Textatelier
BLOG vom: 20.07.2006

Stadt-Reinhaltung in Paris: Auch Abfall – der ist bei Ihnen

Autorin: Rita Lorenzetti
 
Dem Thema Abfall begegne ich hier in Paris täglich und überall. Eindrücklich beginnt der Lärm auf der Strasse, wenn nach 6 Uhr am Morgen die Müllabfuhr vorfährt und die vor jedem Haus stehenden grünen Tonnen abholt.
 
Wenn ich die kleine Mena in den Sommerhort begleite, kommen wir am Moulin Rouge vorbei, und oft kippen sie dort gerade die Glascontainer in die Lastautos. Das scheppert und klirrt jeweils und geht durch Mark und Bein. Der Champagner ist ausgetrunken, der Tag wieder angebrochen und mit ihm auch der Alltag.
 
Ich stelle ein grosses Bemühen fest, die Stadt sauber zu halten, doch zu viele der Menschen sind einfach unerzogen, lassen alles fallen, was sie nicht mehr brauchen. In einer Post z. B., wo im Innern an einem Automaten selbstklebende Frankaturen herausgelassen werden können, liegen im Umkreis dieses Apparates viele der abgezogenen Papiere, die einst die Klebefläche schützte, herum. Wenn hier jemand in Eile vorbeikäme, würde er ausrutschen wie auf dem Eis.
 
Abfalleimer sind überall vorhanden, doch ein Teil der Kunden, sicher auch Touristen, denken nicht darüber nach, dass es schick wäre, den eigenen Teil zur Ordnung beizutragen.
 
Von der Kampagne für ein sauberes Zürich habe ich letztes Jahr einmal berichtet. Die gleiche wird auch hier in Paris aufgezogen. Offensichtlich wird ein internationales Thema übergeordnet behandelt. Die Bilder aber sind adaptiert. Ich sah einen Müll-Lastwagen mit dem Plakat eines Hundes, der seinen Stuhlgang im Badezimmer oder in der Küche deponiert. Die Überschrift dazu: PARIS, DAS IST BEI IHNEN.
 
Auf dem Boulevard de Clichy wurde in den letzten Jahren eine Wohlfühlmeile eingerichtet. In der Mitte wurde ein breiter Weg geschaffen, auf dem auch Kinder unbeschwert daherkommen können. Bäume und Sträucher säumen ihn. Und auf vielen Sitzbänken sitzen jene, die unter den Mitmenschen sein wollen. Einige schlafen auch da.
 
Links und rechts von diesem erholsamen Weg brausen aber weiterhin die Autos vorbei. Man wird bescheiden. Ich freue mich hier schon an diesen begrenzten Oasen, an den Büschen und Bäumen.
 
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