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BLOG vom 27.10.2006


Weshalb die USA einen Krieg nach dem anderen verlieren
Autor: Walter Hess, Biberstein CH
 
Die Vereinigten Staaten als stärkste Kriegsnation der Welt haben bis jetzt alle Kriege verloren. Mit einer Ansammlung mistfauler Tricks muss diese „einzige verbliebene Weltmacht“, wie die Westmedien gebetsmühlenartig zu schwärmen belieben, jeweils versuchen, „gesichtswahrend“ ihren Rückzug anzutreten. Wie jetzt gerade wieder aus dem Irak – ohne Anzeichen von Wiedergutmachungsabsichten.
 
Ich habe eine volle Bewunderung für die Widerstandskraft und den Widerstandswillen des schwer gepeinigten, mit brutalsten Mitteln bis zu Folterungen misshandelten irakischen Volks, das seinen Sieg erreichte. Diese heldenhafte Leistung wiegt umso schwerer als die USA alles daransetzten und daransetzen, die verschiedenen Volksgruppen gegeneinander aufzuhetzen, die übliche Manier des Unruhestiftens, die auch der CIA bis zur Perfektion entwickelt hat.Die USA haben nach Ansicht des früheren UN-Waffenkontrolleurs Hans Blix im Irak versagt. Wäre Saddam Hussein noch an der Macht, würde es den Menschen dort besser gehen, sagte er. Ein stolzes Resultat, fürwahr!
 
Ähnlich argumentierte „Guardian“-Kolumnist Simon Jenkins. In der Ausgabe vom 18. Oktober 2006 der britischen Zeitung schrieb er, der Irak sei von den beiden mächtigsten Nationen (USA und GB) der Welt zum schlimmsten Platz, in eine „Hölle auf Erden“ verwandelt worden. Die ausländischen Truppen hätten statt Demokratie und Fortschritt im Zweistromland nur Blutvergiessen und Elend ins Land gebracht. Die Situation dort sei heute schlimmer als zu Diktaturzeiten, das verrückteste Paradoxon der neuzeitlichen Geschichte. Bagdad drohe, zu einem neuen Beirut zu werden.
 
Gleichartige Schlappen haben die USA z. B. beim Versuch der Eroberung von Kuba in der Schweinebucht (1961) erlitten, eine besonders peinliche Niederlage des hochgerüsteten Philisters Goliath mit 3,25 m Körpergrösse gegen den kleinen, intelligenten, nur mit einer Steinschleuder ausgerüsteten David, ein alttestamentarisches Gleichnis, der den Riesen auf Anhieb niederstreckte. Die CIA hatte die Invasion dilettantisch inszeniert. Eine fürchterliche Schlappe erlitt diese vielgerühmte Supermacht in Vietnam in den 60er- und 70er-Jahren, dann insbesondere in Afghanistan, wo die Taliban gestärkt aus den Kämpfen hervorgegangen sind, und auch bei den beiden Irakkriegen. Überall bleibt eine unbeschreibliche Todesspur der Verwüstungen und des menschlichen Elends zurück. Weitere Resultate sind erwiesenermassen die Förderung des internationalen Terrorismus und der Zwang aller freiheitsliebenden Länder, atomar aufrüsten zu müssen.
 
Diese USA, die auch noch zu den wesentlichsten Kultur- und Umweltzerstörern gehören (vom Klima bis zur gentechnischen und hormonellen Verseuchung), sind zum eigentlichen wuchernden Krebsgeschwür dieser Erde geworden, wie jedermann auf seine Weise überall wahrnehmen kann.
 
Wie ist soviel Dilettantismus an einem Haufen überhaupt möglich? Er ist die Folge der Bildungslosigkeit und der gesteuerten medialen Indoktrinationen auf Tiefstebene. Nur in einem solchen Umfeld kann der Glaube, vor allem der Glaube an die reine Macht der Stärke, gedeihen. So werden Massenvernichtungswaffen (statt Material für den Schulunterricht) in riesigen Mengen produziert, und wer blöd genug ist, meint, mit diesem Zerstörungsarsenal könne die Welt beherrscht und niedergehalten werden. Weil solche Waffenlager schliesslich im Interesse einer kontinuierlichen Produktion umgesetzt werden müssen, müssen Kriege erfunden werden, genauso wie das überdrehte Krankheitswesen ständig neue Krankheiten erfinden und weiterpflegen muss – es ist bekannt, dass Dinge eine Eigendynamik entwickeln.
 
Der Goliath’sche Irrglaube an die Macht der Kraft hat dummerweise das Nachdenken in den Hintergrund verdrängt. Die Kraftprotze vergessen, sich in fremde Kulturen hineinzudenken und sich Überlegungen zu Menschlichkeit, Ethik – oder wie immer man dem sagen will – zu machen; dann würden sie Konflikte mit Intelligenz statt Streubomben lösen. Sie inszenieren tolpatschig einen Kampf nach dem anderen und werden mit den unverhofft auftauchenden Daviden nicht fertig. Was nützt der grösste Kran der Welt gegen eine Stechmücke?
 
Das einzig Kreative, das bei der US-Kriegspolitik zu orten ist, sind die immer dreisteren, dümmlichen Lügen und Verdrehungen von Tatbeständen. Selbst die Todesopferzahlen werden manipuliert, so dass in den USA mit dem dort herrschenden Meinungsterror eine Proteststimmung à la Vietnam weitgehend ausgeblieben ist. Die Informationen sind jetzt zensurmässig besser gewaschen, bevor sie (wenn überhaupt) an die Öffentlichkeit gelangen.
 
Israel hat die US-Technik ebenfalls angewandt, als es auszog, die Lebensgrundlagen des Nachbars Libanon zu Lande und im Wasser (Ölverseuchung) zu zerstören und auch gerade möglichst viele Menschen zu vernichten. Und auch hier bliebt eine Spur der Verwüstung, der Verseuchungen und des Hasses. Israel hat aus dem Libanon zu all dem Elend noch ein tödliches Minenfeld gemacht.
 
Wahrscheinlich gibt es nichts Schlimmeres auf dieser Welt, als wenn hirnlose Kraftprotze alles tun und lassen dürfen, was ihnen einfällt und gefällt. Ich fühle mich nicht durch Nordkorea, sondern durch den südlichen Teil von Nordamerika und seines verlängerten Arms Israel bedroht. Und ich habe auch keine Zuversicht, dass dies ändern wird, solange diese zerstörerischen Nationen nicht nur gegen Kriegsverbrechertribunale immun sind und also nicht zur Rechenschaft gezogen werden, sondern von einer vasallischen Mitläufergemeinschaft, der westlichen Kriegsallianz, in ihren Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Lebensräume durch schweigende Duldung moralisch indirekt und allzu oft auch direkt unterstützt werden.
 
Man kann die Menschheit eine Zeitlang manipulieren; aber man kann nicht alle Menschen auf Dauer durch Lügen und Betrügen ruhigstellen. Und die US-Kriegsbilanz ist peinlich genug, um immer mehr Denkende zur Überprüfung dessen anzuregen, was ihnen bisher an Beschönigungen und Verherrlichungen amerikanischer, britischer und israelischer Arroganz angetan worden ist – unerträgliche Beleidigungen des gesunden Menschenverstandes.
 
Falls dieser inzwischen nicht auch krankgeschrieben worden ist.
 
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