeber, welche die Büroräume wenig heizen. Nun sparen die Chefs Heizkosten, und die frierenden Frauen verspüren bei der Arbeit eine wohlige Wärme. Die Männer können ja die wärmenden Produkte woanders platzieren. Darüber wurde nicht berichtet. Es wäre ja ein komischer Anblick, wenn ein Mann den wärmenden BH in seine Hose verstecken würde, sozusagen ein Hodenwärmer.
 
Schüler der Anne-Frank-Schule in Linden (Hessen) verzichten gerne auf solche Utensilien. Dort verfolgen die Schüler und Schülerinnen in Badehose und Bikini den Unterricht. Wegen einer Störung der volldigitalisierten Heizung stieg die Temperatur in den Räumen auf 30 °C. Die Techniker bekamen das Problem nicht in den Griff, und Lüften war auch nicht möglich, weil die vorbeifahrenden Autos auf einer nahegelegenen Autobahn den Unterricht durch Lärm stören.
Quellen: AFP und dpa, „Badische Zeitung“ vom 10. November 2005.
 
Mann hatte zu üppige Brüste
Ein junger Mann aus dem US-Bundesstaat Ohio wurde vor ein Gericht zitiert, weil er in der Öffentlichkeit sich öfters mit nacktem Oberkörper zeigte. Sein Pech: Er hatte zu üppige Brüste. Der Pflichtverteidiger des 23-jährigen Michael Welsh betonte, das Gericht solle die Anklage fallen lassen, denn es gibt dafür kein Gesetz, dass ein Mann seine Brüste nicht zeigen darf. „Es ist nicht einmal rechtswidrig, wenn eine Frau ihre Brüste zeigt“, so der Verteidiger.
Quelle: AFP, „Badische Zeitung“ vom 09. Juli 2005.
 
Wassersparmassnahme in Australien
Der Ministerpräsident des Bundesstaates Oueensland, Peter Beattie, hatte eine glorreiche Idee, wie man bei Dürreperioden Wasser spart. Hier seine höchst effektiven Vorschläge: Paare sollten sich gemeinsam unter die Dusche stellen. Damit die Duscherei nicht zu lange ausgedehnt wird, sollen sie ein möglichst kurzes Lied singen. Er singt unter der Dusche immer den Beatle-Song „Let it be“. Nach 2 bis 3 Minuten ist er fertig – mit dem Duschen.
Quellen: dpa, „Badische Zeitung“ vom 30. August 2005.
 
Frauen unerwünscht
Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Sie sind Journalistin und wollen ein Männerkloster besuchen, um eine Reportage über die Insassen zu machen. Der Blick hinter den Kulissen wird ihnen jedoch verwehrt. Ein schlechter Traum oder Witz? Nein, dies ist wirklich im Kloster Neresheim im Ostalbkreis passiert. In einer Einladung zu einer Pressekonferenz (es ging um Sanierungsarbeiten) heisst es eindeutig: „Mit Rücksicht auf den Klosterbetrieb bitten wir um Verständnis dafür, dass zur Besichtigung der Alten Bibliothek und des Refektoriums nur Herren eingelassen werden.“
 
Frauen seien zwar gleichwertig, aber nicht gleichberechtigt, erklärte Abt Norbert Stoffels die Ausladung der Journalistinnen. Es gehe schliesslich um den Lebensraum der Mönche, der von Frauen nicht betreten werden darf. Und da mache der Abt keine Ausnahme.
 
Ich frage mich, ob der Abt befürchtete, dass aufreizende Journalistinnen die Mönche auf andere Gedanken bringen könnten? Die sollen doch beten und nicht auf „dumme“ Gedanken kommen.
Quellen: dpa, „Badische Zeitung“ vom 16. August 2005.
 
Künstliches Jungfernhäutchen
Der neueste Trend aus den USA ist das Einsetzen eines künstlichen Jungfernhäutchens. Dazu wurde die 40-jährige Jeanette Yarborough zitiert, die für 5000 Dollar sich ein künstliches Jungfernhäutchen einsetzen liess. Damit wollte sie ihren Mann überraschen. Er sollte noch einmal das erste Mal erleben. „Das ist das ultimative Geschenk für den Mann, der schon alles hat“, so Jeanette. Vielleicht dachte sie aber auch: „Bevor er sich eine Jüngere sucht, bekommt er eben dieses.“
 
Diese Eingriffe werden in den USA immer beliebter, wie das „Wall Street Journal“ berichtete. Vaginale Eingriffe sind inzwischen das „am schnellsten wachsende Marktsegment“ geworden. Wie der New Yorker Gynäkologe Marco Pelosi erwähnte, hatte er im Jahr höchstens 2 Fälle, wo ein künstliches Jungfernhäutchen bei jungen Frauen eingesetzt wurde. Heute sind es etwa 10 im Monat. Sein Kollege in San Antonio wirbt sogar auf grossen Plakaten um Kundinnen. Er bietet auch ein Komplettangebot zur „vaginalen Verjüngung“ an.
 
Der Werbewahnsinn geht noch weiter: Esmeralda Venegas bietet sogar Geschenkgutscheine an. Sie behauptet „Das gibt ihrer Ehe neuen Schwung!“
 
Kritiken kommen von konservativen Gruppen, die solche Werbung und Eingriffe verbieten wollen. Feministinnen vergleichen solche Eingriffe mit einer genitalen Beschneidung.
Das Jungfernhäutchen wird übrigens durch Zusammennähen von Restgewebe oder durch Einsatz eines künstlichen Gewebes erzeugt.
 
Kommentar von Walter Hess: „Das Einsetzen eines Jungfernhäutchens ist eine köstliche Idee, sehr zeitgerecht. Für Amerikanerinnen. Das passt auch in den Rahmen des Chirurgie-Schabernacks! Ich rate den Amerikanern, sich Milchzähne einsetzen zu lassen. Dann werden sie wieder zu Kindern. Falls sie es nicht schon sind.“
Quelle: Markus Günther, Korrespondent der „Badischen Zeitung“ (30. Dezember 2005).
 
Fan bis in den Tod und andere Kurznachrichten
Zuweilen hört man aus den USA die unglaublichsten Trauerfeiern und Beerdigungsgeschichten. Da wurde beispielsweise vor Jahren ein Autofan in seinem Lieblingswagen beerdigt.
Das Neueste: Ein Football-Fan wurde in seinem Fernsehsessel mit Fernbedienung in der Hand, mit Zigaretten und Bier aufgebahrt. „Das war immer sein Lieblingsplatz“, sagten Familienmitglieder der „Pittsburgh Post-Gazette“. Während der Trauerfeier wurde ein Video mit Spielen der „Pittsburgh Steelers“ abgespielt.
 
Kennen Sie auch nervige Frauen, die ununterbrochen reden? Ein Busfahrer, der immer mit einem wortgewaltigen Redeschwall während der Fahrt konfrontiert wurde, brachte die Frau vor Gericht. Das Gericht entschied, dass für die Frau die Bustür verschlossen bleibt. Die Frau klagte gegen diese Entscheidung. Sie war der festen Überzeugung, sie sei im Recht. Als autolose Landbewohnerin sei sie dringend auf ein öffentliches Verkehrsmittel angewiesen. Die Klage wurde vom Landgericht Coburg abgewiesen. Es wäre besser gewesen, man hätte der Frau einen Maulkorb verpasst.
 
Kitzeln ist keine Körperverletzung. Dies entschied ein Amtsgericht in Prüm (Eifel). Eltern einer Schülerin hatten geklagt, weil sich nach einer Kitzelattacke einer Mitschülerin ihre Tochter verletzt hatte.
 
Eine 98-jährige Frau muss bis 2010 auf ihren Prozess warten. Die Rentnerin Amalia Cuccioletti zog wegen eines Immobilienstreits vor Gericht. Vor 4 Jahren wurde der Prozess eröffnet. Nun wurde der Prozess auf den 25. März 2010, 9.30 Uhr, vertagt. Dann ist die Frau 103 Jahre alt. Die Mühlen der (italienischen) Justiz mahlen im wahrsten Sinne des Wortes langsam.
 
Als ein Vater aus Wörth (Rheinland Pfalz) seine beiden Kinder zu seiner geschiedenen Frau zurückbringen wollte, fand er seine Ex noch nicht in der Wohnung vor. Da er „erziehungsmüde“ war, brachte der die Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren zur Polizei. Wie er betonte, habe er keine Lust mehr, auf die Kinder länger aufzupassen. Nun seien die Beamten für die Kinder verantwortlich, meinte der Rabenvater und rauschte mit seinem Auto von dannen. Die Frau, die glaubhaft die Verspätung erklären konnte, bekam dann ihre Kinder von der Polizei ausgehändigt.
Quellen: dpa und Meldungen in der „Badischen Zeitung“, „Spiegel online“ (26. September 2005).
 
Kunst ist gut für die Verdauung
Bisher war ich immer der Meinung, eine Verstopfung werde durch Bewegung, durch reichliches Trinken und den Verzehr von Ballaststoffen (Nahrungsfasern) behoben. Weit gefehlt. Es gibt noch eine andere Möglichkeit. Schwedische Fachleute empfehlen bei Verstopfung und Bluthochdruck eine wohldosierte Portion Kunst. Die Wissenschaftlerin Britt-Maj Wikström ist fest überzeugt, dass das regelmässige Betrachten von Kunstwerken und die anschliessende Diskussion der Gesundheit förderlich seien. Sie lud 20 Frauen im Alter von rund 80 Jahren zu regelmässigen Kunstbetrachtungen ein. Diese Frauen erfreuten sich über eine gute Gesundheit (besitzen also einen flotten Darm), während eine gleiche Gruppe, die nur über ihre Hobbys diskutierten, keinen Effekt zeigten.
 
Nun kann ich mit ruhigem Gewissen verstopfte Leute zu einem Besuch eines Kunstmuseums in Basel oder Riehen animieren. Ob ich nun weiterhin für eine ballaststoffreiche Ernährung werben kann? Für viele bewegungsarme Hot-Dog und Big Mac mampfende Zeitgenossen wäre die neue Methode hervorragend geeignet, ihre verstopften Gedärme wieder flott zu machen.
Quelle: AFP, „Badische Zeitung“ vom 15. Okober 2005.
 
Liegestütze sollen Lust auf Pornos austreiben
Die Polizei im indischen Bundesstaat Orissa hat sich kreative Strafen gegen das Übel der Pornografie ausgedacht. Als die Beamten ein illegales Pornokino stürmten und 200 Besucher festnahmen, blühte ihnen ein ganz besonderes Vergnügen. Wie die „Hindustan Times“ berichtete, wurde jeder Teilnehmer an Ort und Stelle zu jeweils 10 Liegestützen verdonnert, ausserdem mussten sie öffentlich schwören, nie wieder einen Pornofilm anzusehen.
 
Die Eltern von minderjährigen Besuchern wurden herbeigerufen und mussten diese Körperertüchtigung verfolgen. Diese „Strafe“ war ja noch relativ milde. In anderen Ländern gab es schon öffentliche Auspeitschungen dafür.
Quellen: AFP, „Badische Zeitung“ vom 18. Juli 2005.
 
Südkoreaner starb nach 50 Stunden Computerspielen
Wir wissen alle, dass allzu langes Computerspielen gewisse Unpässlichkeiten verursacht. Aber es kann noch schlimmer kommen: So mancher Computerfreak segnete das Zeitliche. Erst kürzlich starb ein 28-jähriger Südkoreaner nach 2 Tagen ununterbrochenem Computerspielen an Herzversagen. Wie die Zeitung „JoongAng Ilbo“ berichtete, hatte der Mann erst kürzlich seinen Job gekündigt, um mehr Zeit zum Computerspielen zu haben. Alles geschah in einem Internetcafe. Dort vergnügte er sich mit Kriegsspielen. Er unterbrach seine Aktivitäten nur, um zur Toilette zu gehen. Nach 50 Stunden war Schluss. Ein Polizeisprecher vermutete, dass der Mann an Erschöpfung starb.
 
Kommentar von Walter Hess: „Das kann mir auch passieren ... Zwar nicht beim Computerspielen, aber beim Schreiben am Computer!“ Wir wollen es nicht hoffen!
Quelle: „Spiegel online“, 9. August 2005.
 
Prüde US-Schule: Küssen verboten
Nach den unliebsamen Vorfällen an US-Schulen (Schiessereien, Drogen, Schlägereien) hat sich der Schulleiter einer öffentlichen Mittelschule in Culver City etwas einfallen lassen, um Prügeleien oder Schubsereien bei den 12- bis 15-jährigen Jugendlichen zu unterbinden: Er schickte kein mit Knüppeln oder Pistolen bewaffnetes Aufsichtspersonal auf die Schulhöfe, sondern er sprach eine totale Kotaktsperre für Schüler aus. Ab sofort dürfen sie sich nicht mehr anfassen. Händchenhalten, Umarmen oder Küssen sind tabu. Wie die „L.A. Times“ berichtete, soll sogar einer verhaftet worden sein, weil er die „No contact“-Regel“ nicht beachtet hatte.
 
Wie „Spiegel online“ am 29. Dezember 2005 berichtete, ist die Gewalt an amerikanischen Schulen ein Problem. Bewaffnete Polizeibeamte stehen in Connecticut auf Schulhöfen und verteilen Strafzettel, wenn einer flucht oder sonst irgendwie auffällig wird. In Culver City bekommen in der Regel renitente Schüler Verwarnungen und einen Brief an die Eltern.
 
Der Schulleiter Jerry Kosch berichtete jetzt von ersten Erfolgen. Unter den 1739 Schülern passieren jetzt weniger Prügeleien und Belästigungen. Einige Schüler machten jedoch die Beobachtung, dass sich die Gewalt auf andere Plätze der Stadt verlagert hat. Gewalt lässt sich durch solche Verbote offensichtlich nicht eindämmen. Da müsste man schon ganz andere Massnahmen ergreifen. Die bisherigen Versuche der Bildungspolitiker erlitten kläglich Schiffbruch. In einer Gesellschaft, in der jeden Tag die Gewalt vorgelebt wird, ist wohl nichts anderes zu erwarten.
 
Im 2. Teil der Rückblende berichte ich über kuriose und bemerkenswerte Nachrichten über Tiere.
 
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