Textatelier
BLOG vom: 07.07.2006

Der Alltag prägt die Gesundheit. Hektik beim Pulsmessen

Autorin: Rita Lorenzetti

Im Briefkasten finde ich neben den Zeitungen eine Broschüre „Gesundheitsförderung Kanton Zürich“. Weiterlesen fördere meine Gesundheit, lese ich auf dem Titelblatt. Prof. Dr. med. Felix Gutzwiller von der Universität Zürich, Institut für Sozial- und Präventivmedizin, empfiehlt uns, zur Gesundheit Sorge zu tragen und gibt für 6 Bereiche unseres Lebens Empfehlungen, wie wir unsere Gesundheit fördern können.
 
Es sind Übungen für zuhause, für überall und jederzeit, für die (Haus-)Arbeit, für die Freizeit, für besondere Gelegenheiten und für den Ausgang.
 
In einer Zeit, in der vor allem die Beschleunigung unser Leben bestimmt, sind Übungen, die zur Ruhe und Gelassenheit führen, besonders wichtig. Ruhe ist aber nicht als Stillsitzen oder Autofahren zu verstehen.
 
Es heisst da unter anderem:
 
Steigen Sie aus. Zwei Stationen früher. Bewegung entspannt.
Gehen Sie beim Briefkastenleeren gleich noch eine Runde zügig ums Haus.
Steigen Sie auf, aber auf der Treppe, und nicht mit dem Lift.
Augen zu. Legen Sie die Hände auf Ihre geschlossenen Augen und lassen Sie die Wärme fliessen.
Lust statt Frust. Genussvolles Essen entspannt.
 
Alle Erfindungen, die uns das Leben leichter gemacht haben, zeigen auch eine Kehrseite. Unsere Körperkräfte werden im Alltag nicht mehr auf natürliche Weise gebraucht. Junge, starke und gesunde Männer z. B. können sie am Computer sitzend, im Beruf gar nicht mehr nützen. Der Ausgleich wird mit Joggen, Velofahren, Schwimmen, Fussball usw. gesucht.
 
An Sommerabenden fühlen sich Fussgänger am Fischerweg, der Limmat entlang, oft fehl am Platz. Da ist eine Hektik, ein Vorpreschen, eine Platzbeanspruchung, die einem weh tut. Es zeigt sich, dass überall, wo wir etwas für die Gesundheit tun wollen, das Abdriften in den Wettbewerb wieder dabei ist. Pulsmesser und Zeitmesser gehören leider auch schon wieder zu diesem Ausgleichssport. Velofahren wird an der Limmat toleriert, obwohl eigentlich Fahrverbot markiert ist. Umso mehr stört es jene, die beschaulich spazieren wollen, wenn von weit her schon aggressiv geklingelt wird, damit für das anfahrende Velo Platz gemacht wird.
 
Überall gibt es die Masslosen, die Wettbewerbssüchtigen, die Egoisten. Ob sie auf die Horizonterweiterungs-Übung ansprechen, bezweifle ich. Sie heisst nämlich: Erweitern Sie Ihren Horizont. Betrachten Sie abends den Sternenhimmel.
 
Hinweis
Weitere Informationen: www.gesundheitsfoerderung-zh.ch
 
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