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BLOG vom 17.05.2006


Reaktionen auf Blogs (33): Die 3 kleinen Helden rütteln auf
Präsentation der Leserpost: Walter Hess
Da war Post in der Mail-Box des Blogateliers:
 
VERDAMMT NOCHMAL, ich weiss jetzt nicht mehr, wer Kommunist ist und wer nicht (die Kommunisten sind doch die Bösen? Oder?). In meinen jungen Jahren war die Sache klar: Ost gegen West, und wenn es denn sein musste, Deutschland, der zertretene Kriegsschauplatz.
 
Als Oberprimaner (ein halbes Jahr vor der Matur) verfolgte ich die Revolution des kubanischen „Liders“, und wusste nicht recht, wohin damit.
 
Fast 50 Jahre danach ist es mir schon klarer: Castro, Chávez und insbesondere Morales HABEN RECHT.
 
Demütigend für uns Europäer ist indessen, dass sich kein europäischer Staat und erst recht kein EUROPA zu einem klaren Wort aufrafft (nicht einmal die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, die ja sonst ziemlich deutlich wird). Und ebenso der Schweizer Bundesrat − gibt es ihn noch? − Joseph Deiss mag fehlen oder auch nicht ...
 
Meine Kenntnis von Bolivien und Evo Morales beschränkt und erweitert sich gleichzeitig (durch Kenntnis des Landes) auf eine sehr einfache Formel: Endlich, endlich kommt ein über Jahrhunderte geknechtetes Volk zu sich und wirft US-amerikanische (so genannte „westliche“ − was aber nicht stimmt) Fesseln ab. Ich wünsche den südamerikanischen Indianern (Indios) von ganzem Herzen, dass sie diese historische Chance ergreifen können.
 
Wie lange wird Morales wohl leben, bevor ihn etwelche Killerkommandos − und keiner wars gewesen − aus dem US-Weg schaffen? Ich nehme Wetten an. Ein Jahr. Darüber wird 1:2 gezahlt.
 
Es war mir ein Vergnügen, im tiefen Tal von La Paz gegenüber der alten Kathedrale anlässlich einer Demonstration ein paar eingeborene Hände gedrückt zu haben und zu verstehen, was sie antreibt: pure Not.
 
SIE habens sicher vergessen. Ich nicht.
 
Seitenblick: In US-Amerika melden sich die Mexicanos zu Wort. Zu Recht. Es sind ihrer 14 Millionen.
 
In Mexico City (District Federal) auf dem Palast-Hügel im Chapultepec-Park werden die „jungen Helden“ , die „ninos Heroes“ gefeiert, die anno 1848 oder so als Offizierskadetten einer US-amerikanischen (texanischen) Invasion zur Eroberung Mexicos widerstanden. Wer weiss das heute noch?
 
Antwort des Zeitzeugen: Imperialismus.
 
Auch damals schon.
 
So müssen wir gar nicht über Midway und 3 andere Pazifik-Inseln reden, über Hawaii schon überhaupt nicht.
 
Die „kleinen Helden“ werden den US-amerikanischen Staat gehörig durcheinander bringen.
 
Mit freundlichem Gruss!
Rainer Meyer (E-Mail: dr2meyer@teleport.ch )
 
Soweit diese bemerkenswerte Zuschrift aus Birsfelden BL zum Blog „Staatsmänner mit Rückgrat: Castro, Chávez und Morales“ vom 2. Mai 2006. Sie hat mich ebenso gefreut wie der Umstand, dass 3 Staatspräsidenten zeigen, dass die Vorherrschaft der USA und damit die destruktive neoliberale Globalisierung keine Naturgewalten sind, gegen die jeder Widerstand zweck- und aussichtslos ist. Europa, das schwanzwedelnd hinter den Brachial-Globalisierern herläuft, könnte sich davon ein Stück abschneiden.
 
Doch so einfach ist das in der Praxis nicht: Die Kriegsnation USA hat bereits Spionage-U-Boote (für Abhöraktionen) und Aufklärungsflugzeuge in die Karibik dirigiert, um im Hinterhof für Ordnung nach US-Interessen zu sorgen und wieder Bodenschätze plündern zu können, die übliche Arroganz des Schurkenstaats Number One.
 
„Bitte die Amerikaner nicht abwerten“
In den „Reaktionen auf Blogs (31): Vom Nicken zum Kopfschütteln“ vom 8. April 2006 veröffentlichten wir die Zuschrift einer freundlichen Nutzerin, die folgende Bitte äusserte: „Bitte die Amerikaner nicht abwerten“. Dazu schrieb uns Dr. Konrad Ewald, Spittelerstrasse 7, CH-4410 Liestal am 15. April 2006:
 
Eine ältere Dame aus meinem Bekanntenkreis reagiert genau so. Wenn ich etwas an Amerika oder den Amerikanern kritisiere, fährt sie mir buchstäblich ins Wort: „Vergessen Sie nicht, dass uns die Amerikaner von Hitler befreit haben.“ Schluss der Diskussion. Sie war tatsächlich mehrfach in den Staaten und hat „gute Freunde“ dort, also kann man doch nicht ... Ausserdem ist sie so naiv anzunehmen, man brauche nur den Bush (den sie natürlich auch nicht mag) zu ersetzen und alles sei „wieder gut“.
 
Was man im Allgemeinen auch vergisst bzw. gar nicht weiss (oder nicht wissen will?): Die Amis waren in der Kriegszeit und auch noch in der ersten Nachkriegszeit gar nicht erpicht auf Juden(-einwanderung). Sie waren eher interessiert an Wissenschaftlern (ob Juden oder Nazis, spielte keine Rolle), die ihre Rüstungs- und vor allem Nukleartechnologie vorantreiben konnten. Der neue Feind war ja nun der Kommunismus.
 
Die gleiche Dame, die keine Kritik an den USA duldet, lässt natürlich auch nichts gegen Israel durchgehen (Sie war auch dort und hat ebenfalls „gute, liebe Freunde“ in Israel.). Sage ich etwas gegen die heutigen israelischen Machenschaften, so schneidet sie mir das Wort ab mit dem Satz: „Denken Sie an Auschwitz!“ oder auch: „Sind Sie Antisemit?“
 
Ich habe kurz hintereinander die 3 grossen Reisebücher des Amerikaners Paul Theroux (geb. 1941) gelesen: „Der alte Patagonienexpress“ von 1979, „Die glücklichen Inseln Ozeaniens“ von 1992 und „An den Gestaden des Mittelmeeres“ von 1995. Gegen Ende seiner Mittelmeertour kommt er auch nach Israel (1994). Er wollte sich dort (wie in andern Ländern) umsehen und „einen Schriftsteller besuchen, der Araber, Christ und israelischer Bürger ist“ (das gibt es eben!). Zu seinem Pech kommt er in Israel auf einem türkischen Schiff an und wird nun schikaniert, bis zufällig eine Sicherheitsbeamtin ihn erkennt („Ich habe Ihre Bücher gelesen.“), und nun darf er hinein.
 
Bei seiner Ausreise geht es ihm noch schlimmer: „Ich wurde einer der gründlichsten und längsten Befragungen und Durchsuchungen unterzogen, die ich in 34 Reisejahren je erlebt habe. Diesmal war kein rettender Bücherwurm zur Stelle, der meinen Namen kannte.“
 
Soweit die Post aus Liestal, deren Schlussteil gerade zu einer aktuellen SDA-Meldung über die Einreiseerlebnisse einer NZZ-Journalistin passt: Karin Wenger, geschehen am 12. Mai 2006: Die Dame wurde von israelischen Soldaten am Grenzposten von Erez gedemütigt. Sie wurde an dem Posten bei beiden Überquerungen der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen dazu gezwungen, sich bis auf ihre Unterwäsche auszuziehen. Entkleiden musste sie sich vor einem Detektionsgerät zur Erkennung von Waffen und Bomben. Laut der unabhängigen israelischen Zeitung „Haaretz“ musste sich die Journalistin unter den Augen von israelischen Soldaten 6 Mal ausziehen, bevor sie wieder nach Israel einreisen durfte.
 
Der Terrorismus macht alles möglich, wie man beizufügen geneigt ist. Da gelten keine Gesetze und Regeln mehr und es können auch kühne Phantasien ausgelebt werden.
 
Fernsteuerung von drüben 
Nach der Lektüre des Blogs „Was wäre, wenn Israel Grösse statt Stärke zeigen würde“ vom 20. April 2006 suchte Luzi Pfosi (E-Mail: luzpfosi@bluewin.ch) nach Gründen für den unendlichen Krieg in und um Israel. Er kam zu folgendem Schluss:
 
Die amerikanische Judenlobby ist eigentlich der Grund dafür, dass Israel nicht zum Frieden bereit sein kann, will oder darf. Keine amerikanische Regierung kann es sich scheinbar leisten, den Juden in den USA zu widersprechen. Dort müssen sehr einflussreiche Intriganten das Sagen haben.
 
Würden die Israelis und die Palästinenser die enormen Geldmittel für Widerstand und Krieg anders einsetzen, könnten diese Gebiete wirtschaftlich und touristisch goldene Zeiten haben, aber die orthodoxen Juden und die militanten Palästinenser unter einen Hut zu bringen, das ist schlichtweg UNMÖGLICH.
 
Der alte Biobauer auf der Palme
Ein in Biokreisen und darüber hinaus berühmter Name: Werner Scheidegger, ex Biofarm, CH-4934 Madiswil (E-Mail: wernerrose@bluewin.ch). Er gehört zu den Schweizer Biopionieren und verhalf mit seiner Biofarm schon früh vielen gesundheitsbewussten Menschen zu einer chemikalienfreien Nahrung. Er las das Blog „Wie Abfederer vom SGB den Bauernstand vernichten wollen“ vom 24. April 2006:
 
Durch Othmar Bernet (ein Biobauer aus dem Luzernischen, der sich für gesunde Böden einsetzt. W.H.) bin ich auf Ihre Homepage aufmerksam gemacht worden. Als „nur“ noch interessierter, aber nicht mehr so direkt betroffener alter Biobauer bringt mich Ihr Text über die Stellungnahme des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds SGB zur Landwirtschaftspolitik dennoch auf die Palme, natürlich nicht wegen Ihnen, lieber Herr Hess, sondern wegen der Meinung des SGB. Da haben sich die Zeiten aber gewaltig geändert seit den 1930er-Jahren, als Jungbauern und Gewerkschafter gemeinsam gegen die Macht des Kapitals antraten. Das weiss ich zwar nicht aus eigenem Erleben. Aber aus dem was mir mein Vater und Dr. Hans Müller auf dem Möschberg erzählt haben. Aus den von Ihnen zitierten Passagen aus der Vernehmlassung des SGB kann ich schliessen, dass dort eine Wende um 180 Grad stattgefunden haben muss.
 
Was mich immer wieder neu betrübt ist die Tatsache, dass Leute wie Sie oder Hans Bieri von der SVIL (Schweizerische Vereinigung Industrie und Landwirtschaft), der Historiker Peter Moser oder Prof. Hans Christoph Binswanger wenn es gut geht freundlich angehört, aber in keiner Weise ernst genommen werden. Lieber hilft man dem Maurer mauern, bis alles zugemauert ist ...
 
Blutdruck heilen statt Pillen schlucken
Manchmal gerät das Blut in Wallung, wenn man die Geschehnisse in der grossen, terrorisierten und verwirrten Welt verfolgt. Das hat allerdings noch nichts mit einem permanent erhöhten Blutdruck zu tun, der in den meisten Fällen eine Folge des falschen Lebens- und insbesondere Ernährungsstils ist und den man durch ein anderes Verhalten statt über einen Chemikalienkonsum, der anderweitig Schaden anrichtet, korrigieren sollte. Dr. Johann Georg Schnitzer wagt es, solch unbequeme, ja geradezu geschäftsschädigende Wahrheiten zu verbreiten. Er schrieb:
 
Heute kam ich endlich dazu, Ihre „Reaktionen auf Blogs 31“ aufzusuchen. Über den Bericht der Blutdruckheilung durch mein Buch „Blutdruck heilen“ nach Jahrzehnten vergeblicher ärztlicher Pillenbehandlung habe ich mich natürlich gefreut.
 
Ähnliche Berichte finden sich auch in unserer Bluthochdruckstudie:
 
Es ist unerhört, dass praktisch die gesamte Ärzteschaft ihren Bluthochdruckpatienten diese natürliche Heilungsmöglichkeit vorenthält. Nach meiner Meinung ist das juristisch „verweigerte Hilfeleistung“, mit der weiteren Folge eines immensen Schadens am Volksvermögen.
 
Mit freundlichen Grüssen
Dr. Johann Georg Schnitzer
 
Das Sonnenkind
Zum Glück gibt es auf dieser schattenreichen Erde auch Sonnenkinder – wenn auch bloss solche aus Porzellan. Über eines davon hat unser Fabulierkünstler und Aphoristiker Emil Baschnonga aus London am 9. April 2005 ("Das Sonnenkind selbstverschuldet dank Kreditkarte") berichtet. „Stolze 33 cm steht die weibliche Nacktfigur (siehe oben, Blogatelier) mit ausgestreckten Armen auf einer Goldkugel. Der Porzellanmodelleur Karl Tutter (1883−1969) hat sie entworfen, Hutschenreuther sie verwirklicht. Sie heisst ‚Das Sonnenkind’. Zum Werweissen hatte ich keine Zeit, denn am Ende des Tages musste ich auf dem Flughafen sein. So kam es stracks zum Impulskauf, dank Kreditkarte.“
 
Reinhard Jürschick (E-Mail: reiner.juerschick@web.de) ergänzte die nette Geschichte zutreffend:
 
„So haben sich beide gefreut. Sie mit Tutters Sonnenkind, Ihre Frau mit dem Parfüm.“
 
Im Interesse eines fröhlichen Ausklangs habe ich das gern angefügt. Es gibt sie offensichtlich noch, die kleinen Freuden. Und eine solche ist für einen Schreiber auch eine Zuschrift wie diese von René Büchi (E-Mail: buechi_thurnhofer@freesurf.ch) zum Blog „Der globalisierte Zement und die ‚Schlacht am Bözberg’“ vom 28. April 2006:
 
„Brillanter Artikel, gut und flüssig zu lesen.“
 
Wir werden uns in gemeinsamer Anstrengung weiterhin aufraffen, Lesern, die das Spezielle suchen, etwas zu bieten. Immer in der Hoffnung, dass sie sich zu Worte melden werden.
 
Hinweis auf die bisher erschienenen „Reaktionen auf Blogs
26. 01. 2005: „Reaktionen auf Blogs (01): Kraft unangepassten Denkens“
31. 01. 2005: „Reaktionen auf Blogs (02): Indigokinder, Frustsäufer, Bärtige“
12. 02. 2005: „Reaktionen auf Blogs (03): WEF, Gekreische, Ich-Form“
03. 03. 2005: „Reaktionen auf Blogs (04): ,Sensationell, wie das fliesst'"
22. 03. 2005: „Reaktionen auf Blogs (05): USA, Medien-Nonsens, Ratten“
12. 04. 2005: „Reaktionen auf Blogs (06): Gedanken und Fakten à discrétion“
22. 04. 2005: „Reaktionen auf Blogs (07): In Handy- und Himmelssphären“
05. 05. 2005: „Reaktionen auf Blogs (08): Bärlauchsüppchen bis CD-Players“
20. 05. 2005: „Reaktionen auf Blogs (09): Kollegialprinzip bis Handyoten“
31. 05. 2005: „Reaktionen auf Blogs (10): Wo Wasser kein Element sein darf“
07. 06. 2005: „Reaktionen auf Blogs (11): Post auch von den Kokosinseln“
06. 07. 2005: „Reaktionen auf Blogs (12): Streben nach Erkenntnissen“
19. 07. 2005: „Reaktionen auf Blogs (13): Happy Slapping im Elektrosmog“
27. 07. 2005: „Reaktionen auf Blogs (14): Money, Bibel und Colt in den USA“
02. 08. 2005: „Reaktionen auf Blogs (15): Aus Laufenten werden Hühner“
09. 08. 2005: „Reaktionen auf Blogs (16): Ärzte, die nicht heilen wollen“
20. 08. 2005: „Reaktionen auf Blogs (17): ‚Götter in Weiss’ angeschwärzt“
29. 08. 2005: „Reaktionen auf Blogs (18): In Spinnennetze verhaspelt“
05. 09. 2005: „Reaktionen auf Blogs (19): Pharmahörige Abwracker am Werk“
20. 09. 2005: „Reaktionen auf Blogs (20): Inhalt und Form fallen auf“
08. 10. 2005: „Reaktionen auf Blogs (21): Beste Impulse von Nutzerseite“
07. 11. 2005: „Reaktionen auf Blogs (22): Offen, verschlüsselt, anonym“
24. 11. 2005: „Reaktionen auf Blogs (23): Seuchenhysterien verkaufen sich“
03. 12. 2005: „Reaktionen auf Blogs (24): Diesmal wird scharf geschossen!“
21. 12. 2005: „Reaktionen auf Blogs (25): Das fehlende Ernährungswissen“
07. 01. 2006: „Reaktionen auf Blogs (26): Gegen den Strich gebürstet“
27. 01. 2006: „Reaktionen auf Blogs (27): Weicheier aus der Beutelsuppe“
15. 02. 2005: „Reaktionen auf Blogs (28): Spinnen Sie oder spinne ich?
04. 03. 2006: „Reaktionen auf Blogs (29): Hungerhaken für die Rippenshow“
19. 03. 2006: „Reaktionen auf Blogs (30): Alle Resignationen überlisten“
08. 04. 2006: „Reaktionen auf Blogs (31): Vom Nicken zum Kopfschütteln“
25. 04. 2006: „Reaktionen auf Blogs (32): Sehet die Lilien auf dem Felde“
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