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BLOG vom 26.01.2006


Geistert der Zeitgeist etwa als Nostradamus herum?
Autor: Emil Baschnonga
 
Ich sehe im Zeitgeist meinen persönlichen Begleiter – also nicht eine philosophische Abstraktion. Das Wort Zeitgeist hat Eingang in viele andere Sprachen gefunden. Jeder mag den Zeitgeist auf seine Art und Weise auslegen. Das bedeutet: Jeder hat seinen eigenen Zeitgeist.
 
Ich beschränke mich hier auf meinen eigenen Zeitgeist, ganz im Freilauf der Phantasie. Wie sieht er aus? Beim Barte des Propheten: Er hat einen langen Bart, weiss, wie es sich für die Zeit im Winter schickt. Er ist also ein Greis, so alt wie die Zeit.
 
Manchmal erscheint mir der Zeitgeist als Nostradamus (1503–1566), der Kaiser der Propheten. Nostradamus war Mediziner, Astrologe und Magier. Seine Prophezeiungen sind dank René H. Troyan in seinem Werk „Der Schlüssel zur Welt des Nostradamus“ von der Vergangenheit bis in unsere Gegenwart und darüber hinaus in alle Zukunft jetzt leicht ablesbar geworden. Die Zeitgeschehnisse sind somit auf dem Zifferblatt der ewigen Uhr aufgezeichnet. Nur ist mir nicht klar, wo diese Uhr verborgen ist.
 
Folglich wusste Nostradamus über Adolf Hitler und viele andere Übeltäter, George W. Bush nicht ausgenommen, im Voraus Bescheid. Was mir an ihm nicht gefällt, ist der Umstand, dass er sich in seinen Versen an die Kehrseiten der Welt hielt. Was nützen Prophezeiungen? Sie treffen zu und lassen sich gleich Schicksalsschlägen nicht abwenden. Nein, Nostradamus kann mein Zeitgeist nicht sein.
 
Soll ich meinem Zeitgeist dankbar sein, dass er mich vor mehr Jahren als ich preisgeben will, in die Wiege legte? Ein beschränktes Ja ist meine Antwort. Denn je länger ich lebe, desto intensiver empfinde ich, dass die Welt seit meiner Geburt viel an Glanz und Zauber eingebüsst hat. Die Übel verbreiten sich rascher als je. Zudem wird die Welt täglich komplizierter, unsicherer und unverständlicher für einen einfachen Kerl wie mich, der augenblicklich am liebsten dem Frühling entgegenträumt und der am meisten Freude an Blümlein, Vögelein und Büchern hat.
 
Mit einem Male ist mir mein Zeitgeist aufgegangen: Der Augenblick mit Lichtblick für die Daseinsfreude. Hoffentlich funkt mir der Nostradamus nicht unliebsam dazwischen.
 
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