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BLOG vom 20.11.2006


Der Gipfel: Der gescheiterte Uno-Weltklimagipfel in Nairobi
Autor: Walter Hess, Biberstein AG
 
Wie immer, wenn es um Wesentliches geht, versagt die globalisierte Welt. Das neueste Beispiel ist der Weltklimagipfel in Nairobi (Kenia), der am Freitag, 17. November 2006, zu Ende ging  – ausser Spesen ist wieder einmal nichts gewesen. Das altehrwürdige Kyoto-Protokoll kann als gescheitert betrachtet werden, und ein neuer Fahrplan zur Reduktion der klimawirksamen Abgase ist ausser Reichweite. Die Uno versagt auch hier.
 
Ein bemerkenswertes Detail: Zur Rechtfertigung der unseligen Globalisierung zur Herbeiführung der stupiden Disney-Einheits-World war von deren Befürwortern, die nicht genug Donald Duck erhalten konnten, immer gesagt worden, die wesentlichen Probleme könnten nur im globalen Verein gelöst werden. An sich stimmt das sogar. Doch die Praxis lehrt, dass genau solch eine globale Eintracht niemals erreicht werden kann, weil gerade die grössten Sünder und kriminellsten Verschmutzer abseits stehen, nicht mitmachen, besonders wenn es sich um Staaten handelt, deren Führung mit einem unterdurchschnittlichen Intelligenzquotienten und mangelnder Ethik ausgestattet ist. Ihr Business ist der Krieg und nicht der Klimaschutz. Die Folge ist dann, dass überhaupt nichts geht und der Zerfall der Lebensgrundlagen global beschleunigt vorangetrieben wird.
 
Das Versagen ist Programm: Wie soll man in einem Verein Recht und Gerechtigkeit herbeiführen können, wenn Kriminelle das Geschehen dominieren und bei der Verfolgung ihrer eigennützigen Ziele den ganzen Prozess ins Gegenteil verkehren können?
 
Ich habe mich in den letzten Monaten intensiv mit der Schmelze der Gletscher und dem Auftauen des Permafrosts in der Schweizer Alpenwelt befasst und in mehreren Blogs (etwa zu Gletscher-Exkursionen) beschrieben. Es ist ein wahres, augenfälliges Drama, das mich tief beeindruckt hat. Die Mainstreammedien kamen nicht umhin, selbst über die Eisschmelze im Arktisgebiet zu berichten, auch wenn Aspekte nicht zu dem Top-Thema wie etwa der Sex unter Minderjährigen gehört, an dem sich die Schweizer Medien tagelang gütlich taten, obschon da mehr Fragezeichen als Fakten vorlagen.
 
Mein Glaube an die kollektive Vernunft ist mehr erschüttert denn je. Es genügt nicht einmal, wenn die Rechnung für das globale Versagen im Klimaschutz in Form von zunehmenden Überschwemmungen, Dürren, Bergstürzen und sogar Wirtschaftskrisen präsentiert werden. Die Dummheit der grossen Politik sprengt alle Grenzen: Globalisierung pur. Globalisierung total.
 
Der Schweizer Bundespräsident und Umweltminister Moritz Leuenberger brachte in Afrika mit belegter Stimme sein Beileid mit diesem erneut geschändeten Kontinent zum Ausdruck. Afrika trägt am wenigsten zur Klimazerstörung bei, hat aber am meisten darunter zu leiden. In der Schweiz müssen die ebenfalls leidenden Wintersportorte mit Schneekanonen das touristisch wichtige Weiss herbeischiessen – mit enormem Energieaufwand übrigens (womit sie wärmere Winter fördern). Aber die Kanonen funktionieren nur bei Minustemperaturen, ansonsten die Schneekristalle zu Rohrkrepierern werden. Ich bin gespannt, ob Leuenberger aufgrund seiner in Nairobi und Umgebung gewonnenen Erkenntnisse aus Solidarität die Kanonaden in den Alpen verbieten und die Menschen zu touristischen Vergnügen anspornen wird, die auch ohne oder mit wenig Schnee auskommen.
 
Hinweis auf ein Buch zum Thema
Hess, Walter: „Kontrapunkte zur Einheitswelt. Wie man sich vor der Globalisierung retten kann“, Verlag Textatelier.com GmbH, CH-5023 Biberstein 2005.
 
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